Tuesday, 22. September 2026
AfD

AfD-Geheimpapier: Annäherung an die Union

Ein AfD-Strategiepapier zielt auf eine Zusammenarbeit mit der Union ab. Was steckt dahinter – und welche Konsequenzen hätte das für die Bundesregierung?

Redaktion · 22. September 2026, 13:00 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 22.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein internes AfD-Strategiepapier sorgt in Berlin für Aufsehen. Das sogenannte Thesen- und Denkpapier richtet sich offenbar gezielt an unionsinterne Skeptiker der großen Koalition mit der SPD – und skizziert, unter welchen inhaltlichen Bedingungen die AfD bereit wäre, eine Minderheitsregierung der Union durch wechselnde Mehrheiten zu stützen. Politikexperten sehen darin einen strategischen Schachzug der Partei, um sich aus der selbst zugeschriebenen Opferrolle zu befreien und Regierungsfähigkeit zu demonstrieren.

Ein Papier als politisches Lockangebot

Das Dokument ist kein offizielles Koalitionsangebot, sondern ein gezielt gestreutes Denkpapier. Es richtet sich an jene Abgeordneten in der CDU/CSU, die von Beginn an mit der Koalition mit der SPD gehadert haben und lieber eine konservativere Regierungspolitik umgesetzt hätten. Diese Gruppe hatte zuletzt immer wieder öffentlich die Idee einer Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten ins Spiel gebracht.

Die AfD-Bundestagsfraktion hat diese Debatte aufmerksam verfolgt und nutzt das Papier nun, um zu signalisieren: Wir sind bereit, in konkreten Sachfragen mitzustimmen. Das ist gleichzeitig ein Versuch, den Vorwurf zu entkräften, die Partei mache sich durch überhöhte Ansprüche selbst koalitionsunfähig.

Inhaltliche Schnittmengen mit der Union

Das AfD-Strategiepapier benennt konkrete Politikfelder, in denen die Partei eine Zusammenarbeit für möglich hält. Dabei setzt sie bewusst auf Themen, die auch in der Union umstritten oder zumindest diskutiert werden:

  • Wiedereinstieg in die Kernenergie: Ein Thema, das in der Union immer wieder aufgegriffen wird und in Teilen der Fraktion auf Zustimmung stößt.
  • Abschaffung des Doppelpasses: Auch hier gibt es in CDU und CSU Befürworter einer restriktiveren Staatsangehörigkeitspolitik.
  • Weitere nicht näher spezifizierte Sachthemen, bei denen die AfD eine Übereinstimmung mit konservativen Unionsabgeordneten vermutet.

Mit diesen Angeboten will die AfD demonstrieren, dass sie in der Lage ist, konstruktiv an Gesetzgebungsverfahren mitzuwirken – und sich gleichzeitig schrittweise als regierungsfähige Kraft zu positionieren.

Strategie hinter dem Denkpapier: Warmup für eine Regierungsbeteiligung

Hinter dem Papier steckt eine langfristige Kalkulation. Durch punktuelle Zustimmung in einer möglichen Minderheitsregierung könnte die AfD sich als verlässlicher Partner in Sachfragen profilieren – und damit den Boden für eine direkte Regierungsbeteiligung bei möglichen Neuwahlen bereiten. Denn genau das ist erklärtes Ziel der Partei.

Aktuelle Umfragen verleihen dieser Perspektive politisches Gewicht: Würde Deutschland derzeit neu wählen, käme die AfD nach mehreren Erhebungen auf so starke Werte, dass die Union rechnerisch in der Juniorrolle wäre. In einem solchen Szenario könnte die AfD sogar den Kanzler – oder die Kanzlerin – stellen. Das ist ein Szenario, das in der Union bei der Bewertung des Papiers zwingend mitgedacht werden muss.

Reaktion und Einordnung

Das Strategiepapier ist noch kein formales Koalitionsangebot und entfaltet zunächst keine unmittelbaren politischen Konsequenzen. Seine eigentliche Wirkung entfaltet es als Signal in Richtung Union – und als Versuch der AfD, das Narrativ zu verändern: weg von der isolierten Oppositionspartei, hin zu einer Kraft, die bereit und willens ist, Verantwortung zu übernehmen.

Ob die Union das Angebot aufgreifen wird, bleibt offen. Die Brandmauer-Debatte innerhalb von CDU und CSU ist damit jedoch neu entfacht. Wie die Fraktionsführung auf das Papier reagiert und ob es in der Koalition mit der SPD für weiteren Sprengstoff sorgt, dürfte die politische Debatte in den kommenden Wochen bestimmen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

RE

Redaktion

Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Schnell, klar und rund um die Uhr aktualisiert.

Kommentar schreiben

Mehr aus Innenpolitik

Alle Beiträge →