Thursday, 22. October 2026
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Axel Bojanowski

Erderwärmung: UN-Prognose 2,8 Grad bis 2100

Ein neuer UN-Bericht warnt vor einer Erderwärmung von 2,8 Grad bis 2100. Doch Experten ordnen die Zahlen differenziert ein – und sehen das 45-%-Ziel als unrealistisch.

Redaktion · 22. October 2026, 13:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 22.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Welt steuert auf eine Erderwärmung von 2,8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts zu – das geht aus einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen hervor. Das auf dem Pariser Klimaabkommen basierende 1,5-Grad-Ziel wäre damit deutlich verfehlt. Als einen wesentlichen Grund nennt der UN-Bericht den Rückzug der USA aus dem internationalen Klimaschutz. Selbst bei vollständiger Umsetzung aller bestehenden Klimaziele läge die Erwärmung noch bei 2,1 Grad. Doch wie belastbar sind diese Zahlen – und was steckt hinter der dramatischen Kommunikation der UN?

Was die Prognose von 2,8 Grad wirklich bedeutet

Die Zahl von 2,8 Grad Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau des 19. Jahrhunderts basiert auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. In die Berechnung fließen vor allem zwei Faktoren ein: die CO2-Klimasensitivität – also wie stark das Klimasystem auf Treibhausgase reagiert – sowie projizierte Emissionen in der Zukunft.

Gleichwohl ist der Wert kein festes Ergebnis, sondern ein Orientierungswert mit erheblichen Unsicherheiten. Es besteht eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die tatsächliche Erwärmung geringer ausfallen könnte. Dennoch wären 2,8 Grad global mit gravierenden Folgen verbunden:

  • Häufigere und stärkere Hitzewellen
  • Zunehmende Überschwemmungen durch verstärkte Niederschläge
  • Ausgedehntere Dürren und Waldbrände
  • Weiterer Meeresspiegelanstieg

Verbesserte Prognosen, dramatischere Botschaft

Bemerkenswert ist ein oft übersehener Zusammenhang: Die Erwärmungsprognosen sind seit dem Pariser Abkommen von 2015 tatsächlich gesunken. Damals galt eine Erwärmung von rund vier Grad als wahrscheinlichstes Szenario – heute sind es 2,8 Grad. Das ist eine messbare Verbesserung, auch wenn das Niveau weiterhin besorgniserregend bleibt.

Dennoch klingt die öffentliche Kommunikation der UN zunehmend alarmistischer. Ein Grund dafür liegt im Mediensystem: Nur mit dramatischen Botschaften erreichen Klimaberichte breite Aufmerksamkeit. Hinzu kommt, dass das 1,5-Grad-Ziel mit Sicherheit verfehlt wird – ein Umstand, den viele Klimaforschende bereits bei Verabschiedung des Pariser Abkommens als unrealistisch eingeschätzt hatten. Das Verfehlen dieses Ziels lässt sich nun kommunikativ als Krisensignal nutzen, auch wenn die eigentliche Prognosekurve nach unten zeigt.

45 Prozent weniger Emissionen bis 2035 – ein unrealistisches Ziel

Die UN fordert, die globalen Treibhausgasemissionen bis 2035 um 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2025 zu senken. Nur so sei es theoretisch noch möglich, die Erwärmung langfristig auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch bei realistischer Betrachtung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen käme man lediglich auf eine Reduktion von 11 bis 14 Prozent – weit entfernt von dem geforderten Wert.

Der Grund für diese Lücke liegt in einem fundamentalen Zielkonflikt: Fossile Energieträger wie Kohle sind trotz ihrer Klimaschädlichkeit für viele Länder nach wie vor die günstigste und zugänglichste Energiequelle. Insbesondere Schwellenländer setzen weiterhin massiv auf Kohle, weil wirtschaftlich attraktive Alternativen fehlen. Ein sofortiger Ausstieg aus fossilen Energien ist aus technischer und ökonomischer Sicht nicht möglich – fossile Energie war das Fundament des industriellen Aufstiegs der vergangenen 200 Jahre.

Was es braucht, sind wettbewerbsfähige, erneuerbare Alternativen, die auch für Entwicklungs- und Schwellenländer erschwinglich sind. Solange diese nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind, bleibt das 45-Prozent-Ziel politisch kaum durchsetzbar.

Einordnung: Fortschritt anerkennen, Risiken ernst nehmen

Der neue UN-Bericht ist ein wichtiges Signal – aber er sollte differenziert gelesen werden. Die Klimaforschung hat in den vergangenen Jahren tatsächlich Fortschritte erzielt: Die Prognosen sind präziser geworden, und die schlimmsten Szenarien von vier Grad Erwärmung gelten als weniger wahrscheinlich. Gleichzeitig sind 2,8 Grad – oder selbst 2,1 Grad bei optimaler Klimapolitik – keineswegs ein Freifahrtschein. Die damit verbundenen Umweltrisiken bleiben erheblich.

Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, ob es gelingt, klimafreundliche Technologien so weit zu skalieren und zu verbilligen, dass sie auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zur echten Alternative werden. Ohne diesen Schritt drohen ambitionierte UN-Ziele reine Absichtserklärungen zu bleiben.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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