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Antisemitismus

Berliner Sondierungen: Linke unter Druck

Bei den Berliner Sondierungsgesprächen sorgt die Linkspartei mit Enteignungsforderungen und neuen Antisemitismusvorwürfen für Spannungen mit SPD und Grünen.

Redaktion · 16. October 2026, 14:15 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Berliner Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und der Linkspartei stehen unter erheblichem Druck. Kurz vor Beginn der jüngsten Gesprächsrunde machte der Linken-Fraktionsvorsitzende Tobias Schulze mit einer offensiven Forderung auf sich aufmerksam: Komme die Linkspartei an die Regierung, solle innerhalb von eineinhalb Jahren ein Gesetz zur Enteignung von Immobilien vorgelegt und durchgesetzt werden. Von dieser Position werde man nicht abrücken. Die Aussage sorgte für Verstimmung — besonders bei der SPD.

Offensive Strategie der Linkspartei als politisches Kalkül

Das ungewöhnliche Vorgehen, während laufender Sondierungen mit einer pointierten politischen Forderung an die Öffentlichkeit zu treten, hat einen strategischen Hintergrund. Aus dem Parteivorstand der Linken gab es demnach Bestrebungen, aus dem Verteidigungsmodus herauszukommen und SPD sowie Grüne unter Zugzwang zu setzen.

Konkret sollte die Offensive dazu dienen, die Partei aus dem Dauerbeschuss durch Antisemitismusvorwürfe zu befreien, indem man das Thema Vergesellschaftung in den Vordergrund rückt. Tobias Schulze selbst stand dabei unter erheblichem Druck aus seinem eigenen Kreisverband Berlin-Mitte, wo es zuletzt Proteste gegen seinen Kurs gegeben hatte.

Neue Antisemitismusvorwürfe konterkarieren den Plan

Das politische Manöver scheiterte jedoch weitgehend an gleichzeitig aufkommenden Ereignissen, die die Partei erneut in die Defensive drängten. Mehrere Entwicklungen überlagerten die Enteignungsdebatte:

  • Linken-Politikerin Vanessa veröffentlichte ein Videostatement, in dem sie bekräftigte, nicht zum Existenzrecht Israels zu stehen, und für eine demokratische Einstaatenlösung eintrat.
  • Der Clanchef von Isa Remo räumte in einem Bild-Interview ein, dass die Verbindungen zum Clan-Milieu deutlicher gewesen seien als bislang angenommen.
  • Linken-Politiker Luigi Pantisano bezeichnete Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auf einer Parteipressekonferenz als „Hitler-Fan” — eine Formulierung, die parteiübergreifend als deutlich zu scharf kritisiert wurde.

Diese Ereignisse machten das strategische Vorhaben, die Antisemitismus-Debatte hinter sich zu lassen, praktisch obsolet.

Sieg vor dem Bundesverfassungsgericht als Lichtblick

Einen echten Erfolg konnte die Linkspartei hingegen vor dem Bundesverfassungsgericht verbuchen. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche muss einen Post des Wirtschaftsministeriums zurückziehen, in dem sie der Linken vorgeworfen hatte, Antisemitismus offen zu leben und damit Juden in Berlin Angst zu machen. Das Gericht gab der Linkspartei recht — ein seltener juristischer Etappensieg in einer langen Reihe von Auseinandersetzungen mit Unionspolitikern.

Gleichzeitig illustriert der Fall die Doppelstrategie der Partei: Einerseits zieht sie gegen zahlreiche Politiker juristisch vor, andererseits sieht sie sich selbst mit Klagen konfrontiert, nachdem eigene Vertreter mit Äußerungen wie dem „Hitler-Fan”-Vorwurf Grenzen des politischen Diskurses ausgetestet haben.

Ausblick: Sondierungen in unsicherem Fahrwasser

Die Koalitionsverhandlungen in Berlin bleiben damit in einem fragilen Zustand. Während die Grünen zumindest in der Vergesellschaftungsfrage als potenziell kompromissbereit gelten, signalisiert die SPD klare Ablehnung gegenüber Enteignungsplänen. Der interne Druck innerhalb der Linkspartei, zwischen Profilschärfung nach außen und Befriedung eigener Flügel zu balancieren, dürfte die Gespräche weiter belasten.

Ob die Sondierungen zu einer tragfähigen Grundlage für eine Koalition führen, bleibt offen. Die Linkspartei steht dabei vor der schwierigen Aufgabe, inhaltliche Glaubwürdigkeit zu wahren, ohne potenzielle Regierungspartner endgültig zu verprellen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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