DAX-Check: Adidas, SAP und Siemens Energy im Fokus
Beim DAX-Check am 21. Oktober stehen Adidas mit Rekordquartal, SAP vor Zahlenvorlage und Siemens Energy im KI-Sog im Mittelpunkt. Alle Infos im Überblick.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX-Check vom 21. Oktober zeigt ein gemischtes Bild an den deutschen Aktienmärkten: Nach einem freundlichen Vorbörsenverlauf startete der DAX mit einem leichten Minus in den Handelstag und pendelte zuletzt um die Marke von 25.300 Punkten. Kurstreiber bleiben die Technologiewerte, während steigende Anleiherenditen – 3,42 Prozent in Deutschland, 5,13 Prozent in den USA – als Bremsklotz wirken. Im Fokus stehen heute Adidas, Friedrich Vorwerk, LEG Immobilien, Qiagen, SAP und Siemens Energy.
Adidas mit Rekordquartal – Aktie unter Druck
Adidas lieferte das beste Quartal der Unternehmensgeschichte: Der Umsatz kletterte auf 7,25 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBIT) erreichte eine Milliarde Euro. Zollerstattungen in Höhe von 200 Millionen Euro halfen zusätzlich. In der Folge hob der Sportartikelkonzern seine Gewinnprognose von 2,3 auf 2,5 Milliarden Euro an.
Trotz der starken Zahlen reagierte die Aktie mit Abgaben – ein klassisches „Sell the Good News”-Muster. Aus charttechnischer Sicht könnte die Aktie das Ausbruchsniveau bei rund 150 Euro erneut testen, bevor sie wieder Fahrt aufnimmt. Fundamental gilt Adidas auf dem aktuellen Niveau als attraktiv bewertet.
Friedrich Vorwerk: Prognoseanhebung nach starkem Quartal
Auch der Infrastrukturdienstleister Friedrich Vorwerk überraschte positiv: Der Umsatz stieg um 13 Prozent, das operative Ergebnis (EBIT) legte sogar um beeindruckende 58 Prozent zu. Als Gründe nannte das Unternehmen eine niedrigere Materialaufwandsquote sowie einen höheren Anteil an Arbeitsgemeinschaften – Projektkonsortien, bei denen mehrere Firmen gemeinsam tätig sind.
Die Jahresprognose wurde entsprechend angehoben. Charttechnisch gilt es nun, die Marke von 70 Euro nachhaltig zu überwinden. Gelingt das, wäre Luft bis in den Bereich zwischen 78 und 80 Euro vorhanden. Auch hier kam es nach den guten Zahlen zunächst zu Gewinnmitnahmen.
LEG Immobilien: Grand City Properties steigt ein
Für Aufsehen sorgte die Meldung, dass Grand City Properties eine Beteiligung von 20,04 Prozent an LEG Immobilien erworben hat – mit der Option, den Anteil auf bis zu 29,9 Prozent aufzustocken. LEG weist derzeit eine FFO1-Rendite von 13 Prozent aus, was die günstige Bewertung unterstreicht.
Besonders auffällig: Der Netto-Inventarwert (NAV) lag zum Ende des ersten Halbjahres bei 139 Euro je Aktie – der aktuelle Kurs von rund 48 Euro zeigt, welch extreme Risikoabschläge der Markt auf Immobilienwerte einpreist. Für Grand City soll die Beteiligung das operative Ergebnis um rund 30 Prozent steigern.
- Grand City Properties hält 20,04 % an LEG Immobilien
- Aufstockung auf bis zu 29,9 % möglich
- FFO1-Rendite bei LEG: 13 Prozent
- NAV je Aktie: 139 Euro – Kurs weit darunter
- Latenter Verkaufsdruck durch jederzeitige Veräußerbarkeit des Grand-City-Anteils
Die Beteiligung ist aus strategischer Sicht nachvollziehbar, bringt für LEG-Aktionäre aber auch einen gewissen Aktienüberhang mit sich, da Grand City die Papiere jederzeit wieder veräußern kann.
SAP und Siemens Energy: Zahlen und KI-Fantasie
Der mit Abstand wichtigste Termin des Tages ist die nachbörsliche Zahlenvorlage von SAP. Analysten erwarten einen Umsatzanstieg von rund 11 Prozent, ein Wachstum beim Cloud-Umsatz von 25 Prozent sowie ein operatives Ergebnis, das etwa 15 Prozent über dem Vorjahresquartal liegt. Die Bank of America zeigt sich etwas zurückhaltender.
Die SAP-Aktie hat sich von 130 auf rund 200 Euro entwickelt – die Messlatte liegt damit hoch. Gelingt kein überzeugender Ausblick, könnten Zweifel aufkommen, ob der KI-Transformationskurs des Unternehmens trägt. Der nächste charttechnische Widerstand liegt im Bereich von 220 Euro.
Siemens Energy profitierte von der KI-getriebenen Erholung der US-Technologiewerte, bleibt charttechnisch aber noch unterhalb relevanter Widerstände aus dem Sommer. Als Stromversorger für KI-Rechenzentren gilt das Unternehmen als struktureller Profiteur – für einen nachhaltigen Ausbruch wäre der Bereich zwischen 145 und 150 Euro entscheidend. Vorerst ist Geduld gefragt.
Insgesamt bleibt der DAX in einer technischen Bandbreite zwischen 25.000 und 25.800 Punkten. Die Ergebnisse von SAP, Tesla und Meta dürften in den kommenden Handelstagen für neue Impulse sorgen – sowohl für den deutschen Leitindex als auch für die europäischen Technologiewerte insgesamt.
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