Aktien-Alternativen zu KI: Banken, Pharma und Software
Fondsmanagerin Christina Bambach erklärt, welche Aktien-Alternativen zu KI Investoren jetzt im Blick haben sollten – von Banken über Pharma bis Software.
Dieses Video wurde am 16.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Während KI-Aktien und Chip-Werte zuletzt deutlich schwankten, rücken Aktien-Alternativen zu KI verstärkt in den Fokus von Investoren. Fondsmanagerin Christina Bambach empfiehlt einen breiten Blick auf Sektoren, die im aktuellen inflationären Umfeld mit strukturell erhöhten Zinsen besonders profitieren können – darunter Banken, ausgewählte Softwareunternehmen, Pharmawerte und defensive Konsumtitel. Wer sein Portfolio breit aufstellt, findet auch abseits des KI-Hypes attraktive Chancen-Risiko-Profile.
Banken profitieren von höheren Zinsen
Das aktuelle Marktumfeld ist nicht nur ein technologischer Boom, sondern zugleich ein inflationärer Boom – und der kommt Banken zugute. Das Prinzip „Higher for longer”, also ein strukturell erhöhtes Zinsniveau über einen längeren Zeitraum, erlaubt es Geldinstituten, ihre Nettozinsmargen auszuweiten.
Dieser Trend beschränkt sich nicht auf Europa. Als Beispiele aus dem europäischen Raum nennt Bambach UniCredit. Gleichzeitig bieten Märkte wie Brasilien mit den weltweit höchsten Realzinsen interessante Einstiegsmöglichkeiten – etwa über Nu Holdings. Auch Japan befindet sich in einem Zinsanhebungszyklus, wo Bambach die MUFG (Mitsubishi UFJ Financial Group) als attraktiven Wert mit gutem Chancen-Risiko-Profil hervorhebt.
Software als Anti-KI-Trade: ServiceNow und Salesforce
Ein weiterer Investmentansatz ist der sogenannte Anti-KI-Trade im Softwarebereich. Nach dem großen Digitalisierungsschub geriet klassische Unternehmenssoftware durch den KI-Hype ins Hintertreffen – doch die Fundamentaldaten sprechen für eine Neubewertung.
Unternehmen wie ServiceNow und Salesforce weisen zweistelliges Gewinnwachstum auf und sind im Vergleich zu reinen KI-Werten relativ günstig bewertet. Entscheidend ist dabei ein neues Preismodell: Statt Softwarelizenzen pro Mitarbeiter setzt sich zunehmend eine Workflow-Bepreisung durch – abgerechnet wird für erfolgreich abgeschlossene digitale Prozesse, nicht für einzelne Nutzer. Dieses Modell kommt auch Anbietern wie SAP zugute.
Wichtig ist jedoch eine sorgfältige Auswahl: Nicht jedes Softwareunternehmen wird den KI-Wandel überleben. Entscheidend ist die Tiefe der Systemintegration – je tiefer ein Anbieter in die Unternehmensinfrastruktur eingebettet ist, desto schwerer ist er zu ersetzen.
Pharma und Basiskonsumgüter als sicherer Hafen
Für besonders defensiv orientierte Anleger empfiehlt Bambach einen Blick auf den Pharmasektor. Unternehmen wie Roche, Novartis (Schweiz) und AstraZeneca (Großbritannien) zeichnen sich durch stabile Cashflows, aktive Aktienrückkäufe und eine vergleichsweise günstige Bewertung aus.
Pharmawerte gelten als klassische Dividendenkönige und reagieren in Abwärtsphasen deutlich stabiler als wachstumsgetriebene Technologieaktien. In einem Umfeld strukturell steigender Zinsen sind Unternehmen, deren Gewinne stark in der Zukunft liegen, besonders zinssensitiv. Pharmaunternehmen hingegen verdienen ihr Geld überwiegend in der Gegenwart – ein klarer Vorteil.
Ähnliches gilt für Basiskonsumgüter. Bambach verweist auf folgende Beispiele:
- Givaudan (Aromastoffe und Geschmacksstoffe) – mit einem Kurssprung von rund 10 % nach starken Quartalszahlen
- Danone als Joghurt- und Proteinhersteller mit stabiler Nachfrage
- Zulieferer für Verpackungen wie Flaschen und Dosen im Pharma- und Konsumbereich
Diese Unternehmen profitieren vom Prinzip „gegessen, getrunken und gefahren wird immer” – einer zeitlosen Investmentlogik, die gerade in unsicheren Marktphasen an Relevanz gewinnt.
Diversifikation bleibt das entscheidende Prinzip
Das übergeordnete Fazit ist klar: Die Börse bietet auch jenseits des KI-Hypes einen breiten Fächer attraktiver Anlagemöglichkeiten. Banken profitieren vom Zinsumfeld, ausgewählte Softwarekonzerne überzeugen durch solide Fundamentaldaten und neue Preismodelle, während Pharma- und Basiskonsumtitel als defensive Anker in jedem diversifizierten Portfolio dienen können.
Angesichts zunehmender Volatilität bei KI- und Chip-Werten könnte eine breitere Streuung für Anleger in den kommenden Quartalen mehr Stabilität und gleichzeitig solide Renditechancen bieten. Die Bewertungsunterschiede zwischen dem KI-Sektor und diesen klassischen Segmenten bleiben ein zentrales Argument für eine aktive Umschichtung.
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