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Angela Merkel

Angela Merkel: 18 Ehrungen nach der Kanzlerschaft

Seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel bereits 18 Auszeichnungen erhalten. Was steckt hinter der Ordensflut – und was sagt sie über das politische Milieu aus?

Redaktion · 10. October 2026, 13:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 10.10.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft im Dezember 2021 hat Angela Merkel insgesamt 17 Auszeichnungen erhalten – und die 18. ist bereits angekündigt. Im Schnitt alle drei Monate eine Ehrung: Der internationale Mendelssohn-Preis in der Kategorie Europa soll ihr am 1. November im Leipziger Gewandhaus verliehen werden. Die schiere Dichte der Angela Merkel Ehrungen sorgt für wachsende Kritik – nicht nur unter politischen Beobachtern, sondern auch in der breiteren Öffentlichkeit.

Von Verdienstorden bis Ehrendoktorwürde: Die Liste der Auszeichnungen

Die Sammlung an Orden, Medaillen und akademischen Ehrungen ist bemerkenswert umfangreich. Zu den bekanntesten Auszeichnungen gehören das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung, das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihr am 17. April 2023 verlieh. Vor Merkel hatten nur Konrad Adenauer und Helmut Kohl diese besondere Ausführung erhalten – Kohl für seine Verdienste um die deutsche Einheit.

Die vollständige Liste der Ehrungen umfasst unter anderem:

  • Den Orden vom Niederländischen Löwen sowie die Goldene Medaille der Stadt Amsterdam
  • Den Bayerischen Verdienstorden und die Staufermedaille in Gold
  • Den Nansen-Flüchtlingspreis und den Felix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis der UNESCO
  • Ehrendoktorwürden der Universitäten Cambridge, Sciences Po Paris und des Weizmann-Instituts
  • Den Staatspreis Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Verdienstorden

Steinmeier begründete das Großkreuz in besonderer Ausführung mit Merkels 16-jährigem Einsatz für Freiheit, Demokratie und das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie mit ihrem Stil, „der der Sache immer den Vorzug vor der Selbstdarstellung gegeben hat”.

Kritik: Ein politisches Milieu ehrt sich selbst

Kritiker sehen in der Häufigkeit der Ehrungen kein Zeichen wirklicher Verdienste, sondern ein Symptom politischen Klüngels. Der Vorwurf lautet: Ein bestimmtes Milieu aus Ministerpräsidenten, Staatsoberhäuptern und internationalen Funktionären stabilisiere im Nachhinein eine Politik, die in der öffentlichen Bewertung zunehmend umstritten ist.

Namentlich genannt werden dabei Merkels Entscheidungen zum Atomausstieg, zur Energiewende, zur Migrationspolitik in den Jahren ab 2015 sowie zur Nordstream-Pipeline, die Deutschland in Europa isoliert habe. Auch der Vorwurf, die CDU inhaltlich entkernt und zu einer Partei unter 20 Prozent gemacht zu haben, wird in diesem Zusammenhang erhoben.

Die Begründungen der Laudatoren klingen dabei häufig gleichartig: Stärke, Ausdauer und Festhalten an Entscheidungen. Dass Steinmeier als positive Eigenschaft auch Merkels Fähigkeit lobte, Entscheidungen zu korrigieren – konkret den erneuten Atomausstieg nach Fukushima und die zurückgenommene Osterruhe 2021 – wird von Kritikern als Beleg für die Absurdität der Ordensbegründungen angeführt.

Vergleich mit Obama und sowjetischen Traditionen

Manche Kommentatoren ziehen historische Vergleiche. Die Dichte der Auszeichnungen erinnere an die Ordenspraxis sozialistischer Regime, bei denen politische Führungsfiguren unabhängig von tatsächlichen Leistungen mit Medaillen dekoriert wurden. Als westliches Pendant wird die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama kurz nach seinem Amtsantritt angeführt – ein Vorgang, der ebenfalls bis heute kontrovers diskutiert wird.

Als strukturelles Problem gilt darüber hinaus, dass der Bundespräsident, der Merkel das höchste Großkreuz verlieh, sein Amt selbst maßgeblich ihrem politischen Umfeld verdankt. Diese personelle Verflechtung verstärkt den Eindruck einer sich selbst bestätigenden politischen Kaste.

Ausblick: Bundespräsidentin Merkel?

In manchen Kreisen wird bereits spekuliert, ob Angela Merkel nach der nächsten Bundesversammlung als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin ins Gespräch kommen könnte. Aus der Union heißt es zwar, sie sei derzeit nicht ernsthaft im Gespräch – doch formell kann jedes Mitglied der Bundesversammlung auch noch am Tag der Wahl Kandidaturen einbringen.

Unabhängig von dieser Spekulation zeigt die Debatte um die Ordensflut ein grundlegendes Problem: Wenn politische Ehrungen zur Routine werden und die öffentliche Wahrnehmung weit hinter der Selbsteinschätzung eines Milieus zurückbleibt, verlieren solche Auszeichnungen ihre eigentliche Bedeutung. Ob Merkel, Adenauer oder Kohl – der Maßstab für ein Großkreuz in besonderer Ausführung sollte eine weltgeschichtliche Leistung sein, nicht allein 16 Jahre Amtsinhabe.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (NIUS). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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