Tuesday, 20. October 2026
Adobe

Photoshop-Klon: Kostenlose Adobe-Alternative

Ein frustrierter Adobe-Kunde hat einen kostenlosen Photoshop-Klon namens Photraft entwickelt – mit KI-Unterstützung. Was steckt dahinter und ist es legal?

Redaktion · 19. October 2026, 17:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 19.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein einzelner Programmierer aus Atlanta hat Adobe das Fürchten gelehrt: Brandon Thomas hat mit Hilfe von KI-Tools große Teile der Adobe-Software nachgebaut und stellt seinen Photoshop-Klon namens Photraft kostenlos zur Verfügung. Auslöser war persönlicher Frust – Adobe hatte ihm nach eigenen Angaben mehrfach unberechtigte Kündigungsgebühren berechnet. Was als privater Racheakt begann, wirft nun grundlegende Fragen über die Zukunft der Softwarebranche auf.

Photraft: Der Photoshop-Klon ohne Abo und Gebühren

Photraft bewirbt sich mit einem klaren Versprechen: keine Abonnementkosten, keine versteckten Kündigungsgebühren. Genau jene Praktiken, die Thomas so sehr an Adobe störten, sollen bei seinem Produkt ausgeschlossen sein. Der Programmierer schilderte seinen Unmut öffentlich auf Reddit und erklärte, wie er daraufhin beschloss, die Software des Konzerns funktional nachzubauen.

Technisch basiert das Projekt auf sogenanntem Reverse Engineering: Dabei wird ein fertiges Softwareprodukt analysiert, um seine Funktionsweise zu verstehen und anschließend eigenständig nachzuimplementieren. Thomas betont ausdrücklich, dass Photraft das Verhalten von Photoshop lediglich emuliere – der originale Quellcode wurde nicht kopiert.

KI als Game-Changer für Softwareentwicklung

Besonders bemerkenswert ist, wie schnell Thomas sein Projekt realisieren konnte. Was früher ganze Entwicklerteams über viele Monate beschäftigt hätte, schaffte ein einzelner Programmierer mithilfe moderner KI-Tools wie Claude Code oder OpenAI Codex in wenigen Wochen.

Das zeigt eine tiefgreifende Verschiebung in der Softwarebranche:

  • Einzelpersonen können mit KI-Unterstützung komplexe Anwendungen in kürzester Zeit entwickeln.
  • Der Aufwand für Reverse Engineering sinkt drastisch.
  • Etablierte Softwarekonzerne sehen sich mit neuer, unerwarteter Konkurrenz konfrontiert.
  • Die Einstiegshürde für Open-Source-Alternativen zu kommerzieller Software fällt deutlich.

Für große Anbieter wie Adobe bedeutet das: Ihr Geschäftsmodell, das stark auf monatlichen Abonnements basiert, könnte durch KI-gestützte Klone langfristig unter Druck geraten.

Noch nicht reif für den professionellen Einsatz

Trotz des beeindruckenden Ansatzes zeigt Photraft in der Praxis noch deutliche Schwächen. Bei einem Test des Fachmagazins Heise traten Probleme mit der Farbdarstellung, der Bildverarbeitung und gelegentliche Programmabstürze auf. Das Fazit der Tester fiel entsprechend ernüchternd aus: Für den professionellen Einsatz sei die Software derzeit noch nicht geeignet.

Damit bleibt Photraft vorerst eine interessante Alternative für Gelegenheitsnutzer oder technikaffine Anwender, die bereit sind, Kompromisse bei Stabilität und Funktionsumfang einzugehen. Für Grafikprofis, die auf präzise Farbkorrektheit und zuverlässige Performance angewiesen sind, führt vorerst kein Weg an der Adobe Creative Cloud vorbei.

Rechtliche Grauzone: Erlaubt oder nicht?

Die juristische Einordnung des Projekts ist komplex. Eindeutig verboten ist das direkte Kopieren von Quellcode – das steht außer Frage. Anders sieht es jedoch aus, wenn lediglich Funktionen nachgebaut werden, ohne den Originalcode zu verwenden. In diesem Fall bewegt man sich in einer rechtlichen Grauzone, die bislang nicht abschließend geklärt ist.

Thomas selbst positioniert sich bewusst auf der sicheren Seite dieser Grauzone, indem er betont, sein Produkt emuliere nur das Verhalten von Photoshop. Auf eine Presseanfrage reagierte er allerdings nicht. Adobe teilte mit, sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht öffentlich zu dem Fall äußern zu wollen.

Der Fall Thomas zeigt exemplarisch, wie KI-gestützte Entwicklung die Spielregeln der Softwarebranche neu schreiben könnte. Sollten Klone wie Photraft künftig ausgereifter und stabiler werden, stehen etablierte Anbieter vor der Frage, wie sie ihr Geschäftsmodell langfristig verteidigen wollen – und ob Abo-Gebühren und Kündigungskosten dabei wirklich die richtige Strategie sind.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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