Angriff auf Kiew: Trumps Rolle in der Horror-Nacht
Russland bombardiert Kiew mit Raketen und Drohnen – 600.000 Menschen ohne Strom. Welche Rolle spielen Trump und Musk beim ukrainischen Abwehrkampf?
Dieses Video wurde am 14.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In der Nacht zum Dienstag hat Russland einen der schwersten Angriffe auf Kiew der jüngsten Zeit geflogen. 39 ballistische Raketen und mehr als 120 Drohnen trafen die ukrainische Hauptstadt und weitere Landesteile. Zivile Wohnhäuser und vor allem Energieinfrastruktur wurden gezielt beschossen. Nach ukrainischen Angaben sind derzeit rund 600.000 Menschen ohne Strom. Unter den Opfern befinden sich auch Kinder. Was diesen Angriff besonders alarmierend macht, sind jedoch nicht nur die Einschläge selbst – sondern die politischen Umstände, die ihn begleiten.
Ausgebliebene Warnungen: Wurden die USA als Druckmittel eingesetzt?
Normalerweise erhalten die ukrainischen Behörden frühzeitig Vorwarnung, wenn russische ballistische Raketen abgefeuert werden. US-amerikanische Systeme detektieren solche Starts und übermitteln die Daten an Kiew, sodass rechtzeitig Luftalarm ausgelöst und die Bevölkerung in Schutzräume geschickt werden kann. Bei den jüngsten Angriffswellen blieben diese Warnungen zumindest teilweise aus.
Ob die USA die Informationsweitergabe aktiv eingestellt haben, ist offiziell unklar. Sowohl der ukrainische Außenminister als auch Donald Trump persönlich dementierten eine bewusste Aussetzung des Austauschs. Doch der Vorwurf ist nicht neu: Bereits 2025, nach dem öffentlichen Eklat zwischen Trump und Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus, sollen die USA Geheimdienstinformationen als Druckmittel zurückgehalten haben.
Starlink-Drosselung: Behindert Musk die ukrainische Drohnenabwehr?
Parallel dazu verdichten sich Berichte aus der Ukraine, dass das Satellitensystem Starlink – beziehungsweise die militärische Variante Star Shield – nicht mehr zuverlässig funktioniert. Konkret soll das System bei Geschwindigkeiten ab 60 bis 160 km/h abschalten. Das klingt nach einer technischen Randnotiz, hat aber weitreichende Konsequenzen:
- Ukrainische Angriffsdrohnen auf russische Stellungen und Logistik sind auf Starlink-Verbindungen angewiesen.
- Auch Abfangdrohnen, die russische Shahed-Drohnen vom Himmel holen sollen, nutzen das System.
- Eine Geschwindigkeitsbegrenzung macht diese Drohnen im Einsatz faktisch unbrauchbar.
Berichte besagen, die Änderung sei ohne Vorankündigung erfolgt. Ein Berater Selenskyjs erklärte öffentlich, das könne kein Zufall sein. Da Elon Musk, dem Starlink gehört, eng mit der Trump-Regierung verbandelt ist und seine Unternehmen teilweise von staatlichen Aufträgen abhängen, liegt die Vermutung nahe, dass die Drosselung politisch angeordnet wurde. Offizielle Stellungnahmen von Musk oder der US-Regierung standen zum Redaktionsschluss noch aus.
Trumps Diesel-Deal und der Druck auf Selenskyj
Den politischen Hintergrund liefert ein Ereignis einige Tage zuvor: Am 9. Oktober kündigte Trump den Kauf von 300.000 Tonnen russischen Diesels an – eine vor allem symbolische Maßnahme, die zeigen soll, dass er die hohen Spritpreise vor den US-Midtermwahlen im November bekämpft. Rechnerisch deckt diese Menge gerade einmal rund 14 Stunden des amerikanischen Dieselverbrauchs.
Das eigentliche Problem: Die Ukraine greift seit Monaten russische Ölraffinerien an und gefährdet damit genau jene Lieferketten, auf die Trump nun setzt. Einen Tag nach der Ankündigung forderte Trump, Selenskyj müsse als Präsident abgelöst werden – weil er mit den Angriffen auf Raffinerien „Probleme mache”. Am darauffolgenden Sonntag rief Trump einen sogenannten Energiewaffenstillstand aus: Die Ukraine solle russische Energieanlagen nicht länger bombardieren.
Kiew signalisierte grundsätzliche Zustimmung – allerdings unter der Bedingung, dass Russland im Gegenzug ukrainische Energieinfrastruktur verschone. Russland ignorierte diese Bedingung und setzte die Angriffe fort, wie die jüngste Horrornacht zeigt.
Knickt die Ukraine ein – oder Trump?
Die zentrale Frage lautet nun: Wie lange hält die Ukraine stand, wenn westliche Unterstützung spürbar gedrosselt wird? Für Kiew ist die Situation ein doppeltes Dilemma. Gibt Selenskyj nach und stoppt die Angriffe auf russische Raffinerien, stärkt das die russische Kriegswirtschaft – denn jeder verkaufte Liter Öl finanziert weitere Raketen. Hält er durch, riskiert er den weiteren Entzug amerikanischer Unterstützung.
Beobachter verweisen darauf, dass Trump in der Vergangenheit angekündigte Drohungen nicht immer durchgehalten hat – im angloamerikanischen politischen Diskurs ironisch als „TACO” (Trump Always Checks Out) bezeichnet. Dass Putin freiwillig auf Angriffe gegen ukrainische Energieanlagen verzichtet, gilt unterdessen als unwahrscheinlichstes Szenario. Klar ist: Die kommenden Tage werden zeigen, ob diplomatischer Druck oder militärische Eskalation die Oberhand gewinnen.
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