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Weniger Bürokratie: Christian Sewing über Deutschlands Reformen

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing fordert weniger Bürokratie, flexibleren Kündigungsschutz und mehr Reformtempo – und erklärt, wie KI der deutschen Industrie helfen kann.

Redaktion · 11. October 2026, 12:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 11.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat ein hartes Urteil über den Wirtschaftsstandort Deutschland gefällt. Im Interview fordert er entschlossenen Bürokratieabbau, eine Abkehr von ausufernder Subventionspolitik und mehr Reformtempo – und zieht dabei direkte Parallelen zu seiner eigenen Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, die er nach einer tiefen Krise in die Profitabilität zurückgeführt hat.

Drei Hebel, die Deutschland wieder nach vorne bringen

Sewing sieht die Lage Deutschlands als schwierig, aber nicht hoffnungslos. Er überträgt das Transformationsrezept der Deutschen Bank auf die Volkswirtschaft: Erstens müsse Deutschland klar benennen, wo seine Stärken liegen, und sich konsequent von dem trennen, was nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Zweitens brauche es ein handlungsfähiges Team mit dem Willen, auch schmerzhafte Entscheidungen durchzuhalten. Drittens sei eine klare, ehrliche Kommunikation gegenüber der Bevölkerung unabdingbar.

Konkret nennt Sewing drei Bereiche, in denen Deutschland umsteuern müsse:

  • Bürokratieabbau: Genehmigungsverfahren müssen radikal beschleunigt werden – Sewing schlägt vor, dass nicht beantwortete Anträge nach drei bis vier Monaten automatisch als genehmigt gelten.
  • Subventionspolitik: Der Staat könne nicht dauerhaft für jede Verteuerung einspringen. Als Beispiel nennt er den Tankrabatt, den er für kontraproduktiv hält.
  • Kündigungsschutz: Ausländische Investoren scheuten Deutschland wegen der starren Arbeitsmarktregeln. Die bestehende Lockerung für Besserverdienende sei ein erster Schritt, müsse aber weiter nach unten ausgedehnt werden.

Den Grundgedanken, dass der Staat bei jedem Problem einspringe, bezeichnet Sewing als tiefes Strukturproblem. Er plädiert für eine Rückkehr zu mehr individueller Eigenverantwortung.

Industrielle KI als Wachstumschance für den Standort

Bei aller Kritik sieht Sewing auch erhebliche Wachstumspotenziale – vor allem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie. Deutschland werde die großen KI-Plattformunternehmen aus den USA oder China nicht einholen. Stattdessen solle es sich auf industrielle KI konzentrieren, also die Anwendung von KI-Methoden in der Produktions- und Fertigungswelt.

Deutschen und europäischen Industrieunternehmen – vom Mittelständler bis zum Großkonzern – verfügten über jahrzehntelang aufgebaute Maschinendaten, Automatisierungshistorien und Prozess-Know-how. Dieses Datenpotenzial sei weltweit einzigartig. Als konkretes Beispiel nennt Sewing die Transportbranche: Durch KI-gestützte Auslastungsoptimierung könnten Leerfahrten massiv reduziert und die Fahrzeugauslastung von derzeit 30 bis 40 Prozent auf 60 bis 70 Prozent gesteigert werden.

Voraussetzung sei allerdings, dass auch der regulatorische Rahmen – auch auf europäischer Ebene in Brüssel – mitspiele.

Altersvorsorgedepot: Sewing lobt die Rentenreform

Ausdrückliches Lob findet Sewing für das Altersvorsorgedepot, das die Bundesregierung im Reformpaket vom Sommer verabschiedet hat. Er sieht darin einen echten Paradigmenwechsel: Erstmals werde die kapitalmarktgedeckte Rente in der ersten Säule verankert und das reine Umlagefinanzierungssystem aufgebrochen.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger das Instrument nutzten, könnten sie monatlich einen dreistelligen Betrag zusätzlich an Rente erwirtschaften – und dem Staat stünde das investierte Kapital für langfristige Wachstumsinvestitionen zur Verfügung. Den Vergleich mit dem gescheiterten Riester-Modell weist Sewing scharf zurück: Die neue Reform sei deutlich einfacher, transparenter und ohne die problematische Kapitalgarantie konstruiert.

Zugleich warnt er: Wer das Depot nutzen möchte, sollte sich nicht nur auf eine Beratungsquelle verlassen, mehrere Meinungen einholen und auf breite Risikostreuung achten – am besten über Fonds mit verschiedenen Anlageklassen.

Politische Stabilität als Standortfaktor

Scharf kritisiert Sewing die innenpolitische Lage in Deutschland. Extremistische Wahlergebnisse und Debatten über mögliche Enteignungen – etwa in Berlin – schreckten ausländische Investoren ab. Diese könnten und würden nicht zwischen einzelnen Bundesländern und dem Gesamtstaat differenzieren.

Sewing bezeichnet diese Entwicklung als „brandgefährlich” für den Investitionsstandort und hält die einzige wirksame Antwort darauf für klar: Reformen aus der demokratischen Mitte heraus, die auf Wachstum zielen. Auch die Automobilindustrie, trotz ihrer aktuellen strukturellen Schwierigkeiten, verdiene nach seiner Ansicht Vertrauen statt Abgesang – ähnlich wie die Deutsche Bank 2018 in ihrer tiefsten Krise.

Insgesamt zeichnet Sewing das Bild eines Landes, das reformfähig ist, aber Geschwindigkeit, Klarheit und Mut braucht. Die entscheidende Frage sei nicht, ob Deutschland sich verändern könne – sondern ob der politische Wille zur konsequenten Umsetzung vorhanden sei.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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