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Agrarpolitik

EU-Agrarsubventionen: Bauern warnen vor Höfesterben

Kürzungen bei EU-Agrarsubventionen und offene Grenzen für Billigimporte bedrohen deutsche Bauern. Der Bauernbund Brandenburg schlägt Alarm – und kritisiert Merz scharf.

Redaktion · 16. October 2026, 20:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die geplanten Kürzungen bei den EU-Agrarsubventionen stoßen bei deutschen Landwirten auf massive Kritik. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbund Brandenburg, warnt vor den Folgen einer Politik, die gleichzeitig die Grenzen für billige Agrarimporte öffnet und die Ausgleichszahlungen an heimische Betriebe senkt. Er bezeichnet das Vorgehen von Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen als „unverantwortliche Politik” – mit weitreichenden Konsequenzen für die Ernährungssicherheit in Europa.

EU-Agrarsubventionen: Warum Ausgleichszahlungen existenziell sind

Die Direktzahlungen aus dem EU-Agrarhaushalt sind keine bloßen Fördermittel – sie sind wirtschaftliche Ausgleichsinstrumente. Seit die Europäische Union in den 1990er-Jahren ihren Freihandel deutlich ausgeweitet hat, strömen Agrarprodukte aus Ländern in den EU-Markt, die zu deutlich niedrigeren sozialen und ökologischen Standards produzieren.

Viele dieser Länder sind zudem Agrarüberschussländer, die ihre Waren zu jedem Preis absetzen können. Die Ausgleichszahlungen mildern die Wettbewerbsnachteile für europäische Bauern ab – sie bieten eine finanzielle Grundsicherheit in einem strukturell unfairen Markt.

Jung bringt es auf den Punkt: Lieber wären den Bauern Schutzzölle als Subventionen. Doch solange diese politisch nicht durchsetzbar sind, bleiben die EU-Zahlungen das einzige Gegengewicht zu billigen Importen.

Merz, Mercosur und ukrainisches Getreide: Dreifachdruck auf die Höfe

Die Lage der deutschen Landwirte verschärft sich durch mehrere gleichzeitig wirkende Faktoren:

  • Das geplante Mercosur-Abkommen würde günstiges Rindfleisch aus Brasilien in den EU-Markt bringen – produziert unter fragwürdigen Umwelt- und Arbeitsbedingungen.
  • Unkontrollierter Transit von Billiggetreide aus der Ukraine drückt die Getreidepreise und macht den Ackerbau vielerorts unrentabel.
  • Gleichzeitig soll der EU-Agrarhaushalt weiter gekürzt werden – der Kommissionsvorschlag liegt bereits deutlich unter dem Niveau der vergangenen Förderperiode; Kanzler Merz fordert noch geringere Beiträge.

Für Jung ergibt sich daraus ein widersprüchliches Bild: Mehr Marktöffnung bei gleichzeitig weniger Absicherung. Er zweifelt offen daran, ob den politisch Verantwortlichen „die Gesamtzusammenhänge wirklich bewusst sind”.

Proteste und Politikverdrossenheit: Warum die Bauern schweigen

Noch Anfang 2024 blockierten Traktoren wochenlang das Brandenburger Tor und die Straße des 17. Juni. Heute ist es ruhig – obwohl die wirtschaftliche Lage der Betriebe nach Jungs Einschätzung gravierender ist als damals. Der Grund: Ermüdung und Frustration.

Die damals erkämpfte Beibehaltung der teilweisen Agrardieselrückvergütung sei längst durch massiv gestiegene Kosten für Diesel und Dünger aufgefressen worden. Das Gefühl, mit Demonstrationen wenig zu erreichen, lähmt die Mobilisierung.

Auch Landwirtschaftsminister Alois Rainer steht in der Kritik – nicht wegen aktiver Opposition, sondern wegen Schweigen. Jung attestiert ihm Loyalität gegenüber dem Kanzler, vermisst aber eine klare Stimme für die Interessen der Branche.

Umverteilung statt Streichung: Der Vorschlag des Bauernbunds

Der Bauernbund Brandenburg fordert keine Totalblockade gegen Reformen, sondern eine andere Verteilung der Mittel. Jung kritisiert, dass in Deutschland eine Debatte über die Umverteilung von Agrargeldern kaum stattfindet.

Sein zentrales Argument: Ein Hektar ist nicht gleich ein Hektar. In Brandenburg bewirtschaftet eine australische Agrarholding – an der auch ein japanischer Automobilhersteller beteiligt ist – rund 20.000 Hektar. Überregionale Investoren kontrollieren bereits fast 10 Prozent der brandenburgischen Landwirtschaftsfläche. Würden Subventionen für solche Großinvestoren gestrichen und stattdessen zu bäuerlichen Familienbetrieben umgeleitet, wäre das im Sinne regionaler Strukturen und lokaler Versorgungssicherheit.

Dem stehen jedoch ostdeutsche Agrarminister entgegen, die an der Formel „jeder Hektar gleich” festhalten.

Die Debatte über EU-Agrarsubventionen ist damit weit mehr als eine Haushaltsfrage: Sie entscheidet darüber, ob Europa seine landwirtschaftliche Resilienz langfristig erhalten kann – oder ob ein weiteres Höfesterben die regionale Lebensmittelversorgung dauerhaft schwächt. Wie die Verhandlungen in Brüssel ausgehen und ob die Bundesregierung ihre Position noch korrigiert, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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