Saturday, 17. October 2026
Mittelstand

Reinhold Würth: Vom Schraubenhändler zum Milliardär

Reinhold Würth erklärt, wie er mit 19 Jahren ein Kleinstunternehmen übernahm und daraus einen Weltkonzern formte. Was sein Erfolgsrezept bis heute ausmacht.

Redaktion · 16. October 2026, 18:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Reinhold Würth, der sogenannte Schraubenkönig, gehört zu den bemerkenswertesten Unternehmerpersönlichkeiten Europas. Mit 19 Jahren übernahm er den Handelsbetrieb seines verstorbenen Vaters – ein Kleinstunternehmen mit wenigen Mitarbeitenden. Heute beschäftigt die Würth-Gruppe über 86.000 Menschen weltweit. In der Pioneer Academy gewährte der inzwischen über 80-jährige Unternehmer tiefe Einblicke in seine Lebensphilosophie und erklärte, warum Fleiß, Sparsamkeit, Ehrlichkeit und Neugierde auch in der modernen Wirtschaftswelt die tragenden Säulen nachhaltigen Erfolgs bleiben.

Kindheit in der Nachkriegszeit als prägende Erfahrung

Reinhold Würth wuchs in einer Zeit auf, die von Entbehrung, aber auch von unbändigem Aufbruchswillen geprägt war. Er erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs als Zehnjähriger und die Währungsreform aus nächster Nähe. Die Familie konnte damals gerade einmal 40 Mark abheben – Geld, das unmittelbar für Lebensmittel ausgegeben wurde.

Diese frühen Erfahrungen haben Würths Haltung zum Wert des Geldes, der Arbeit und des Friedens fundamental geprägt. „Frieden ist unser köstlichstes Gut“, betont er, und kritisiert, dass dieser Wert von der heutigen Gesellschaft als selbstverständlich hingenommen werde – obwohl er es nicht sei.

Die Aufbruchsstimmung der 1950er- und 1960er-Jahre beschreibt Würth als ein „helles Fest”. In dieser Ära habe jeder nach etwas gestrebt: einem Fahrrad, einem Auto, einem eigenen Heim. Dieser kollektive Leistungswille sei es gewesen, der Deutschland aus den Trümmern des Krieges zur Wirtschaftsmacht formte.

Mit 16 auf Verkaufstour – der frühe Unternehmergeist

Bereits mit 14 Jahren trat Reinhold Würth in den Betrieb seines Vaters ein. Zwei Jahre später schickte ihn sein Vater in weiser Voraussicht allein mit der Eisenbahn zu Kunden nach Köln, Düsseldorf und Hamburg – um Schrauben zu verkaufen. Ein Teenager als Handelsvertreter: Mancher Kunde beäugte den jungen „Bubbi” mit einem Schmunzeln, gab ihm aber dennoch einen Auftrag.

Diese frühen Verkaufserlebnisse legten den Grundstein für Würths tiefe Überzeugung, dass der Verkäuferberuf einer der schönsten der Welt sei. Sein Argument:

  • Verkäufer begegnen Menschen aller Gesellschaftsschichten und Charaktere.
  • Sie lernen Bescheidenheit und Arroganz, Offenheit und Zurückhaltung gleichermaßen kennen.
  • Sie entwickeln soziale Kompetenz, die in kaum einem anderen Beruf so intensiv geschult wird.
  • Arroganz und extreme Introvertiertheit schließen den nachhaltigen Verkaufserfolg aus.

Würth vergleicht den Beruf des Verkäufers gar mit dem des Mediziners – beide kämen mit einer außergewöhnlichen Bandbreite an Menschen in Kontakt.

Leistungsgedanke: Würths Appell an die Gesellschaft

Mit zunehmendem Wohlstand, so Würths Diagnose, habe in Deutschland ein schleichender Verfall des Leistungsdenkens eingesetzt. Rund die Hälfte der öffentlichen Haushalte fließe in Sozialleistungen – eine Entwicklung, die zwar soziale Absicherung bringe, aber auch die Frage aufwerfe: „Für was soll ich mich noch anstrengen?”

Würth spart nicht mit klaren Worten. Deutschland sei eines der reichsten Länder der Welt, doch dieser Reichtum werde zunehmend als Selbstverständlichkeit betrachtet. Sein Appell ist eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger müssten wieder die Ärmel hochkrempeln und Eigenverantwortung übernehmen. „Wir sind nämlich der Staat”, sagt Würth – und meint damit, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht von oben verordnet werden kann, sondern von jedem Einzelnen gelebt werden muss.

Erfolgsrezept für Gründer und Unternehmer

Was macht aus einem Neunzehnjährigen, der plötzlich die Verantwortung für ein Unternehmen trägt, einen der erfolgreichsten Unternehmer Europas? Würth nennt keine Geheimnisse, sondern Grundtugenden:

  • Fleiß als unverzichtbare Basis jedes Erfolgs
  • Sparsamkeit im Umgang mit Ressourcen und Kapital
  • Ehrlichkeit gegenüber Kunden und Mitarbeitenden
  • Neugierde als Motor für Innovation und Wachstum
  • Leidenschaft für den Kunden und die Lösung seiner Probleme

Würth betont, dass er auch heute noch Freude an seiner Arbeit empfindet. Für ihn ist unternehmerisches Handeln keine Last, sondern eine Berufung – und der Beweis, dass diese Haltung trägt, liegt in fast acht Jahrzehnten Unternehmensgeschichte.

Reinhold Würths Lebensweg ist weit mehr als eine Erfolgsgeschichte aus dem deutschen Wirtschaftswunder. Er ist ein Plädoyer für Eigenverantwortung, Bodenständigkeit und den Mut, früh Verantwortung zu übernehmen. In einer Zeit, in der Deutschland über seinen wirtschaftlichen Kurs diskutiert, liefert der Unternehmer eine klare Botschaft: Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch staatliche Fürsorge allein, sondern durch den Willen des Einzelnen, etwas zu gestalten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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