Feminismus-Debatte: Poschardt lobt Schwesig, von Natusius und Sydney Sweeney
Ulf Poschardt erklärt in der Feminismus-Debatte, welche Frauen ihn begeistern – und warum er akademischen Feminismus für gescheitert hält.
Dieses Video wurde am 18.09.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In einer aktuellen Debatte über Feminismus und weibliche Vorbilder hat Ulf Poschardt, Chefredakteur der BILD, drei Frauen als Beispiele für einen selbstbewussten, modernen Feminismus hervorgehoben: die mecklenburg-vorpommersche Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die CDU-Politikerin Klara von Natusius und die US-Schauspielerin Sydney Sweeney. Seine Kernthese: Die Zukunft sei weiblich – aber nicht im Sinne des akademisch-klagenden Feminismus, sondern eines selbstbewussten, handlungsorientierten Auftretens.
Manuela Schwesig: Spektakulärer Wahlkampf trotz inhaltlicher Kritik
Poschardt macht keinen Hehl daraus, dass er die SPD und ihre Politik für nicht wählbar hält. Dennoch zollt er Manuela Schwesig Respekt für ihren Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig positioniere sich klar als Gegenpol zur AfD und nehme damit den anderen demokratischen Parteien erheblich Stimmen weg.
Die Zahlen sprechen laut Poschardt für sich: Die CDU liege nur noch bei rund 7 Prozent, die Grünen knapp an der 5-Prozent-Hürde. Schwesig führe ihre Partei dabei mit einer Leichtigkeit, die er als „locker-flockig und irre modern” beschreibt – trotz ihrer umstrittenen Klimastiftung und einer Koalition, die wirtschaftspolitisch kaum liefere.
Als Schlüssel zu ihrem Erfolg sieht Poschardt die Fähigkeit, in polarisierten Zeiten klar zu benennen, wofür man steht – anstatt sich in Abgrenzung zu erschöpfen.
Klara von Natusius: Junges Gesicht einer aufgewühlten CDU
Als zweites Beispiel nennt Poschardt Klara von Natusius, Schatzmeisterin der Jungen Union. Ihr Auftritt im ARD-„Bericht aus Berlin” habe bundesweit für Aufsehen gesorgt – obwohl, oder gerade weil, sie schlicht vernünftige Dinge gesagt habe.
Für Poschardt ist das symptomatisch für zwei Phänomene:
- Die politische Debatte ist so aufgeheizt, dass sachliche Aussagen als radikal wahrgenommen werden.
- Es sind vor allem jüngere Politikerinnen und Politiker, die sich trauen, klare Positionen zu vertreten – während ältere Männer aus Vorsicht schweigen.
- Von Natusius schafft es, politische Inhalte in kurzen Social-Media-Formaten verständlich zu transportieren.
- Trotz massiver Kritik – auch von rechter Seite – bleibt sie ihrer Linie treu.
Poschardt kritisiert scharf die Reaktionen auf von Natusius aus beiden politischen Lagern. Besonders bitter: Angesichts der Familiengeschichte der Politikerin, deren Urgroßvater nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurde, seien Vergleiche mit dem Faschismus schlicht absurd.
Sydney Sweeney: Feminismus ohne Entschuldigung
Den dritten Platz in Poschardts persönlicher Wochenbilanz belegt die US-Schauspielerin Sydney Sweeney. Was ihn an ihr fasziniert, sei weniger das Offensichtliche als ihre Haltung: Sweeney stehe zu ihrer Körperlichkeit, interessiere sich ernsthaft für alte Autos und lasse sich von einer woken Interviewerin nicht in die Defensive drängen.
Als eine GQ-Redakteurin sie zu Rassismusvorwürfen rund um eine Jeans-Werbung befragte und eine Distanzierung erwartete, habe Sweeney die Frage mit eisiger Ruhe abgetan: „Wenn ich etwas dazu sagen will, werde ich es sagen.” Kein weiteres Wort.
Für Poschardt verkörpert das einen Feminismus, der sich weder von linken noch von rechten Erwartungen vorschreiben lässt, wie eine Frau auszusehen oder zu sprechen hat.
„Die Zukunft ist weiblich” – aber nicht heulsusig
Poschardt zieht eine klare Linie zwischen zwei Feminismus-Verständnissen. Den akademischen Feminismus, den er als klagend und selbstviktimisierend beschreibt, lehnt er ab. Sein Gegenmodell: Frauen wie Margaret Thatcher, Golda Meir, Georgia Meloni oder die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen – Frauen, die Macht ausüben, ohne sich zu entschuldigen.
Den popkulturellen Ursprung dieses selbstbewussten Feminismus verortet er bei Madonna, die ihre Körperlichkeit als Statement und nicht als Schwäche begriffen habe.
Ob Poschardts Auswahl und sein Feminismus-Begriff einer breiten gesellschaftlichen Diskussion standhalten, bleibt offen. Die Debatte über weibliche Vorbilder in Politik und Popkultur, über Authentizität, Kommunikation und Körperpolitik dürfte damit jedenfalls nicht beendet sein – eher angeheizt.
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