Tuesday, 20. October 2026
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Antisemitismus

Christenverfolgung: Ulf Poschardt warnt vor Islamismus

Ulf Poschardt warnt: Christenverfolgung betrifft 388 Millionen Menschen. Warum Christen und Juden laut ihm gemeinsam gegen Islamismus stehen müssen.

Redaktion · 20. October 2026, 19:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 20.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt hat in einer Gesprächsrunde eindringlich vor den Folgen des Islamismus für Christen und Juden in Deutschland und weltweit gewarnt. Seine These: Wer den Antisemitismus nicht bekämpft, bereitet den Boden für eine breite religiöse Verfolgung – und Christen unterschätzen, dass auch sie auf der Zielliste stehen. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage nach Christenverfolgung als weltweitem Phänomen und die Notwendigkeit eines gemeinsamen Eintretens für religiöse Freiheit.

Antisemitismus als Frühwarnsystem für gesellschaftliche Krankheit

Poschardt knüpft seine Analyse an den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Ihn schockiere bis heute weniger der Angriff selbst als die Reaktion vieler Menschen: Statt über die Hamas wurde sofort über Israel debattiert. Dieses Muster sieht er als Beleg für eine tiefe gesellschaftliche Fehlkalibrierung.

Er zitiert zwei prägende Sätze: Der Verleger Alex Springer-CEO habe formuliert, man solle ihn zeigen, wie antisemitisch eine Gesellschaft sei – dann zeige er, wie krank sie ist. Der Schriftsteller Elie Wiesel verglich das Judentum mit Kanarienvögeln in der Kohlenmine: Sie nehmen toxische Veränderungen zuerst wahr. Drei Monate nach dem 7. Oktober stand Poschardt bei einem Empfang der israelischen Botschaft – und registrierte, wer fehlte: fast alle außer jüdischen Gemeinden und dem Springer-Verlag.

Christenverfolgung weltweit: alarmierende Zahlen

Poschardt konfrontiert sein Publikum mit konkreten Zahlen zur globalen Lage verfolgter Gläubiger:

  • Mehr als 388 Millionen Christen stehen weltweit unter hohem bis extremem Verfolgungs- und Diskriminierungsdruck.
  • In Nigeria werden Christen systematisch getötet – ohne nennenswertes Medienecho im Westen.
  • In Nordkorea sitzen Hunderttausende Christen in Arbeitslagern.
  • Auch in anderen Teilen Afrikas und des Nahen Ostens sind Christen massiver Gewalt ausgesetzt.

Sein Vorwurf: Die westliche Öffentlichkeit und weite Teile der Zivilgesellschaft schweigen dazu. Die Synagoge seines Freundes Sami Scoplo in der Brunnenstraße sei angegriffen worden – Christen seien die Nächsten. „Zuerst gehen sie an die Synagogen, dann sind wir dran”, so Poschardts Kernbotschaft.

Liberale Muslime und Reformer unter Druck

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Bedrohung liberaler Muslime. Poschardt berichtet von seiner Begegnung mit Hamed Abdel-Samad auf der Buchmesse, einem Publizisten, gegen den eine Fatwa ausgesprochen wurde, weil er sich öffentlich vom Propheten Mohammed distanziert hat. Abdel-Samad bewegt sich nur noch mit einem großen Personenschutz-Aufgebot.

Poschardt zieht daraus eine bittere Bilanz: Ausgerechnet Menschen, die innerhalb ihrer Gemeinschaften für Demokratie, individuelle Freiheitsrechte und Liberalität eintreten – darunter auch Gründerinnen liberaler Moscheen –, werden von linksliberalen Milieus als „rechts” oder „islamfeindlich” abgestempelt. Gegen eine liberale Moschee in Berlin hätten sich sogar die Türkei, der Iran und Ägypten mit Fatwas gemeldet; Teile von Grünen, SPD und Linken hätten die Einrichtung als „Fake-Moschee” bezeichnet.

Gemeinsam für Religionsfreiheit – ein Plädoyer für Solidarität

Dem gegenüber steht das Bild, das Jehuda Teichtal, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin, zeichnet: Trotz aller Bedrohungen erlebt die Gemeinde eine positive Entwicklung. Allein in Berlin wurde eine elfte Synagoge eröffnet; der jüdische Campus zählt täglich über 1.000 Besucher. Teichtal erinnert an die Maxime, die er aus seiner Kindheit mitgenommen hat: Wo es dunkel ist, soll man Licht bringen, wo Hass ist, Liebe schenken.

Poschardts Schlussfolgerung ist eine Einladung zur Solidarität über Religionsgrenzen hinweg: Christen, Juden und liberale Muslime müssten nicht hintereinander, sondern nebeneinander für offene Gesellschaften eintreten. Der Hass auf Juden sei erst der Anfang – wer das nicht erkenne, wiederhole die fatale Gleichgültigkeit, die schon in der Geschichte der Verfolgung bekannt sei. Die eigentliche Gefahr bestehe darin, dass die säkulare, westliche Gesellschaft die Ernsthaftigkeit der Bedrohung für alle demokratischen Grundwerte nicht wahrhaben wolle.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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