Dieses Video wurde am 05.05.2026 von euronews Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Berlin galt lange als der Touristenmagnet Deutschlands schlechthin – doch die Anziehungskraft der Hauptstadt schwindet spürbar. Die Touristenzahlen in Berlin sind zwischen 2019 und 2025 von 34,1 Millionen auf nur noch 29,4 Millionen Übernachtungen gefallen. Das entspricht einem Rückgang von knapp 15 Prozent innerhalb weniger Jahre. Experten, Stadtführer und Kulturschaffende benennen mehrere Ursachen – von mangelnder Sauberkeit über marode Infrastruktur bis hin zum schleichenden Ende der legendären Clubkultur.
Schmutz und Verkehr schrecken Besucher ab
Wer seit fast zwei Jahrzehnten täglich mit Touristen durch die Stadt läuft, kennt deren Reaktionen besser als jeder Statistiker. Stadtführer Reinhold Steinle, der seinen Bezirk Neukölln unzähligen Besucherinnen und Besuchern gezeigt hat, berichtet von einem klaren Muster: Viele Gäste sind schlicht schockiert über den Zustand der Stadt.
Besonders zwei Kritikpunkte tauchen immer wieder auf:
- Verschmutzung: Besucher zeigen sich erschrocken über den Zustand von Straßen, Parks und öffentlichen Plätzen.
- Verkehrsprobleme: Zugausfälle, S-Bahn-Störungen und überfüllte Busse sorgen für anhaltenden Frust.
- Fehlende Verlässlichkeit des ÖPNV, die gerade für ortsunkundige Touristen besonders belastend ist.
Diese Kombination aus Verwahrlosung und Infrastrukturmängeln hinterlässt bei vielen Reisenden einen bleibenden negativen Eindruck – und dürfte sich längst in Online-Bewertungen und Reiseempfehlungen niederschlagen.
Berlins Clubkultur kämpft ums Überleben
Ein weiterer, weniger offensichtlicher Faktor ist der Niedergang der einst weltberühmten Berliner Clubkultur. Die Stadt war über Jahre hinweg als Techno-Hauptstadt der Welt bekannt – ein Image, das Reisende aus aller Welt anzog. Doch dieses Alleinstellungsmerkmal bröckelt.
Immer mehr Clubs und kulturelle Freiräume müssen schließen. Ein anschauliches Beispiel liefert Ludwig Eben, Betreiber des Humboldthain Club. Direkt neben seinem Club soll ein Hotel gebaut werden – und damit droht das Ende des Betriebs. Denn wenn Hotelgäste Schlaf brauchen und die Fenster zum Club ausgerichtet sind, folgen unweigerlich Lärmklagen – und über kurz oder lang die Schließung.
Kein Einzelfall: Laut dem Interessenverband Club Commission ist etwa die Hälfte aller Berliner Clubs von ähnlichen oder vergleichbaren Problemen betroffen. Wachsender Immobiliendruck, steigende Mieten und fehlender rechtlicher Schutz für Kulturbetriebe machen die Lage für viele Veranstalter zunehmend aussichtslos.
Was Berlin als Reiseziel einst so besonders machte
Der Reiz Berlins speiste sich jahrzehntelang aus einer einzigartigen Mischung: Geschichte, Subkultur, Kreativität und Lebendigkeit. Die Stadt galt als rau, aber aufregend – als ein Ort, an dem sich etwas bewegte. Günstige Mieten zogen Künstlerinnen, Musikerinnen und Kulturschaffende aus aller Welt an, die der Stadt ihr unverwechselbares Flair verliehen.
Genau dieser Charakter steht nun auf dem Spiel. Wo früher Clubs, Ateliers und alternative Projekträume entstanden, entstehen heute Hotels und Eigentumswohnungen. Das verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch das Erlebnis für Reisende, die genau jene Atmosphäre suchen, die Berlin einst berühmt gemacht hat.
Ausblick: Kann Berlin seinen Ruf als Reiseziel retten?
Die Zahlen sind ein Warnsignal, das die Berliner Stadtpolitik kaum ignorieren kann. Ein Rückgang von 4,7 Millionen Übernachtungen innerhalb von nur sechs Jahren ist kein vorübergehender Effekt – zumal der Einbruch durch die Corona-Pandemie als Erklärung allein nicht ausreicht.
Ob Berlin als Reiseziel langfristig wieder an Attraktivität gewinnt, hängt von mehreren Faktoren ab: der Sauberkeit im öffentlichen Raum, der Zuverlässigkeit des Nahverkehrs und – ganz entscheidend – dem Schutz jener Kulturräume, die der Stadt ihr Gesicht geben. Ohne eine klare stadtpolitische Prioritätensetzung droht Berlin, vom einstigen Trendreiseziel zur bloßen Metropole mit guter Geschichte zu werden.
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