Dieses Video wurde am 07.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Chipindustrie Europa steckt mitten in einer bemerkenswerten Aufholjagd. Während US-Konzerne wie Nvidia, AMD und Broadcom die Schlagzeilen dominieren, positionieren sich europäische Halbleiterhersteller zunehmend als unverzichtbare Zulieferer im globalen KI-Boom. Infineon, STMicroelectronics, NXP Semiconductors und ASML liefern die Komponenten und Anlagen, ohne die das rasante Wachstum der KI-Rechenzentren schlicht nicht möglich wäre. Der Kegel des Scheinwerferlichts wird breiter – und das lässt sich nun auch in konkreten Zahlen messen.
Infineon gibt den Takt vor
Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon Technologies befindet sich klar im Rallymodus. Die Aktie kratzt an der Marke von 60 Euro – ein Niveau, das seit vielen Jahren nicht mehr erreicht wurde. Die aktuellen Quartalszahlen liefern das Fundament für diese Entwicklung.
Im zweiten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 4 % auf 3,8 Milliarden Euro, der Gewinn legte sogar um 18 % auf 301 Millionen Euro zu. Die operative Marge liegt bei 17,1 % – im aktuellen Umfeld ein solider Wert. Besonders bedeutsam: Infineon hat seine Prognose angehoben und rechnet nun mit einem deutlichen Umsatzwachstum statt lediglich einem moderaten Plus.
Wer sich erinnert, dass die Aktie in der Finanzkrise 2009 bei gerade einmal 34 Cent notierte, erkennt, wie viel Zyklus und wie viel Comeback in diesem Papier stecken.
STMicroelectronics und NXP: Die Europäer in der zweiten Reihe
STMicroelectronics gehört zu den größten Halbleiterkonzernen Europas und ist stark in Microcontrollern, Sensorik und Power-ICs – genau jene Komponenten, die gebraucht werden, wenn KI aus dem Rechenzentrum in Autos, Fabriken und Endgeräte wandert. Die Schweizer stellen für das Rechenzentrumsgeschäft in diesem Jahr Umsätze von deutlich über 500 Millionen Euro in Aussicht, für das Folgejahr könnte die Milliarden-Schwelle fallen. Dabei übersteigt die Nachfrage aktuell das Angebot – der Konzern kann nicht so viel liefern, wie bestellt wird. Die Aktie legte seit Jahresbeginn bereits mehr als 100 % zu.
NXP Semiconductors fokussiert sich auf Automotive, Sicherheit und Edge Processing. Während Nvidia das Training von KI-Modellen dominiert, spielt NXP dort, wo KI tatsächlich eingesetzt wird: in Fahrerassistenzsystemen, Smartphones und industriellen Anwendungen. Auch NXP will den Umsatz im Rechenzentrumsbereich in diesem Jahr auf mindestens 500 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.
Europas Rolle: Energie, Effizienz und Infrastruktur
Europas Position im KI-Boom unterscheidet sich grundlegend von der amerikanischen oder asiatischen. Die hiesigen Konzerne liefern weniger die reinen Recheneinheiten, sondern die Energieversorgung und Effizienzlösungen dahinter. Leistungshalbleiter für Stromversorgung sind mit dem massiven Ausbau der Rechenzentren zu einem neuen Engpass geworden.
Daneben gibt es weitere systemkritische Spezialisten:
- ASML (Niederlande) kontrolliert mit seinen EUV-Lithografieanlagen den entscheidenden Flaschenhals der gesamten Chipproduktion.
- Soitec liefert spezielle Wafer-Substrate für Hochleistungschips.
- Aixtron stellt Anlagen für Verbindungshalbleiter her.
- BE Semiconductor ist stark im Chip-Packaging, einem zunehmend komplexen Fertigungsschritt.
- STMicroelectronics sieht zudem im Satellitengeschäft ein Milliardenpotenzial.
NXP setzt zusätzlich auf Physical AI – also Intelligenz direkt im Gerät statt im Rechenzentrum – und erschließt damit ein Wachstumsfeld jenseits des klassischen KI-Narrativs.
Einordnung: Europa als stiller Profiteur des KI-Superzyklus
Europa baut nicht die spektakulärsten KI-Chips – aber ohne europäische Halbleitertechnologie läuft der globale KI-Maschinenraum nicht. Das Investitionsgeld verteilt sich längst tiefer in die Wertschöpfungskette hinein, und das kommt auch europäischen Unternehmen zugute.
Für Anleger, die nicht auf Einzeltitel setzen wollen, bietet sich ein Blick auf breiter aufgestellte Vehikel an. Der iShares MSCI Europe Information Technology Sector ETF legte im bisherigen Jahresverlauf bereits rund 30 % zu – ein Indiz dafür, dass der Markt die europäische KI-Fantasie zunehmend einpreist. Ob die Rally nachhaltig ist, hängt maßgeblich davon ab, ob die großen Hyperscaler wie Meta oder Microsoft ihre Investitionen in Rechenzentren weiter hochfahren. Sollten diese Ausgaben gedrosselt werden, würden die Auswirkungen unmittelbar bei europäischen Zulieferern spürbar.
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