Dieses Video wurde am 19.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Kalifornien hat ein historischer Meta-Prozess begonnen, der den Konzern um Gründer Mark Zuckerberg Milliarden kosten könnte. Mehrere US-Bundesstaaten haben eine Sammelklage eingereicht, in der sie Meta vorwerfen, Kinder und Jugendliche über Plattformen wie Instagram und Facebook absichtlich abhängig gemacht und psychisch geschädigt zu haben. Im Raum steht eine Entschädigungssumme von bis zu 200 Milliarden US-Dollar. Meta weist alle Vorwürfe entschieden zurück.
Vorwürfe: Bewusste Abhängigkeit und psychische Schäden
Die klagenden Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten argumentieren, dass Meta gezielt Mechanismen in seine Plattformen eingebaut habe, um junge Nutzerinnen und Nutzer dauerhaft zu binden. Algorithmen, Benachrichtigungen und die Gestaltung der Benutzeroberflächen seien darauf ausgerichtet gewesen, eine suchtartige Nutzung zu fördern – und das auf Kosten der psychischen Gesundheit Minderjähriger.
Besonders im Fokus steht dabei Instagram, das vor allem bei Teenagern äußerst beliebt ist. Studien und interne Dokumente hatten in der Vergangenheit bereits Hinweise darauf geliefert, dass Meta über mögliche Risiken für das Wohlbefinden junger Nutzer informiert war.
Die zentrale juristische Frage lautet daher: Wusste Meta von diesen Gesundheitsrisiken – und hat der Konzern dieses Wissen bewusst verschwiegen, anstatt zu handeln?
Bis zu 200 Milliarden Dollar Entschädigung möglich
Die Dimension des Verfahrens ist beispiellos. Die Kläger fordern, dass jedem betroffenen Kind eine individuelle Entschädigung zugesprochen wird. Addiert man die Ansprüche aller potenziell geschädigten Minderjährigen, ergibt sich eine Gesamtsumme von bis zu 200 Milliarden Dollar.
Das Verfahren gilt als eines der größten Sammelklagen gegen einen Tech-Konzern in der Geschichte der USA. Für Meta hätte ein negatives Urteil nicht nur finanzielle, sondern auch weitreichende regulatorische Konsequenzen.
- Klagende Parteien: Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten
- Beklagter Konzern: Meta Platforms (Instagram, Facebook)
- Vorwurf: Vorsätzliche Abhängigmachung und psychische Schädigung Minderjähriger
- Mögliche Entschädigungssumme: bis zu 200 Milliarden US-Dollar
- Verhandlungsort: Kalifornien
Meta bestreitet alle Vorwürfe
Meta bestreitet alle Vorwürfe
Der Konzern weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Meta betont, erheblich in Jugendschutzmaßnahmen investiert zu haben und die Sicherheit junger Nutzerinnen und Nutzer ernst zu nehmen. Konkrete Schutzfunktionen wie Altersverifizierung, eingeschränkte Nutzungszeiten und elterliche Kontrollmöglichkeiten würden kontinuierlich ausgebaut.
Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Vorwurf der vorsätzlichen Schädigung zu entkräften, wird nun das Gericht in Kalifornien beurteilen müssen. Entscheidend wird sein, was interne Dokumente über den Wissensstand des Unternehmens aussagen.
Einordnung: Wegweisendes Verfahren für die Tech-Branche
Der Prozess gegen Meta könnte weit über den Einzelfall hinaus Signalwirkung entfalten. Andere große Plattformen wie TikTok, YouTube oder Snapchat stehen ebenfalls unter wachsendem gesellschaftlichen und politischen Druck, die Auswirkungen ihrer Produkte auf Minderjährige transparenter zu machen und zu begrenzen.
Sollten die Kläger erfolgreich sein, dürfte das den Druck auf den gesamten Social-Media-Sektor massiv erhöhen – und möglicherweise eine neue Ära der gesetzlichen Regulierung digitaler Plattformen einläuten. Der Ausgang des Mammutprozesses in Kalifornien wird deshalb weit über die USA hinaus mit großer Spannung verfolgt.
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