Hantavirus: Virologe bewertet Pandemie-Gefahr

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Dieses Video wurde am 07.05.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs Hondius sind drei Menschen verstorben, darunter eine Deutsche. Eine weitere deutsche Patientin wurde in die Uniklinik Düsseldorf eingeliefert. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Corona-Pandemie – doch Virologe Professor Henrik Streeck, inzwischen CDU-Bundestagsabgeordneter, sieht keine Grundlage für Panik und erklärt, warum das Virus diesmal besser einzuschätzen ist.

Hantavirus: Ein bekanntes Virus mit klarem Übertragungsweg

Anders als zu Beginn der Corona-Pandemie herrscht unter Virologen diesmal weitgehende Einigkeit. Der Grund: Das Hantavirus ist kein neuer Erreger, sondern seit Jahrzehnten gut erforscht. Es existiert in zahlreichen Untergattungen, von denen einige auch in Deutschland heimisch sind.

Der typische Übertragungsweg führt nicht von Mensch zu Mensch, sondern über den Kot und Urin von Nagern – insbesondere der Rötelmaus. Wer im Frühjahr Garagen oder Keller aufräumt und dabei eingetrocknete Ausscheidungen aufwirbelt, kann das Virus einatmen. Genau diese saisonalen Ausbrüche sind in Deutschland regelmäßig bekannt.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt zwar als unüblich, ist aber nicht ausgeschlossen und wurde in der Vergangenheit bereits beschrieben. Beim Ausbruch auf der Hondius deuten mehrere Fälle – darunter eine infizierte Flugbegleiterin – auf eine solche Übertragungskette hin.

Ausbruch auf der Hondius: Kontaktverfolgung als wichtigstes Instrument

Ein entscheidender Vorteil im Fall der Hondius ist die lückenlose Dokumentation der Passagierliste. An Bord befanden sich Menschen aus 23 Nationen, die nun schrittweise in ihre Heimatländer – darunter die Niederlande und Großbritannien – zurückgeflogen werden.

Da namentlich bekannt ist, wer mit wem Kontakt hatte, ist eine gezielte Kontaktpersonennachverfolgung möglich. Streeck bezeichnet dies als „das schärfste Schwert des öffentlichen Gesundheitsdienstes”. Alle betroffenen Personen werden auf Symptome überwacht und bei Bedarf getestet.

  • Inkubationszeit des Hantavirus: je nach Typ 5 bis 60 Tage
  • Symptome reichen von grippalem Infekt bis zu schweren Nieren- und Lungenschäden
  • In Deutschland stehen ausreichend S3-Isolierstationen (Sicherheitsstufe 3) zur Behandlung bereit
  • Die Uniklinik Düsseldorf verfügt über spezialisierte Sonderisolierkapazitäten

Engpässe im deutschen Gesundheitssystem – wie zeitweise während der Corona-Pandemie – erwartet Streeck nicht.

Argentinien als Ursprung: Reisende aus Südamerika kein Grund zur Sorge

Die verstorbenen niederländischen Passagiere waren zuvor in Argentinien gewesen. Dort hat sich die Zahl der Hantavirus-Fälle im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die WHO und argentinische Behörden untersuchen derzeit, ob der dortige Ausbruch vorrangig durch Nager oder durch Mensch-zu-Mensch-Kontakte verursacht wird.

Täglich landen schätzungsweise 300 bis 400 Passagiere aus Argentinien in Deutschland. Streeck hält anlasslose Tests an Flughäfen dennoch für nicht notwendig. Stattdessen setzt er auf erhöhte Vigilanz bei Klinikern und Laboren: Wer mit den typischen Symptomen erscheint und sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, wird automatisch auf Hantavirus getestet.

Lehren aus Corona: Was Deutschland gelernt hat – und was nicht

Der Hantavirus-Ausbruch wirft unweigerlich die Frage auf, ob Deutschland besser auf eine neue Pandemie vorbereitet ist als 2020. Streeck sieht Fortschritte – etwa beim Abwassermonitoring, das inzwischen auch die Verbreitung anderer Schadstoffe erfasst – aber auch klare Defizite.

Als ungelöste Aufgabe nennt er vor allem die gesellschaftliche Resilienz: den sozialen Zusammenhalt in Krisenzeiten zu stärken und Spaltung zu vermeiden, wie sie etwa in der Debatte um Ungeimpfte sichtbar wurde. Eine Enquetekommission des Bundestages, die erst im Herbst 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat, soll entsprechende Lehren ziehen. Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat seinen Bericht mit über 150 Handlungsempfehlungen bereits vorgelegt.

Unterm Strich bleibt die Botschaft des Virologen klar: Das Hantavirus ist kein Anlass zur Panik, aber ein Anlass zur Aufmerksamkeit – besonders für alle, die im Frühjahr Nagetier-Spuren in Garten oder Keller beseitigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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