Marktkapitalisierung: So wird Börsenwert berechnet
Was ist Marktkapitalisierung und wie berechnet man sie? Wir erklären, was der Börsenwert aussagt und warum er für DAX-Aufnahmen entscheidend ist.
Dieses Video wurde am 16.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Marktkapitalisierung – auch Börsenwert oder englisch Market Cap genannt – ist eine der wichtigsten Kennzahlen an der Börse. Sie gibt an, wie viel alle Aktien eines Unternehmens zusammen wert sind, und ermöglicht einen schnellen, fairen Vergleich zwischen verschieden großen Unternehmen. Ob Dax-Konzern oder kleines Wachstumsunternehmen: Der Börsenwert schafft Klarheit darüber, wie schwer ein Unternehmen auf der Börsenwaage wirklich wiegt.
So berechnet sich die Marktkapitalisierung
Die Formel ist denkbar einfach: Die Anzahl aller ausgegebenen Aktien eines Unternehmens wird mit dem aktuellen Börsenkurs multipliziert. Das Ergebnis ist die Marktkapitalisierung.
Ein Beispiel: Hat ein Unternehmen 100 Millionen Aktien im Umlauf und notiert jede Aktie bei 20 Euro, beträgt die Marktkapitalisierung 2 Milliarden Euro. Damit gibt sie den Gesamtwert des sogenannten börsennotierten Eigenkapitals wieder – also genau jenen Anteil am Unternehmen, der an der Börse gehandelt wird.
Wichtig zu verstehen: Der Aktienkurs allein sagt noch nichts über die Größe eines Unternehmens aus. Eine Aktie, die 500 Euro kostet, kann einem kleineren Unternehmen gehören als eine, die nur 5 Euro kostet – entscheidend ist die Gesamtzahl der Aktien.
Marktkapitalisierung als Vergleichsgröße
Der größte Vorteil der Marktkapitalisierung liegt in ihrer Vergleichbarkeit. Anleger und Analysten nutzen sie, um Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Auch für die Aufnahme in einen Börsenindex spielt der Börsenwert eine zentrale Rolle. Im Fall des DAX – dem wichtigsten deutschen Aktienindex – ist die Marktkapitalisierung eines der maßgeblichen Aufnahmekriterien. Je höher der Börsenwert, desto gewichtiger ist ein Unternehmen im Index vertreten.
Bekannte Beispiele für Unternehmen mit sehr hoher Marktkapitalisierung in Deutschland sind Konzerne wie die Deutsche Telekom, SAP oder Siemens.
Large Cap, Mid Cap, Small Cap: Die Größenklassen im Überblick
Je nach Höhe der Marktkapitalisierung werden börsennotierte Unternehmen in verschiedene Größenklassen eingeteilt. Diese Kategorien sind international gebräuchlich und helfen Investoren, das Risiko- und Renditeprofil einer Aktie besser einzuschätzen:
- Large Caps (auch Schwergewichte oder Blue Chips genannt): Unternehmen mit sehr hohem Börsenwert, in Deutschland typischerweise im DAX vertreten.
- Mid Caps: Mittelgroße Unternehmen, in Deutschland häufig im MDAX gelistet.
- Small Caps: Kleinere Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung, in Deutschland oft im SDAX zu finden.
Die Einteilung ist nicht starr und variiert je nach Markt und Betrachtungszeitraum. Generell gelten Large Caps als stabiler und liquider, während Small Caps höhere Wachstumschancen, aber auch größere Kursschwankungen bieten können.
Grenzen des Börsenwerts als Unternehmensmaßstab
So nützlich die Marktkapitalisierung ist, so begrenzt ist ihre Aussagekraft als alleinige Bewertungsgrundlage. Sie spiegelt lediglich wider, was der Markt bereit ist zu zahlen – nicht zwingend den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens mit all seinen Vermögenswerten, Schulden, Maschinen oder Patenten.
Für eine vollständige Unternehmensbewertung ziehen Analysten daher weitere Kennzahlen heran, etwa den Enterprise Value, der auch Schulden und liquide Mittel berücksichtigt, oder klassische Bilanzgrößen wie Umsatz und Gewinn.
Dennoch bleibt die Marktkapitalisierung ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der an der Börse investiert oder Unternehmen miteinander vergleichen möchte. Als erster Orientierungspunkt liefert sie schnell und unkompliziert eine belastbare Einschätzung der Unternehmensgröße.
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