Airbus Valkyrie: Erste Kampfdrohne Europas im Test
Airbus testet die unbemannte Kampfdrohne Valkyrie erstmals in Europa. Die XQ-58A erreicht 900 km/h und soll ab 2029 neben dem Eurofighter fliegen.
Dieses Video wurde am 15.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine Kampfdrohne ohne Pilot, ohne Startbahn – und erstmals über europäischem Boden: Airbus hat den unbemannten Jet Valkyrie (XQ-58A) in einem historischen Testflug erprobt. Die neun Meter lange Maschine, entwickelt gemeinsam mit dem US-Rüstungskonzern Kratos, schoss von einer Startrampe per Raketenbooster in den Himmel und erreichte dabei Geschwindigkeiten von nahezu 900 km/h – knapp unterhalb der Schallgrenze. Es ist ein Meilenstein für die europäische Verteidigungstechnologie.
Kampfdrohne Valkyrie: Technik und Fähigkeiten
Die Valkyrie ist kein herkömmliches Militärflugzeug. Mit einer Länge von neun Metern und einem auf Raketenboostern basierenden Startsystem kommt sie vollständig ohne klassische Startbahn aus. Der Antrieb ermöglicht einen schnellen, flexiblen Einsatz auch abseits fester Infrastrukturen.
Zu den wichtigsten technischen Merkmalen der Drohne zählen:
- Startrampenabschuss mit Raketenboostern – keine Startbahn erforderlich
- Höchstgeschwindigkeit von rund 900 km/h, nahe der Schallgeschwindigkeit
- Länge von 9 Metern bei kompakter, aerodynamischer Bauweise
- Vollständig unbemannter Betrieb, gesteuert durch digitale Systeme
- Geplante Integration von Künstlicher Intelligenz für autonome Entscheidungen
Die Kombination dieser Eigenschaften macht die Valkyrie zu einem der fortschrittlichsten unbemannten Kampfsysteme, die derzeit in Europa erprobt werden.
Zusammenarbeit mit dem Eurofighter geplant
Das Konzept hinter der Valkyrie geht weit über einen einfachen Drohneneinsatz hinaus. Künftig soll die Maschine mithilfe Künstlicher Intelligenz als sogenannter „Loyal Wingman” – also als treuer Begleiter – zusammen mit bemannten Kampfjets wie dem Eurofighter operieren.
Die Idee: Die Drohne übernimmt besonders gefährliche Aufgaben, etwa den Erstangriff auf feindliche Luftabwehrsysteme oder Aufklärungsmissionen in stark verteidigtem Luftraum. Menschliche Piloten bleiben dabei außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone. Das soll nicht nur die Sicherheit der Besatzungen erhöhen, sondern auch die taktische Flexibilität moderner Luftstreitkräfte deutlich steigern.
Die enge Vernetzung von bemannten und unbemannten Systemen gilt in der Militärluftfahrt als Schlüsseltechnologie der nächsten Dekade.
Premiere in Europa – ein Zeichen für den Rüstungsmarkt
Dass der Testflug erstmals auf europäischem Boden stattfand, hat symbolischen wie strategischen Charakter. Airbus positioniert sich damit als zentraler Akteur in der Entwicklung autonomer Kampfsysteme für europäische Streitkräfte – in einem geopolitischen Umfeld, das verstärkte Verteidigungsinvestitionen fordert.
Das Gemeinschaftsprojekt mit dem amerikanischen Unternehmen Kratos zeigt zudem, wie transatlantische Rüstungskooperationen zunehmend auf den Bereich unbemannter Systeme ausgeweitet werden. Europa erhält so Zugang zu einer Technologie, die in den USA bereits deutlich weiter entwickelt ist.
Die Einsatzbereitschaft der Valkyrie ist für das Jahr 2029 geplant. Bis dahin dürften weitere Testflüge folgen, um die KI-gestützte Interaktion mit bemannten Jets zu verfeinern und die Zuverlässigkeit unter realen Bedingungen nachzuweisen.
Ausblick: Autonome Kriegsführung rückt näher
Der erfolgreiche Erstflug der Valkyrie in Europa markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der militärischen Luftfahrt auf dem Kontinent. Mit der zunehmenden Integration von Künstlicher Intelligenz in Waffensysteme stellen sich jedoch auch grundlegende ethische und rechtliche Fragen: Wie viel Entscheidungsgewalt darf eine Maschine in einem Gefechtskontext übernehmen?
Verteidigungsexperten beobachten die Entwicklung genau. Fest steht: Unbemannte Kampfsysteme wie die Valkyrie werden die Luftkriegsführung in den kommenden Jahren grundlegend verändern – und Europa will bei dieser Entwicklung künftig nicht länger nur Zuschauer sein.
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