Deutsche Wirtschaft 2026: Wachstum trotz Iran-Krise
Die Bundesregierung hebt ihre Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft auf 1,3 % Wachstum an – trotz Iran-Krieg, Energiepreisschock und schwächelnden Exporten.
Dieses Video wurde am 08.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die deutsche Wirtschaft zeigt sich im Jahr 2026 robuster als erwartet: Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose deutlich angehoben und rechnet nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent für das laufende Jahr. Noch im April war die Regierung von lediglich 0,5 Prozent ausgegangen. Trotz des anhaltenden Iran-Krieges, eines globalen Energiepreisschocks und neuer US-Zölle konnte die Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026 auf Erholungskurs gehen.
Bundesregierung hebt Wachstumsprognose deutlich an
Bundeswirtschaftsministerin Reiche erklärte, die deutsche Wirtschaft habe sich im ersten Halbjahr 2026 widerstandsfähiger gezeigt als noch im Frühjahr projiziert. Die geopolitischen Unsicherheiten – darunter die Schließung der Straße von Hormus und der damit verbundene Energiepreisschock – hätten die Erholung nicht aufgehalten.
Die Wachstumsprognosen der Bundesregierung im Überblick:
- 2026: preisbereinigtes BIP-Wachstum von 1,3 Prozent
- 2027: Wachstum von 1,1 Prozent
- 2028: Wachstum von 0,6 Prozent
Die Erholung im ersten Halbjahr wurde maßgeblich durch ein unerwartet starkes Auslandsgeschäft getragen, das die Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft antrieb.
Exportmotor stottert: Rückgang im August
Im Sommer geriet der deutsche Exportmotor allerdings wieder ins Stocken. Die Ausfuhren sanken im August um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat – bereits der zweite monatliche Rückgang in Folge. Schon im Juli waren die Exporte um 0,5 Prozent gefallen, womit eine Serie von fünf aufeinanderfolgenden Anstiegen endete.
Der Rückgang ist vor allem auf eine geringere Nachfrage aus der Europäischen Union und den USA zurückzuführen. Die Exporte in die EU fielen um 0,6 Prozent. Besonders auffällig: Die Ausfuhren in die USA brachen um 6,3 Prozent ein, obwohl die Vereinigten Staaten weiterhin der wichtigste Einzelmarkt für deutsche Waren bleiben. Positiver entwickelte sich hingegen das China-Geschäft, das um 4,7 Prozent zulegte.
Ölpreis unter Druck: Iran-Krieg und Tropensturm treiben Preise
Anhaltende Versorgungsängste trieben den Ölpreis zuletzt um knapp 5 Prozent nach oben. Zwei Faktoren belasten die Märkte gleichzeitig: Die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus erreichten vergangene Woche den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges, während die Zahl der passierenden Schiffe auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten fiel. Zudem steuert ein Tropensturm auf die US-Golfküste zu, weshalb Öl- und Gasproduzenten im Golf von Mexiko rund ein Viertel ihrer Ölproduktion und etwa 16 Prozent der Erdgasproduktion vorübergehend eingestellt haben.
Der steigende Ölpreis belastet auch den DAX, der aktuell rund 1,1 Prozent verliert und unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen ist. Steigende Anleihrenditen verstärken den Druck auf den deutschen Leitindex zusätzlich.
Kapitalmarktstratege: Moderate Zinserhöhungen, KI-Boom als Stütze
Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei JP Morgan, sieht die Lage differenziert. Beim Thema Rohöltransport habe sich trotz der geopolitischen Spannungen eine gewisse Normalisierung eingestellt: Der Transport von Rohöl aus dem Nahen Osten habe sich bereits auf 98 Prozent des Vorkrisenniveaus erholt. Kritischer sei die Lage bei Treibstoffexporten wie Diesel, Benzin und Kerosin, die erst 58 Prozent des Vorkrisenwertes erreicht hätten.
Zur Zinspolitik betont Galler: Der Startpunkt der Zentralbanken sei heute deutlich besser als 2022, da das Zinsniveau bereits relativ hoch und der Arbeitsmarkt moderat sei. Eine dramatische Zinswende sei daher nicht zu erwarten – eher graduelle Anpassungen nach oben.
Als globalen Wachstumstreiber sieht Galler den anhaltenden KI-Boom: Investitionen der großen Technologieunternehmen sollen 2026 die Marke von 750 Milliarden US-Dollar überschreiten, für 2027 ist sogar eine Billion geplant. Das stütze die Unternehmensgewinne – der S&P 500 steuert auf ein Gewinnwachstum von über 30 Prozent zu, der MSCI World auf rund 27 Prozent.
Für die Portfolioausrichtung empfiehlt Galler eine leichte Übergewichtung von Aktien, rät Anlegern jedoch, auch Anleihen wieder stärker in den Blick zu nehmen. US-Treasuries mit einer Rendite von rund 5,4 Prozent und Unternehmensanleihen mit bis zu 6 Prozent Rendite werden als sinnvolle Ergänzung und Absicherung gegen einen möglichen Technologieblasen-Rückschlag gesehen. Die konjunkturelle Erholung Deutschlands bleibt fragil – wie sich Energiepreise und Exportnachfrage im vierten Quartal entwickeln, wird entscheidend sein.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.