Korruptionsvorwürfe gegen Trump: Streit im MAGA-Lager
Korruptionsvorwürfe gegen Trump werden lauter – selbst aus dem eigenen Lager. Memecoins, Dieseldeal und geplante Begnadigungen sorgen für scharfe Kritik.
Dieses Video wurde am 18.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Korruptionsvorwürfe gegen Donald Trump gewinnen an Fahrt – und der Gegenwind kommt zunehmend aus den eigenen Reihen. Frühere Vertraute wie der Moderator Tucker Carlson sowie der rechtsextreme Nationalist Nick Fuentes melden sich öffentlich zu Wort und erheben schwere Anschuldigungen gegen den amtierenden Präsidenten. Im Zentrum stehen mögliche Interessenkonflikte rund ums Weiße Haus, ein umstrittener Dieseldeal und das millionenschwere Memecoins-Geschäft der Trump-Familie.
Dieseldeal und Atlantic-Recherche: Wem nützt die Politik?
Besonders brisant sind Recherchen des Magazins The Atlantic, die einen sogenannten Dieseldeal in den Mittelpunkt rücken. Demnach soll das Geschäft nicht zum Wohl der amerikanischen Bevölkerung ausgehandelt worden sein, sondern um Personen aus dem persönlichen Umfeld Trumps wirtschaftlich zu begünstigen.
Trump selbst bezeichnete das Abkommen als „einen Deal für die Welt”. Kritiker sehen darin jedoch ein Muster: Die Politik des Weißen Hauses diene primär dem finanziellen Vorteil der sogenannten Trump-Familie und ihres Netzwerks – nicht dem Gemeinwohl.
Tucker Carlson, einst enger Verbündeter Trumps, brachte es auf den Punkt: „Sie werden ihn wegen Korruption dran kriegen.” Der Generalverdacht, den viele Beobachter teilen: Die Trump-Entourage stopfe sich die Taschen voll und verknüpfe politische Entscheidungen mit privaten Geschäftsinteressen.
Trump-Memecoins: Einladungen gegen Coin-Käufe
Ein weiterer Schauplatz der Kritik ist das Trump-Memecoin-System. Am 22. November lädt Trump erneut zu einer exklusiven Veranstaltung – diesmal mit drei noch unbekannten Stargästen. Der Zugang ist an den Kauf von Kryptowährung geknüpft:
- Die 185 Inhaber mit den meisten Trump-Coins erhalten eine Einladung zur Veranstaltung.
- Die Top 29 dürfen zusätzlich an einer exklusiven Trump Reception teilnehmen.
- Die vier größten Coin-Halter bekommen außerdem eine goldene Uhr.
- Käufe bis zum 12. November zählen für die Rangliste.
Kritiker sprechen von einer Einladung an zwielichtige Geschäftemacher. Tatsächlich ist das finanzielle Ergebnis für Investoren verheerend: Der Dollar Trump Coin verlor seit Trumps Amtseinführung rund 97,5 Prozent seines Wertes und fiel von über 75 US-Dollar auf nahezu null. Trump selbst soll derweil über 600 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren aus dem Coin-Geschäft kassiert haben.
Nick Fuentes und der Vergleich mit Watergate
Dass ausgerechnet der rechtsextreme Nationalist Nick Fuentes nun zu den schärfsten Kritikern Trumps zählt, ist bemerkenswert. Fuentes, den Trump noch 2022 zu einem Dinner in seinem Anwesen Mar-a-Lago empfangen hatte, prophezeit: „2027 wird Watergate zu einem Witz machen.”
Die Aussage illustriert die Tiefe der Zerwürfnisse im MAGA-Lager. Selbst jene, die einst zur innersten Gefolgschaft des Präsidenten gehörten, zweifeln öffentlich an seiner Integrität – oder nutzen die Gelegenheit, um eigene Positionen zu profilieren.
Begnadigungen als Schutzschild für das Umfeld
Angesichts der wachsenden Vorwürfe deutet Trump an, sein engeres Umfeld vorsorglich zu begnadigen. Er wolle nicht, dass Menschen, die für ihn arbeiten, „jahrelang mit Blödsinn traktiert werden”, so der Präsident.
Für Kritiker ist das eine klare Botschaft: Eine präventive Begnadigung von Mitarbeitern und Vertrauten käme einem Freibrief für zwielichtige Geschäfte im Amt gleich – und würde die Justiz de facto aushebeln, bevor sie überhaupt ermitteln kann.
Ob die Vorwürfe rund um Dieseldeal, Kryptowährungen und Interessenkonflikte politische oder rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, bleibt offen. Sicher ist: Der Druck auf Trump wächst – und diesmal kommt er nicht nur von politischen Gegnern, sondern aus dem Herzen seines eigenen Lagers.
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