mRNA-Durchbruch: Moderna springt 175 % – wer profitiert?

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Dieses Video wurde am 20.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein historischer mRNA-Durchbruch hat am 20. August 2025 die Börsen elektrisiert: Moderna und Merck meldeten überzeugend positive Phase-3-Daten ihres personalisierten Krebsimpfstoffs mResvia Autogene Cevumeran gegen Hautkrebs. Die Moderna-Aktie schoss daraufhin um rund 175 % nach oben – der beste Tag in der Unternehmensgeschichte. Der Börsenwert stieg an einem einzigen Handelstag von 25 auf 69 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legte der gesamte Biotech-Sektor so stark zu wie zuletzt kurz nach der Finanzkrise 2009. Doch wie nachhaltig ist die Euphorie – und wer sind die wahren Gewinner?

Was die Studie tatsächlich belegt

In der entscheidenden Phase-3-Studie mit Hautkrebspatienten senkte die Kombination aus dem personalisierten mRNA-Impfstoff und Mercks Immuntherapie Keytruda das Rückfallrisiko deutlich stärker als eine Behandlung mit Keytruda allein. Schwere Metastasen in anderen Körperregionen traten ebenfalls seltener auf, und unerwartete Nebenwirkungen wurden keine beobachtet.

Moderna-Chef Stéphane Bancel sprach von einem „außergewöhnlichen Meilenstein” und stellte eine Zulassung für 2027 in Aussicht. Für die Branche ist das Ergebnis aus einem weiteren Grund bedeutsam: Es ist der erste positive Phase-3-Nachweis für eine individualisierte Neoantigenvakzine überhaupt – und der erste Beleg, dass Modernas Boten-RNA-Plattform jenseits von Atemwegserkrankungen funktioniert.

Eine entscheidende Zahl fehlt jedoch noch: Die Hazard Ratio, also das genaue Ausmaß der Risikoreduktion gegenüber der Kontrollgruppe, wurde bislang nicht veröffentlicht. Details werden erst beim Fachkongress ESMO im Herbst erwartet.

Das konkrete Geschäft ist ernüchternder als der Kurssprung

Modernas kommerzielles Bild ist komplexer als der Kursanstieg suggeriert. Denn den Umsatz aus dem Impfstoff vereinnahmt Merck – Moderna erhält lediglich einen Transferpreis, der Gewinn wird zwischen beiden Unternehmen hälftig geteilt. Da jedes Präparat individuell gefertigt wird – Tumorgewebe sequenzieren, bis zu 34 Mutationen per Algorithmus auswählen, sechs Wochen Produktionszeit – dürften die Margen anfangs deutlich unter 50 % liegen. Das Analysehaus Bernstein rechnet im ersten Jahr sogar mit einem Verlust von rund 78 Millionen Dollar aus der Melanom-Indikation.

  • Nur 4 von 24 Analystenempfehlungen lauten auf „Kaufen”
  • 17 Analysten empfehlen „Halten”, 3 „Verkaufen”
  • Das mittlere Kursziel liegt mehr als 50 % unter dem Schlusskurs nach dem Kurssprung
  • Goldman Sachs, RBC, Jefferies und Barclays bekräftigten am selben Tag neutrale Voten

Selbst nach dem Rekordtag notiert Moderna bei rund einem Drittel ihres Pandemiehochs von 485 Dollar.

BioNTech: bittere Parallele und eigene Hoffnungsträger

Für BioNTech-Aktionäre hat der Tag einen bitteren Beigeschmack. Das Mainzer Unternehmen wurde 2008 mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet, mRNA gegen Krebs einzusetzen. Der Beweis, dass das Konzept funktioniert, kommt nun ausgerechnet vom Konkurrenten aus Cambridge, Massachusetts. BioNTechs eigenes Hautkrebsprogramm BNT122 scheiterte im vergangenen Jahr beim metastasierten Melanom, die Darmkrebsstudie wurde auf 2027 verschoben.

Dennoch gibt es Hoffnungsschimmer: BioNTech forscht parallel an BNT327 (auch Pumitamab genannt), einem bispezifischen Antikörper, der perspektivisch in Kombination mit mRNA-Impfstoffen eingesetzt werden könnte. Morgan Stanley hält diesen Wirkstoff für einen potenziell nächsten großen Wurf der Immunonkologie. Drei Phase-3-Auswertungen stehen bis Jahresende an.

Auf der Habenseite steht BioNTechs solide Bilanz: Einem Börsenwert von rund 28 Milliarden Dollar steht eine Kriegskasse von 17 Milliarden Euro gegenüber – plus mehr als 20 klinische Programme. 17 von 22 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, kein einziger rät zum Verkauf.

Einordnung: Zwei gegensätzliche Anleger-Wetten

Der mRNA-Durchbruch stellt Investoren vor eine grundlegende Entscheidung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Profilen.

Wer Moderna bei 174 Dollar kauft, wettet auf drei noch offene Fragen: die tatsächliche Effektstärke laut Hazard Ratio, die Skalierbarkeit der Einzelfertigung und die Übertragbarkeit auf immunologisch schwierigere Tumorarten als das Melanom. Der Kurssprung spiegelt Plattform-Fantasie wider, nicht gesicherte Gewinne.

BioNTech ist der risikoärmere Gegenentwurf – cash-reich, breit aufgestellt, von Analysten klar bevorzugt – doch auch hier ist das mittlere Kursziel von rund 120 Dollar nach dem Anstieg auf 113 Dollar bereits fast erreicht. Der Mittwoch hat gezeigt: Die mRNA-Technologie gegen Krebs funktioniert grundsätzlich. Ob und wann sie in Mainz zum kommerziellen Durchbruch wird, entscheidet sich frühestens im kommenden Jahr.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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