Seyran Ateş: Kampf gegen Islamismus, nicht Islam
Seyran Ateş kämpft als Muslimin gegen Islamismus und religiöse Unterdrückung. Was die Gründerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee fordert – und warum sie Aufklärung für entscheidend hält.
Dieses Video wurde am 21.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Berliner Rechtsanwältin und Moscheegründerin Seyran Ateş hat erneut eine klare Trennlinie gezogen: Als gläubige Muslimin kämpfe sie nicht gegen den Islam als Religion, sondern gegen den Islamismus als politisches Herrschaftssystem. Religion dürfe Menschen Geborgenheit und Kraft geben – sie dürfe jedoch niemals dazu missbraucht werden, anderen die Freiheit zu rauben oder Diskriminierung und Unterdrückung zu rechtfertigen. Diese Botschaft, die Ateş seit Jahren vertritt, gewinnt angesichts globaler Konflikte mit religiöser Dimension erneut an Dringlichkeit.
Islamismus als Gefahr für die offene Gesellschaft
Ateş bezeichnet den Islamismus unmissverständlich als „große Gefahr für unser aller Freiheit”. Wer Kritiker des politischen Islams bedrohe oder zum Schweigen bringe, sei ein Feind der offenen Gesellschaft – und müsse auch als solcher behandelt werden. Als Beispiel nennt sie den Publizisten Hamed Abdel-Samad, der für seine Arbeit einen hohen persönlichen Preis zahlt: Er verlor ein Auge und lebt unter permanenter Bedrohung.
Ateş betont, dass es innerhalb muslimischer Gemeinschaften sehr viele aufgeklärte Stimmen gibt. Diese würden jedoch systematisch marginalisiert – sowohl durch islamistische Organisationen als auch, paradoxerweise, durch mangelnde Unterstützung aus der deutschen Politik und Gesellschaft.
Mehr Ethik statt mehr Religion in den Schulen
Ein zentrales bildungspolitisches Anliegen von Ateş ist die Stärkung des Ethikunterrichts gegenüber konfessionellem Religionsunterricht. Kinder sollten alle Religionen und Weltanschauungen kennenlernen – mit Blick auf ihre humanistischen und ethischen Grundsätze. Nicht die Religion allein, sondern die gemeinsame Menschlichkeit solle das verbindende Element in einer pluralistischen Gesellschaft sein.
- Unterricht in allen Weltreligionen und Weltanschauungen statt konfessioneller Enge
- Vermittlung humanistischer Grundwerte als gemeinsame Basis
- Stärkung des kritischen Denkens gegenüber religiöser Dogmatik
- Förderung interreligiöser Zusammenarbeit zwischen liberalen Strömungen
Die Ibn Rushd-Goethe-Moschee als Projekt der Aufklärung
2017 gründete Ateş nach acht Jahren Vorbereitung die Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin – benannt nach dem andalusischen Philosophen, Juristen und Arzt Averroes (Ibn Ruschd), der im 12. Jahrhundert Aristoteles kommentierte und damit die europäische Aufklärung maßgeblich beeinflusste. Für Ateş steht er sinnbildlich für eine reiche islamische Geistestradition, die durch Islamismus verdrängt worden ist.
Die Moschee ist die einzige in Deutschland, die im Pride Month die Regenbogenfahne hisst. Dafür erntet sie Anfeindungen – mitunter ausgerechnet von deutschen Christen, die darin eine Provokation gegenüber Muslimen sehen. Gleichzeitig erhält sie Zuspruch aus liberalen muslimischen, jüdischen und christlichen Kreisen weltweit.
Ein strukturelles Problem bleibt die Finanzierung: Während große islamische Verbände über erhebliche Mittel verfügen, kämpft die Moschee jeden Monat um Miete und Projektförderung. Ateş ist überzeugt: Würden liberale und säkulare muslimische Initiativen dieselbe finanzielle Unterstützung erhalten wie etablierte Verbände, wäre ein aufgeklärter Islam in Deutschland deutlich sichtbarer.
Aufklärung als zivilisatorisches Schlüsselprojekt
Den historischen Vergleich mit anderen Religionen zieht Ateş bewusst: Das Christentum habe – auf einem langen und blutigen Weg – den Übergang zur Aufklärung vollzogen, nicht zuletzt durch den Protestantismus. Auch das Judentum habe mit seiner intellektuellen und kulturellen Kraft eine einzigartige zivilisatorische Leistung erbracht. Für den Islam stehe dieses Projekt noch aus.
Die Wurzeln eines aufgeklärten Islams seien vorhanden – in der Philosophie des mittelalterlichen Andalusiens, in der persischen Kulturtradition, in moderaten Rechtsschulen verschiedener Länder. Was fehle, sei der politische Wille und die gesellschaftliche Unterstützung, diese Stimmen zu stärken. Solange Staaten wie der Iran mit ihrer Interpretation des politischen Islams internationalen Einfluss ausübten, bleibe die Aufklärung des Islams das entscheidende zivilisatorische Projekt unserer Zeit – für Muslime wie für die gesamte westliche Gesellschaft.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.