Cyberangriffe in Sekunden: CrowdStrikes Warnung
CrowdStrike-Präsident Michael Sentonas warnt: Cyberangriffe erreichen heute eine Breakout Time von nur 20 bis 30 Sekunden – Tendenz weiter sinkend.
Dieses Video wurde am 28.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Geschwindigkeit moderner Cyberangriffe hat ein erschreckendes Niveau erreicht. Michael Sentonas, Präsident des Cybersicherheitsunternehmens CrowdStrike, warnt, dass die sogenannte Breakout Time – also die Zeit, die ein Angreifer benötigt, um sich nach dem ersten Einbruch lateral durch ein Netzwerk zu bewegen – mittlerweile auf 20 bis 30 Sekunden gesunken ist. Was einst Stunden dauerte, geschieht heute in einem Augenblick. Die Branche steht vor einer fundamentalen Herausforderung: Angriffe, die mit Maschinengeschwindigkeit ablaufen.
Von Stunden zu Sekunden: Die Entwicklung der Breakout Time
Noch vor wenigen Jahren galt eine Breakout Time von zwei bis drei Stunden als Maßstab für besonders agile Angreifer. CrowdStrike beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit über einem Jahrzehnt intensiv mit diesem Konzept.
Die Entwicklung verlief dabei rasant:
- Vor einigen Jahren: Breakout Time von mehreren Stunden
- Im vergangenen Jahr: Breakout Time von unter einer Minute
- Aktuell: Breakout Time von 20 bis 30 Sekunden
Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark sich das Bedrohungspotenzial in kurzer Zeit verändert hat. Für Verteidiger bedeutet das: Das Zeitfenster, um einen Angriff zu erkennen und einzudämmen, schrumpft kontinuierlich.
Maschinengeschwindigkeit als neue Dimension der Bedrohung
Sentonas beschreibt ein Szenario, das die gesamte Cybersicherheitsbranche beunruhigt: eine Breakout Time von null. Das würde bedeuten, dass Angreifer im selben Moment, in dem sie eine Schwachstelle finden, bereits einen vollständigen Angriff durchführen – vollständig automatisiert und ohne menschliches Zutun.
Dieser Zustand wird als „Angriff mit Maschinengeschwindigkeit” bezeichnet. Künstliche Intelligenz und Automatisierung spielen dabei eine zentrale Rolle. Angreifer nutzen zunehmend dieselben Technologien, die eigentlich zur Effizienzsteigerung entwickelt wurden, um ihre Attacken zu beschleunigen und zu skalieren.
Besonders besorgniserregend ist die Weaponization von Schwachstellen: Während es früher Wochen oder Monate dauerte, eine neu entdeckte Sicherheitslücke in eine Waffe zu verwandeln, geschieht dies heute innerhalb von Minuten bis Stunden.
Was das für Unternehmen und Sicherheitsstrategien bedeutet
Die drastische Verkürzung der Breakout Time stellt klassische Sicherheitskonzepte grundlegend in Frage. Reaktive Ansätze, bei denen Sicherheitsteams auf erkannte Angriffe reagieren, greifen nicht mehr, wenn zwischen Einbruch und vollständiger Kompromittierung nur Sekunden liegen.
Für Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Anforderungen:
- Echtzeit-Erkennung und automatisierte Gegenmaßnahmen werden unverzichtbar
- KI-gestützte Sicherheitslösungen müssen mit der Geschwindigkeit der Angreifer mithalten
- Präventive Strategien gewinnen gegenüber rein reaktiven Ansätzen an Bedeutung
- Regelmäßige Überprüfung und schnelles Patchen von Schwachstellen ist wichtiger denn je
Die laterale Bewegung eines Angreifers im Netzwerk – also das Ausbreiten nach dem initialen Einbruch – ist der entscheidende Moment, den es zu verhindern gilt. Gelingt das nicht in Sekundenbruchteilen, ist ein erheblicher Schaden oft kaum noch abzuwenden.
Ausblick: Das Wettrüsten zwischen Angreifern und Verteidigern
Die Aussagen von Sentonas unterstreichen, dass die Cybersicherheit an einem Wendepunkt steht. Angriffe, die bislang menschliche Planung und Ausführung erforderten, werden zunehmend vollständig automatisiert. Das Wettrüsten zwischen Angreifern und Verteidigern verlagert sich damit auf die Ebene der Algorithmen und Rechenleistung.
Für die gesamte Branche bedeutet das: Wer nicht in der Lage ist, auf KI-basierte Angriffe mit ebenso schnellen, automatisierten Gegenmaßnahmen zu reagieren, wird strukturell im Nachteil sein. Die Frage ist nicht mehr ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern wie schnell es darauf reagieren kann – und ob diese Reaktion schnell genug ist, um ernsthaften Schaden abzuwenden.
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