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Offshore-Windkraft: 23.000 Jobs in Gefahr

Deutschlands Offshore-Windkraft steckt in der Krise: Seit zwei Jahren kein neues Projekt gestartet, bis zu 23.000 Jobs könnten wegfallen. Was läuft falsch?

Redaktion · 15. October 2026, 05:53 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 15.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Deutschlands Offshore-Windkraft steht vor einer handfesten Krise. Seit zwei Jahren ist kein neues Windparkprojekt auf hoher See gestartet worden – dabei sollte der Ausbau ein zentraler Pfeiler der künftigen Stromversorgung sein. Branchenvertreter warnen, dass die Wertschöpfung ähnlich wie einst in der Solarindustrie ins Ausland abwandern könnte. Insgesamt hängen 49.000 Arbeitsplätze am Ausbau der Offshore-Windkraft. Bis zu 23.000 davon könnten innerhalb von vier Jahren wegfallen, wenn sich die Lage nicht verbessert. Das zeigt eine exklusive Analyse im Auftrag des Windverbands BWO.

Stockender Ausbau trotz ambitionierter Ziele

Die politischen Ziele für die Offshore-Windkraft sind ambitioniert: Bis 2030 soll die installierte Leistung von derzeit 10,8 Gigawatt auf fast das Dreifache steigen. Doch die Realität sieht anders aus. Zahlreiche Vorhaben stehen auf der Kippe, neue Projekte werden nicht angestoßen.

Als Ursachen nennt die Branche ein Zusammenspiel ungünstiger Faktoren:

  • Gestiegene Baukosten und hohe Zinsen verteuern Investitionen erheblich
  • Politische Unsicherheit bremst die Investitionsbereitschaft
  • Das bestehende Ausschreibungsdesign schließt potenzielle Investoren aus
  • Entwickler können Windparkflächen, die sie nicht bebauen wollen, nicht zurückgeben

Genau dieser letzte Punkt ist ein zentrales Manko des aktuellen Gesetzesentwurfs zur Novellierung des regulatorischen Rahmens. Interessierte Unternehmen kämen so gar nicht zum Zug – ein strukturelles Problem, das den Ausbau weiter verlangsamt.

Scharfe Kritik an der geplanten Gesetzesnovelle

In einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung kritisieren führende Projektentwickler die geplanten Änderungen scharf. Deutschland könne es sich in seiner gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation nicht leisten, vorhandene Investitionsbereitschaft durch ein ungeeignetes Ausschreibungsdesign ungenutzt zu lassen.

Die Neufassung des Gesetzes bietet grundsätzlich eine Chance, bestehende Fehler im System zu korrigieren und der Branche eine neue Perspektive zu geben. Doch der aktuelle Entwurf schöpft dieses Potenzial nach Ansicht der Industrie bei Weitem nicht aus.

Die Parallele zur Solarindustrie ist für Branchenkenner beunruhigend: Auch dort hat Deutschland durch zögerliche Politik und fehlende Rahmenbedingungen die industrielle Wertschöpfung weitgehend nach Asien verloren. Offshore-Windkraft könnte denselben Weg nehmen.

China-Druck und EU-Gipfel: Europas wirtschaftspolitische Antwort

Parallel zur Offshore-Krise wächst der wirtschaftliche Druck aus China. Neue Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen: Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China dürfte 2026 erstmals auf mehr als 100 Milliarden Euro steigen – rund 90 Milliarden Euro mehr als noch 2019. Während die deutschen Importe aus China um 62 Prozent über dem Niveau von 2019 liegen, sind die deutschen Exporte dorthin um rund 25 Prozent gesunken.

Besonders hart trifft der Wettbewerbsdruck die Automobil- und Elektroindustrie sowie den Maschinenbau. Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Industrie gehen monatlich bis zu 15.000 Jobs in Deutschland verloren. Ökonomen machen gigantische staatliche Subventionen und eine künstlich unterbewertete chinesische Währung für den Preisdruck verantwortlich.

Beim EU-Gipfel in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs nun Abwehrinstrumente gegen chinesische Billigimporte auf den Weg bringen. Die Zeit des Zögerns scheint vorbei – für die deutsche Industrie ist entscheidend, wie schnell die EU dabei vorankommt.

US-Inflation und Immobilienmarkt: Weitere Belastungsfaktoren

Auch aus den USA kommen keine beruhigenden Nachrichten. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent – höher als erwartet. Der Nasdaq 100 verlor daraufhin 2,02 Prozent, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise auf 5,34 Prozent. Kurz vor den Midterm-Wahlen setzt die hartnäckige Inflation US-Präsident Trump unter Druck, der bei seiner Amtsübernahme versprochen hatte, die Lebenshaltungskosten zu senken.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt zeigt sich ein gemischtes Bild: Neuvertragsmieten zogen im dritten Quartal um 3,8 Prozent bei Neubauten und um 10,2 Prozent bei Bestandswohnungen an. In Großstädten wie München und Frankfurt sinken dagegen die Kaufpreise für Neubauten. Bestandsimmobilien legten hingegen um 6,6 Prozent zu – ein Zeichen dafür, dass Erschwinglichkeitsprobleme Käufer aus dem Neubausegment verdrängen.

Die Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft sind vielschichtig: eine stockende Energiewende, wachsender Importdruck aus China, internationale Finanzmarkturbulenzen und ein angespannter Wohnungsmarkt. Ob die aktuellen politischen Weichenstellungen – auf nationaler wie europäischer Ebene – ausreichen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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