Polarlichter über Deutschland: Spektakel am Nachthimmel
Polarlichter in Pink, Violett, Rot und Grün leuchteten über Deutschland. Besonders beeindruckende Aufnahmen kamen von Rügen, Brandenburg und dem Erzgebirge.
Dieses Video wurde am 11.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Polarlichter über Deutschland haben in der Nacht auf den 11. Oktober 2026 für außergewöhnliche Bilder gesorgt. In weiten Teilen des Landes erleuchteten farbenfrohe Lichterscheinungen in Pink, Violett, Rot und Grün den Nachthimmel und versetzten Beobachterinnen und Beobachter in Staunen. Von der Ostseeküste bis ins Mittelgebirge bot sich Nachtschwärmern ein seltenes Naturschauspiel.
Polarlichter begeistern von Rügen bis ins Erzgebirge
Besonders atemberaubende Aufnahmen entstanden in Mecklenburg-Vorpommern, wo Fotografen und Hobbyastronomen die Lichtbögen über der Insel Rügen festhielten. Die Küstenlage und der geringe Lichtsmog der Region machten die Erscheinung besonders eindrucksvoll sichtbar.
Doch das Phänomen beschränkte sich nicht auf den Norden Deutschlands. Auch in Brandenburg, in Nordrhein-Westfalen und im Erzgebirge konnten Menschen die bunten Lichter mit bloßem Auge beobachten. Die geografische Streuung der Sichtungen zeigt, wie weiträumig das Ereignis diesmal ausfiel.
Wie entstehen Polarlichter?
Polarlichter – wissenschaftlich Auroren genannt – entstehen, wenn geladene Teilchen aus dem Sonnenwind auf die Erdatmosphäre treffen. Dort kollidieren sie mit Gasmolekülen in großer Höhe und regen diese zur Lichtemission an. Je nach beteiligtem Gas und Höhe der Kollision entstehen unterschiedliche Farben:
- Grün: die häufigste Farbe, entsteht durch Sauerstoff in etwa 100 km Höhe
- Rot: ebenfalls Sauerstoff, aber in größeren Höhen ab 200 km
- Violett und Pink: entstehen durch Stickstoffmoleküle in tieferen Atmosphärenschichten
Damit Polarlichter so weit südlich wie Deutschland sichtbar werden, ist in der Regel eine besonders starke geomagnetische Aktivität erforderlich – ausgelöst durch intensive Sonneneruptionen, sogenannte koronale Massenauswürfe.
Seltenes Naturschauspiel auch in mittleren Breiten
Normalerweise sind Polarlichter in Mitteleuropa selten zu sehen, da die Aurorzone typischerweise in polaren Regionen wie Skandinavien, Island oder Alaska liegt. Ereignisse, die eine Sichtbarkeit bis nach Deutschland ermöglichen, treten nur bei besonders hoher geomagnetischer Aktivität auf.
In den vergangenen Jahren häufen sich solche Ereignisse, was Expertinnen und Experten auf das aktuelle solare Maximum zurückführen. Die Sonne durchläuft einen etwa elfjährigen Aktivitätszyklus – in der Nähe des Maximums ist die Häufigkeit und Intensität von Sonnenstürmen deutlich erhöht.
Für Hobbyastronomen und Naturfotografen bedeutet das: Die Chancen, ein solches Spektakel zu erleben, stehen derzeit günstig. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte Benachrichtigungs-Apps für geomagnetische Aktivität nutzen und dunkle Orte mit freiem Blick nach Norden aufsuchen.
Reaktionen und beeindruckende Aufnahmen
In sozialen Netzwerken teilten zahlreiche Menschen ihre Fotos und Videos der Polarlicht-Nacht. Die Bilder zeigen leuchtende Vorhänge und Bögen in intensiven Farben über Landschaften, Küstenlinien und Stadträndern. Das gemeinschaftliche Erleben des Naturschauspiels löste in Deutschland eine Welle der Begeisterung aus.
Solche Ereignisse verdeutlichen eindrucksvoll, wie eng Erde und Sonne miteinander verbunden sind – und dass spektakuläre Naturphänomene nicht immer eine weite Reise erfordern. Angesichts der anhaltend hohen solaren Aktivität könnte das nächste Polarlicht-Ereignis über Deutschland bereits in wenigen Wochen oder Monaten bevorstehen.
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