Dieses Video wurde am 06.05.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Straße von Hormus steht im Mittelpunkt eines gefährlichen geopolitischen Poker-Spiels zwischen den USA und dem Iran. Politikwissenschaftler Professor Dr. Thomas Jäger ordnet die aktuelle Lage nüchtern ein: Während auf diplomatischer Ebene verhandelt wird, kommt es weiterhin zu Zwischenfällen auf See und militärischen Drohgebärden. Ein belastbares Abkommen ist nicht in Sicht – und die USA stehen unter wachsendem innenpolitischem Druck, den Konflikt zu beenden.
Waffenruhe ohne Klarheit – die Lage bleibt fragil
Seit knapp einem Monat gilt offiziell eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Doch wie stabil diese ist, bleibt unklar. US-Außenminister Rubio ließ verlauten, der Krieg sei womöglich bereits beendet – eine Einschätzung, die durch die Realität kaum gedeckt ist.
Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf sowie mutmaßliche Attacken auf die Vereinigten Arabischen Emirate werden von den Konfliktparteien gegenseitig bestritten oder relativiert. Der Iran dementiert seine Beteiligung, die Emirate bestätigen Beschuss. Eine verlässliche Faktenlage fehlt.
Jäger beschreibt die Situation als ein klassisches Nervenspiel: „Jederzeit kann es aufflammen – jederzeit kann aber auch eine Seite sagen, wir hören jetzt damit auf.” Das Ergebnis ist eine gefährliche Pattsituation, in der keine Seite bereit scheint, wirklich nachzugeben.
Atomprogramm: Verhandlungen im Nebel
Eines der zentralen Themen des Konflikts, das iranische Atomprogramm, sorgt weiterhin für Verwirrung. Trump forderte die Entfernung nuklearen Materials aus dem Iran und drohte, notfalls Soldaten zu entsenden. US-Außenminister Rubio hingegen signalisierte Gesprächsbereitschaft über künftige Verhandlungen.
Teheran seinerseits bot an, die Straße von Hormus zu öffnen und Kampfhandlungen einzustellen – als Vorbedingung für spätere Nukleargespräche. Für Jäger wäre dieses Szenario ein politisches Desaster für Washington:
- Keine Einigung über das Atomprogramm
- Keine strukturellen Veränderungen im Iran
- Rückkehr zum Status quo – aber geschwächt
- Trump käme „mit zwei blauen Augen” aus dem Krieg
Das 2015 geschlossene Nuklearabkommen existiert längst nicht mehr, und eine Rückkehr zu einem vergleichbaren Vertrag gilt als unwahrscheinlich.
Trumps innenpolitische Drucklage wächst
Der US-Präsident steht innenpolitisch erheblich unter Druck. Die Zustimmungswerte für den Krieg liegen bei unter 30 Prozent. Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen könnte ein schlecht verhandeltes oder gar kein Abkommen für die Republikaner zur Katastrophe werden.
Auch innerhalb der MAGA-Bewegung wächst der Unmut: Republikaner, die nicht fest zur Bewegung gehören, erwägen bereits, der Wahl fernzubleiben – was den Demokraten deutliche Gewinne bescheren würde. Trump braucht deshalb einen zumindest symbolischen Erfolg, der als Sieg verkauft werden kann.
Den vielfach zitierten Regimewechsel im Iran gibt es indes nicht – auch wenn Trump dies anders darstellt. Jäger urteilt: „Es gibt die Realität und die trumpsche Realität, und die fallen ganz weit auseinander.”
Schlechter als vor dem Krieg – eine ernüchternde Bilanz
Die strategische Bilanz des Konflikts fällt nach Jägers Einschätzung vernichtend aus. In nahezu jeder Hinsicht hat der Krieg das Gegenteil dessen erreicht, was die USA anstrebten:
- Das Regime in Teheran ist stabil geblieben
- Russland und China stehen enger als je zuvor an der Seite des Iran
- Der strategische Wert des Iran für Moskau und Peking ist gestiegen
- Die Zahl der Hinrichtungen im Iran hat zugenommen
- Der sogenannte Carter-Doktrin-Bluff – die Drohung mit militärischer Macht zur Offenhaltung der Meeresstraße – ist gescheitert
Besonders gravierend: Die Straße von Hormus war vor dem Krieg offen, weil die USA seit den 1980er-Jahren mit militärischer Stärke drohten. Diese Abschreckung hat sich nun als unzureichend erwiesen – mit langfristigen Folgen für alle Staaten, die auf die Durchfahrt angewiesen sind.
Die Hoffnungen, durch einen kurzen militärischen Einsatz einen schnellen Regimewechsel herbeizuführen, haben sich als Wunschdenken erwiesen. Ob es am Ende zu einem Abkommen kommt oder nicht – die Ausgangsposition des Westens ist schlechter als vor Kriegsbeginn. Für die Menschen im Iran bedeutet das vor allem: mehr Unterdrückung, mehr Isolation und eine ungewisse Zukunft.
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