Tuesday, 20. October 2026
Börse

KI-Euphorie: Droht eine neue Dotcom-Blase?

Die KI-Euphorie bekommt Kratzer: Nasdaq 100 verliert deutlich. Finfluencerin Edda Vogt erklärt, ob ein Crash droht und was Anleger jetzt tun sollten.

Redaktion · 19. October 2026, 18:48 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 19.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die KI-Euphorie an den Börsen bekommt spürbare Kratzer: Bisherige Börsenlieblinge aus dem Technologiesektor haben zuletzt deutlich nachgegeben, der Nasdaq 100 verlor innerhalb einer Woche knapp fünf Prozent und liegt rund sieben Prozent unter seinem Allzeithoch. Viele Anleger fühlen sich an das Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre erinnert. Finfluencerin Edda Vogt ordnet die Lage ein – und erklärt, warum die Situation heute trotzdem eine andere ist.

Korrektur ja – aber noch kein Crash

Ein Rückgang von sieben Prozent vom Höchststand klingt dramatisch, entspricht börsentechnisch aber noch keiner ernsthaften Korrektur. Als solche gilt erst ein Minus von mindestens 20 Prozent. Vogt betont, dass eine moderate Korrektur sogar gesund sein kann: Sie lässt überbewertete Märkte Luft ablassen und schafft wieder realistischere Bewertungsniveaus.

Wichtig ist die Einordnung: Mediale Begriffe wie „Ausverkauf” oder „Abverkauf” erzeugen Angst, die nicht immer dem tatsächlichen Ausmaß der Marktbewegung entspricht. Wer allein aufgrund von Vermutungen verkauft, muss zweimal richtig liegen – beim Ausstieg und beim Wiedereinstieg. Das gelingt nur den wenigsten Anlegern.

Was diesmal anders ist als bei der Dotcom-Blase

Der entscheidende Unterschied zur Jahrtausendwende liegt in der finanziellen Substanz der heutigen Technologieunternehmen. Zur Zeit der Dotcom-Blase finanzierten viele Start-ups ihre Ideen auf Pump – ohne tragfähiges Geschäftsmodell. Heute sind es etablierte Konzerne mit enormem Cashflow, die Investitionen in künstliche Intelligenz aus eigener Kraft stemmen können.

Ein weiterer Stabilitätsfaktor: In Deutschland existieren inzwischen rund 15 Millionen Sparpläne, überwiegend auf ETFs. Diese laufen auch in fallenden Märkten weiter und sorgen für einen kontinuierlichen Kapitalzufluss. Das verleiht dem Markt eine strukturelle Widerstandskraft, die es im Jahr 2000 so nicht gab.

Dennoch bleibt ein Risiko bestehen:

  • Steigende Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck
  • Höhere Inflationserwartungen treiben die Zinserwartungen nach oben
  • Teurere Schulden können Unternehmen belasten, die noch keine konkreten KI-Einnahmen erzielen
  • Die zehn größten Unternehmen im S&P 500 machen rund 40 Prozent des gesamten Index aus – eine historisch hohe Konzentration

Diese Konzentration bedeutet: Geraten wenige Schwergewichte unter Druck, kann das den Gesamtmarkt stärker belasten als früher.

Was einen echten Crash auslösen könnte

Ein tiefgreifender Kurssturz bei KI-Werten wäre vor allem eine Frage der Erwartungen. Solange Investoren daran glauben, dass die enormen KI-Investitionen sich langfristig auszahlen, bleibt die Nachfrage nach entsprechenden Aktien bestehen. Kippt dieses Vertrauen – etwa weil Gewinne ausbleiben oder Zinsen dauerhaft hoch bleiben –, droht eine Sektorrotation in großem Stil.

Zum Vergleich: Beim Platzen der Dotcom-Blase fiel der Nasdaq innerhalb von drei Jahren um rund 80 Prozent. Eine solche Entwicklung scheibchenweise abzulesen, ist schwer. Geschichte reimt sich, sie wiederholt sich nicht – aber Parallelen sollten Anleger wachsam machen.

Was Anleger jetzt konkret tun sollten

Panikverkäufe sind selten die richtige Antwort. Stattdessen empfiehlt Edda Vogt eine nüchterne Bestandsaufnahme des eigenen Depots:

  • Gewichtung nach Ländern, Sektoren und Einzelwerten überprüfen
  • Klumpenrisiken identifizieren und gegebenenfalls reduzieren
  • Stärker in andere Branchen oder Regionen diversifizieren
  • Prüfen, ob Anleihen angesichts gestiegener Zinsen wieder attraktiv sind
  • Das persönliche Anlageziel klar definieren: kurzfristiger Gewinn oder langfristiger Vermögensaufbau?

Gerade weil der Markt derzeit so komplex ist wie selten zuvor, lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wer langfristig Vermögen aufbaut und breit diversifiziert investiert, muss kurzfristige Schwankungen nicht fürchten – solange er ruhig schlafen kann. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die gigantischen KI-Investitionen tatsächlich in konkrete Produkte und Einnahmen münden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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