Katie Zakaria: Trumps neue Sprecherin unter Druck
Katie Zakaria ist Trumps neue Pressesprecherin – doch ein verschwiegenes Examensfiasko trübt den Start. Was steckt hinter der Personalie?
Dieses Video wurde am 16.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Katie Zakaria ist seit wenigen Tagen die neue Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus – und steht bereits mitten in ihrer ersten handfesten Kontroverse. Trump hatte sie als Anwältin vorgestellt, doch Zakaria musste einräumen, dass sie das Anwaltsexamen nie bestanden hat. Dass sie dieser falschen Darstellung nicht sofort widersprach, wirft Fragen nach Glaubwürdigkeit und Eignung auf – ausgerechnet bei einer Frau, deren Aufgabe es ist, für Transparenz und klare Kommunikation zu sorgen.
Das Examen-Geständnis und seine Folgen
Mehrere Tage lang ließ Zakaria die Behauptung stehen, sie sei Anwältin. Erst auf wiederholten Druck hin räumte sie ein, die Zulassungsprüfung nicht bestanden zu haben. Ihre Erklärung: Sie habe zum Zeitpunkt des Examens geheiratet und sei umgezogen, wollte die Prüfung aber dennoch ablegen – und scheiterte. Einen zweiten Versuch unternahm sie nie.
Erschwerend kam hinzu, dass sie zunächst angab, das Examen während ihrer Zeit in China abgelegt zu haben. Das stellte sich als unzutreffend heraus: Sie hatte ihren Abschluss an der Pepperdine University gemacht und trat dort zur Prüfung an. Diese Häufung von Unklarheiten belastet den Start erheblich.
Für eine Pressesprecherin, die täglich vor Dutzenden kritischer Journalisten aus aller Welt steht und die Positionen des Präsidenten vertreten muss, ist Glaubwürdigkeit das wichtigste Kapital – und genau dieses steht bereits in der ersten Woche auf dem Spiel.
Beruflicher Hintergrund: Lücken und Stationen
Zakarías Lebenslauf ist vergleichsweise dünn für eine der sichtbarsten Kommunikationsrollen der Welt. Ihre wichtigsten beruflichen Stationen im Überblick:
- Kommunikationsberaterin für das Unternehmen, dem Truth Social gehört
- Kurze Tätigkeit im Heimatschutzministerium
- Arbeit im Bereich Transaktionsrecht in China
- Mehrere kurze Fernsehauftritte als Kommentatorin
Vor allem die Fernsehpräsenz dürfte ihr den entscheidenden Vorteil verschafft haben. Berichten zufolge soll Zakaria gezielt in Sendungen aufgetreten sein, von denen sie wusste, dass Trump zuschaute. Das Kalkül ging auf: Der Präsident zeigte sich beeindruckt davon, wie sie im Fernsehen wirkte – eine Eigenschaft, die in Trumps Umfeld erfahrungsgemäß stark gewichtet wird.
Zakaria im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen
Der Vergleich mit ihrer Vorgängerin fällt deutlich aus. Caroline Leavitt, gerade einmal 29 Jahre alt, hatte sich über Monate intensiv vorbereitet: Sie absolvierte stundenlange konfrontative Interviews, stand im sogenannten Spin Room während der Präsidentschaftsdebatten und trat zusätzlich für einen Kongresssitz an – eine Erfahrung, die die Medienresistenz enorm stärkt.
Zakaria hingegen soll nach eigenen Angaben weniger als einen Tag Zeit gehabt haben, um sich auf ihr erstes Briefing vorzubereiten. Dieser Rückstand ist spürbar. Experten weisen jedoch darauf hin, dass holprige Anfänge in dieser Rolle nicht ungewöhnlich sind. Auch Karine Jean-Pierre, Pressesprecherin unter Präsident Biden, wurde zu Beginn heftig kritisiert – und hielt letztlich bis zum Ende der Amtszeit durch.
Der besondere Druck unter Trump
Trumps Pressesprecherin zu sein, gilt als eine der anspruchsvollsten Kommunikationsaufgaben überhaupt. Der Präsident produziert kontinuierlich Nachrichten zu den unterschiedlichsten Themen – von außenpolitischen Konflikten über innenpolitische Auseinandersetzungen bis hin zu kulturellen Debatten. Wer an seinem Podium steht, muss jederzeit zu allem Stellung nehmen und die Positionen des Präsidenten sowohl erklären als auch verteidigen können.
Sean Spicer, der diese Rolle selbst bekleidet hat, soll Zakaria geraten haben, neben der eigentlichen Pressearbeit auch die persönliche Beziehung zum Präsidenten sorgfältig zu pflegen. Direkter Zugang zu Trump sei in dessen Umfeld entscheidend – mehr noch als bei früheren Präsidenten.
Ob Zakaria die nötige Robustheit und Glaubwürdigkeit entwickeln kann, um langfristig in dieser Rolle zu bestehen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Druck im vollbesetzten Presseraum des Weißen Hauses, den erfahrene Korrespondenten als Begegnung mit einem „Rudel hungriger Wölfe” beschreiben, wird nicht nachlassen. Zakaria hat einen schwierigen Start hingelegt – doch die Geschichte zeigt, dass das noch kein Urteil über das Ende sein muss.
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