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Berliner Enteignungspläne: Verfassungswidrig und wirkungslos?

Koalitionsgespräche zwischen Linke, SPD und Grünen in Berlin: Sind geplante Wohnungsenteignungen verfassungswidrig und lösen sie die Wohnungsnot überhaupt?

Redaktion · 16. October 2026, 15:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Sondierungsgespräche zwischen Linke, SPD und Grünen in Berlin sorgen für hitzige Debatten. Im Mittelpunkt stehen weitreichende Pläne zur Enteignung von Wohnimmobilien, die die Linke möglichst rasch umsetzen will. Kritiker halten das Vorhaben nicht nur für politisch verfehlt, sondern auch für verfassungswidrig — und bezweifeln, dass es die drängenden Probleme auf dem Berliner Wohnungsmarkt tatsächlich lösen kann.

Enteignung Berlin: Was die Linke plant

Die Linke strebt sogenannte Turboenteignungen an — also eine beschleunigte Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände innerhalb der ersten anderthalb Jahre einer möglichen Koalitionsregierung. Grundlage dafür ist ein Rahmengesetz, das die frühere Berliner Koalition bereits im März verabschiedet hatte. Es tritt allerdings erst in zwei Jahren in Kraft und ist lediglich der erste Schritt: Danach wären zahlreiche Anwendungsgesetze erforderlich.

Eine schnelle Marktentlastung ist durch diesen Weg also kaum zu erwarten. Zudem schafft das Modell keinen einzigen neuen Quadratmeter Wohnfläche — es verlagert lediglich Eigentum.

Bund könnte Berlin stoppen — über konkurrierende Gesetzgebung

Parallel zu den Berliner Plänen hat der Bund signalisiert, das Thema Vergesellschaftung auf Bundesebene regeln zu wollen. Über das Instrument der konkurrierenden Gesetzgebung könnte der Bund ein Gesetz erlassen, das Vergesellschaftungen generell untersagt — und damit Berlin die rechtliche Grundlage entziehen.

Allerdings ist auch der Bund in der Pflicht: Der Rückgriff auf konkurrierende Gesetzgebung muss verfassungsrechtlich begründet werden. Es bleibt damit ein Wettrennen zwischen Berliner Landespolitik und Bundesgesetzgebung, dessen Ausgang offen ist.

Bereits das Berliner Vorhaben selbst steht unter starkem verfassungsrechtlichem Vorbehalt. Kritiker sehen in den geplanten Maßnahmen einen Eingriff in das Eigentumsrecht, der einer gerichtlichen Überprüfung kaum standhalten dürfte.

Wohnungsnot in Berlin: Bauen statt enteignen

Unbestritten ist: Die Mieten in Berlin steigen seit Jahren stark. Bezahlbarer Wohnraum ist — vor allem in zentralen Lagen — für viele Menschen kaum noch zugänglich. Aktuelle Zahlen bestätigen den anhaltenden Aufwärtstrend bei den Mieten.

Doch Enteignungen gelten als falsches Mittel, um dieses Problem zu lösen. Die entscheidenden Argumente dagegen im Überblick:

  • Enteignungen schaffen keinen neuen Wohnraum, sondern verschieben nur Eigentumsverhältnisse.
  • Das Modell ist auf 50 Jahre angelegt — eine kurzfristige Entlastung des Marktes ist nicht zu erwarten.
  • Steigende Einwohnerzahlen erfordern vor allem mehr Neubau, nicht Umverteilung des Bestands.
  • Bereits vor 100 Jahren gelang mit den Siedlungen der Berliner Moderne serielles, bezahlbares Bauen im großen Maßstab.
  • Bürokratische Hürden bremsen heute den Wohnungsbau stärker als fehlende Flächen oder Kapital.

Der Befund ist eindeutig: Mehr Neubau — möglichst in serieller Bauweise — wäre das wirksamste Mittel gegen die Wohnungsnot, nicht staatliche Vergesellschaftung.

SPD gespalten — Koalition noch ungewiss

Innerhalb der Berliner SPD ist die Haltung zu Enteignungen alles andere als einheitlich. Während führende Stimmen wie Steffen Krach die Pläne ablehnen, zeigen sich andere Teile der Partei gesprächsbereit. Die SPD hat sich auf die Sondierungsgespräche eingelassen, ohne eine klare Linie zu den Enteignungsforderungen zu vertreten.

Ob die Koalition aus Linke, SPD und Grünen überhaupt zustande kommt, ist weiterhin offen. Und selbst wenn: Die verfassungsrechtlichen, politischen und praktischen Hürden für eine Umsetzung der Enteignungspläne sind erheblich. Entscheidend wird sein, ob der Bund mit einer eigenen Regelung eingreift — und ob die SPD am Ende den Kurs der Linken mitträgt oder eine eigene Position durchsetzt. Der Berliner Wohnungsmarkt braucht Antworten, doch ob Enteignungen diese liefern können, bleibt mehr als fraglich.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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