Friday, 2. October 2026
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Antisemitismus

Rot-Grün-Rot in Berlin: Erste Gespräche, viele Hürden

SPD, Grüne und Linke haben in Berlin erste Gespräche über eine mögliche Koalition geführt. Antisemitismus und Clankriminalität sind zentrale Streitpunkte.

Redaktion · 2. October 2026, 09:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 02.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ob Rot-Grün-Rot in Berlin regieren wird, ist nach dem ersten gemeinsamen Treffen von SPD, Grünen und Linken weiter offen. Fünf Stunden dauerten die vertraulichen Vorgespräche, doch konkrete Ergebnisse blieben aus. Die Parteien teilten lediglich mit, die Gespräche seien „konstruktiv” gewesen und man wolle weitere Treffen abhalten. Wann das nächste Treffen stattfindet, wurde nicht kommuniziert. Die fehlenden Details deuten darauf hin, dass bei den zentralen Streitfragen noch keine gemeinsame Linie gefunden wurde.

Antisemitismus als entscheidende Hürde

Die wohl brisanteste Bedingung, die SPD und Grüne an offizielle Sondierungen knüpfen, betrifft den Umgang der Linken mit Antisemitismus in den eigenen Reihen. Beide Parteien fordern eine verbindliche Verständigung darüber sowie ein klares Bekenntnis zum Schutz jüdischen Lebens in Berlin. Ob diese Einigung beim ersten vertraulichen Treffen erzielt wurde, ist unklar.

Die Berliner Linke steht seit Längerem wegen des Vorwurfs eines strukturellen Antisemitismusproblems in der Kritik. Auf einer Wahlkampfbühne waren israelfeindliche Parolen zu hören. Zudem berichtet der Tagesspiegel, dass auf einer Party in Neukölln am Wahlabend auch zwei bekannte Aktivisten des Barbachclans anwesend gewesen sein sollen. Eine zweistellige Zahl von Familienmitglieder dieses Clans gilt bei Ermittlern als sicherheitsrelevant; einige sollen bei Pro-Palästina-Demonstrationen mit Erkennungszeichen der Hamas aufgetreten sein.

Die Linken-Politikerin Hanna Bruns, gegen die ein Parteiausschlussverfahren beantragt wurde, wies die Vorwürfe als „Hetzkampagne” zurück und erklärte öffentlich ihre Solidarität mit den betroffenen Personen. Das verschärft den Druck auf die Parteispitze zusätzlich.

Stimmen aus SPD und jüdischer Gemeinschaft

Der ehemalige SPD-Bürgermeister Michael Müller hält eine Koalition mit der Linken grundsätzlich für möglich – aber nur unter einer Bedingung: Die Parteispitze müsse konsequent gegen jene Mitglieder vorgehen, die durch antisemitische oder extremismusnahe Auftritte auffallen. Müller erkennt zwar einzelne glaubwürdige Abgrenzungen innerhalb der Linken an, vermisst aber ein hartes Durchgreifen der Führung.

Auch die jüdische Gemeinschaft in Berlin verfolgt die Entwicklungen mit großer Sorge. Der Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen appellierte direkt an SPD und Grüne: Wer stets beteuere, Antisemitismus dürfe keinen Platz haben, und dennoch eine Koalition mit der Linken eingehe, mache deutlich, dass es sich dabei um bloße Lippenbekenntnisse handele.

Weitere Streitpunkte der möglichen Koalition

Neben dem Antisemitismusvorwurf gibt es weitere politische Differenzen, die eine Einigung erschweren:

  • Verbindungen einzelner Linken-Mitglieder zu extremistischen Milieus und Clankriminalität
  • Die von der Linken geforderte Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne, die bei SPD und Grünen umstritten ist
  • Unklare innerparteiliche Abgrenzung der Linken gegenüber Terrorunterstützern
  • Fehlende verbindliche Erklärungen zum Schutz jüdischen Lebens in Berlin

Ausblick: Worte allein reichen nicht

Die Berliner Parteien befinden sich in einer frühen, aber politisch hochsensiblen Sondierungsphase. Ob aus den Vorgesprächen echte Koalitionsverhandlungen werden, hängt maßgeblich davon ab, wie glaubwürdig die Linke ihre Bereitschaft zur Aufarbeitung interner Probleme unter Beweis stellt. Symbolische Bekenntnisse dürften SPD und Grünen – angesichts des öffentlichen Drucks aus der jüdischen Gemeinschaft und der eigenen Wählerschaft – nicht ausreichen.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Berliner Linke die geforderten Konsequenzen zieht und damit die Voraussetzungen für ein Rot-Grün-Rotes Bündnis schafft – oder ob die Verhandlungen bereits in dieser frühen Phase scheitern.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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