Dieses Video wurde am 07.05.2026 von euronews Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die aktuelle Energiekrise zeigt erneut, wie verletzlich Europa durch seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen ist. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, zuständig für Klimaschutz, Netto-null-Ziele und sauberes Wachstum, fordert einen entschlosseneren und radikaleren Kurs beim Umbau des europäischen Energiesystems. Im Interview plädiert er für mehr heimische Energieerzeugung, den Ausbau erneuerbarer Energien, Kernkraft und eine beschleunigte Elektrifizierung – als einzigen nachhaltigen Ausweg aus der Abhängigkeit.
Europas strukturelle Schwäche bei der Energieversorgung
Europa sei ein ressourcenarmer Kontinent, der sich immer wieder an die Gnade internationaler Märkte ausliefere, betont Hoekstra. Die Abhängigkeit von russischem Gas wurde zwar reduziert – doch ersetzt wurde sie durch LNG-Importe aus den USA, Katar und anderen Ländern. Angesichts geopolitischer Spannungen in der Straße von Hormus und globaler Marktturbulenzen sei auch das keine sichere Lösung.
Hoekstra erinnert an frühere Krisen: den Ölschock von 1973, die Krise nach der Iranischen Revolution 1979 und die Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges 2022. Jedes Mal habe Europa reagiert – aber nie radikal genug. „Wir hätten nach jeder Krise mutiger vorangehen müssen”, sagt er. Genau das müsse nun geschehen.
Erneuerbare Energien und Kernkraft als Antwort auf die Krise
Der einzig nachhaltige Ausweg sei ein breiter Energiemix aus heimischer Produktion. Hoekstra nennt konkret:
- Massiver Ausbau von erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft
- Mehr Kernkraft als fester Bestandteil des Energiemixes
- Verstärkte Elektrifizierung von Industrie, Wärme und Mobilität
- Mehr Wärmepumpen in Haushalten und Gebäuden
- Bessere Verbindungsleitungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten
Länder wie Dänemark, Schweden und Finnland hätten vorgemacht, wie schnell der Wandel gelingen kann. Frankreich intensiviere seinen Kurs ebenfalls. Diese Entwicklungen seien vorbildlich und müssten auf EU-Ebene zur Norm werden.
Stromnetze und Ladeinfrastruktur hinken hinterher
Ein zentrales Hindernis bleibt der Zustand der europäischen Stromnetze. Hoekstra räumt ein, dass hier ein „enormes Pensum” vor Europa liege. Die notwendigen Investitionen seien so umfangreich, dass neben öffentlichen Geldern auch privates Kapital – etwa von Pensionsfonds – mobilisiert werden müsse. Zudem brauche es intelligentere Systeme, möglicherweise gestützt auf Künstliche Intelligenz, um Strom effizienter zu verteilen.
Auch bei der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge bestehe Nachholbedarf: Derzeit konzentrieren sich rund drei Viertel aller Ladestationen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Hoekstra sieht darin eine Pflicht für alle Mitgliedstaaten, mehr zu tun – gibt aber Anlass zur Hoffnung: Neue Elektroautos erreichen bereits Reichweiten von 700 bis 800 Kilometern, Tausend Kilometer seien in fünf bis zehn Jahren realistisch. Das werde den Bedarf an flächendeckender Infrastruktur deutlich verändern.
Klimadiplomatie und die Rolle der internationalen Partner
Auf internationaler Ebene setzt Hoekstra auf eine Koalition der Willigen. Beim jüngsten Treffen in Kolumbien, organisiert gemeinsam mit den Niederlanden, versammelten sich ambitionierte Staaten, um die Abkehr von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Da multilaterale Klimakonferenzen wie die COP durch das Konsensprinzip leicht blockiert werden könnten, sei dieser Ansatz eine fruchtbare Alternative.
Enge Partner seien Norwegen, Kanada, Australien, das Vereinigte Königreich sowie Länder Lateinamerikas und des Globalen Südens. Der Erfolg der COP28 in Dubai – mit dem historischen Bekenntnis zur Abkehr von fossilen Brennstoffen, der Verdreifachung erneuerbarer Energien und der Verdopplung der Energieeffizienz – sei nicht zuletzt dem Brückenschlagen zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern zu verdanken. Die USA hingegen hätten sich unter der aktuellen Regierung aus dem Klimadialog zurückgezogen – eine Entwicklung, die Hoekstra als „sehr bedauerlich” bezeichnet, mit der er aber realistisch umgehe.
Die Botschaft des Klimakommissars ist klar: Europa muss die Energiekrise als Weckruf begreifen. Nur wer jetzt entschlossen in heimische, saubere Energie investiert, schützt Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen vor den nächsten geopolitischen Erschütterungen – wann immer sie kommen mögen.
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