Thursday, 15. October 2026
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AfD-Machtkampf in Sachsen-Anhalt: CDU setzt Zeichen

Bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt verlässt die CDU den Saal – um Abweichler zu bremsen. Was hinter der Taktik steckt und welche Rolle AfD und BSW spielen.

Redaktion · 14. October 2026, 14:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 14.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt entwickelt sich zur Bewährungsprobe für gleich mehrere Parteien. Die CDU plant, den Plenarsaal in den ersten Wahlgängen zu verlassen – ein ungewöhnliches Manöver, das vor allem eines zeigt: Das Vertrauen innerhalb der eigenen Fraktion ist erschöpft. AfD-Kandidat Ulrich Siegmund steht im Zentrum des Konflikts, während die AfD und das BSW gemeinsam mit einem Symbolantrag zur Außenpolitik für Aufsehen sorgen.

Warum die CDU den Saal verlässt

Die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt steht vor einem internen Glaubwürdigkeitsproblem. Bereits bei der Landtagspräsidentenwahl hatten alle 15 Abgeordneten schriftlich erklärt, den AfD-Kandidaten nicht zu wählen – doch nicht alle hielten sich daran. Dieses Vertrauensdefizit zwingt die Parteiführung nun zu einem drastischen Schritt: Im ersten Wahlgang sollen die CDU-Abgeordneten geschlossen den Saal verlassen, um eine unkontrollierte Stimmabgabe zu verhindern.

Das Verlassen des Saals wird dabei wahlrechtlich wie eine Enthaltung gewertet und entzieht dem Kandidaten effektiv potenzielle Stimmen aus den eigenen Reihen. Politico-Europe-Redakteurin Pauline von Pzut fasst die Lage prägnant zusammen: „Da traut keiner dem anderen.” Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen offenbart den tiefen Riss innerhalb der CDU-Fraktion.

Wahlrecht im dritten Wahlgang: Die entscheidende Schwelle

Das Wahlverfahren für einen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt sieht gestaffelte Anforderungen vor:

  • Im ersten und zweiten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag erforderlich.
  • Im dritten Wahlgang genügt eine einfache Mehrheit – also mehr Ja- als Nein-Stimmen.
  • Enthaltungen und leere Sitze zählen dabei nicht als Nein-Stimmen und können einem Kandidaten den Einzug sichern.

Genau hier liegt die Brisanz: Wenn das BSW sich im dritten Wahlgang enthält und gleichzeitig CDU-Abgeordnete durch Abwesenheit oder Enthaltung ausfallen, könnte Siegmund trotz formaler CDU-Opposition gewählt werden. Deshalb plant die CDU, im dritten Wahlgang in den Saal zurückzukehren und aktiv mit Nein zu stimmen – auch wenn dies erneut die Frage aufwirft, ob alle Abgeordneten mitziehen.

Siegmund gegen Weidel: Machtkampf in der AfD

Parallel dazu schwelt ein offener Konflikt innerhalb der AfD. Ulrich Siegmund beteuert, nur im ersten Wahlgang zu kandidieren und das Amt nur mit absoluter Mehrheit anzunehmen – eine Haltung, von der er allerdings bereits teilweise abgerückt ist. Alice Weidel sieht das anders und drängt offenbar auf mehr Flexibilität.

Damit steht nicht nur die CDU vor einem Führungsproblem, sondern auch die AfD selbst: Wer setzt sich durch – die Parteiführung in Berlin oder der Kandidat vor Ort? Das Ergebnis dieser internen Auseinandersetzung dürfte die Dynamik der Wahl maßgeblich beeinflussen.

Symbolantrag von AfD und BSW: Außenpolitik im Landtag

Neben dem Wahlpoker haben AfD und BSW gemeinsam einen Antrag in den Landtag Sachsen-Anhalt eingebracht, der eine Aufhebung der Russland-Sanktionen und ein Ende der Ukraine-Hilfen fordert. Inhaltlich ist der Antrag wirkungslos: Er hat keinerlei bundespolitische Bindungskraft und wird spätestens im Bundesrat scheitern.

Sein eigentlicher Zweck ist symbolischer Natur. Beiden Parteien geht es darum, ihre Wählerinnen und Wähler zu bedienen und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Für die AfD ist der Antrag zudem ein Signal an das BSW: Schaut her, wie viel uns verbindet – eine mögliche Einladung zu engerer Zusammenarbeit. Dass Landesparlamente keine Außenpolitik gestalten können, ist dabei beiden Parteien bewusst.

Die Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt ist damit weit mehr als eine regionale Personalie. Sie ist ein Stresstest für die innerparteiliche Disziplin der CDU, ein Machtkampf innerhalb der AfD und ein Schaufenster für das politische Zusammenspiel von AfD und BSW – mit möglichen Auswirkungen auf die Bundespolitik.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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