Tuesday, 20. October 2026
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Bärbel Bas

SPD und Rentenreform: Merz-Blockade als Kalkül?

Blockiert die SPD die Rentenreform gezielt, um Friedrich Merz zu schwächen? Kolumnist Jörges analysiert Machtspiele in der Koalition und warnt vor einem Berliner Links-Bündnis.

Redaktion · 19. October 2026, 10:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 19.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Rentenreform droht zum größten innenpolitischen Sprengstatz der schwarz-roten Bundesregierung zu werden – nicht weil sie inhaltlich gescheitert wäre, sondern weil die SPD ein handfestes strategisches Interesse an ihrem Scheitern haben könnte. Politikkolumnist Hans-Ulrich Jörges wirft der SPD vor, die Reform gezielt zu blockieren, um Bundeskanzler Friedrich Merz seinen möglichen größten Erfolg in dieser Legislaturperiode zu verwehren. Im Hintergrund lauern Landtagswahlen, Kanzlerambitionen – und in Berlin ein heikles Links-Bündnis.

Rentenreform als Waffe gegen Merz

Die CDU liegt in bundesweiten Umfragen inzwischen unter 20 Prozent. In Nordrhein-Westfalen verlor sie auf einen Schlag 8 Prozentpunkte, in Schleswig-Holstein sogar 12 – in beiden Ländern stehen Wahlen an. Vor diesem Hintergrund, so die Analyse, plane die SPD ihren Wiederaufstieg: indem sie den zentralen Reformerfolg der Koalition verhindert.

Das Kernstück der geplanten Rentenreform ist die Aktienrente. Würde sie beschlossen, stiege das allgemeine Rentenniveau – ein Erfolg, der Merz direkt zugeschrieben würde. Bleibt sie aus, lautet das Narrativ: Der Kanzler bringt nichts zustande. Dieses Kalkül, so die Einschätzung, steckt hinter der Blockadehaltung, die maßgeblich von Manuela Schwesig angeführt wird – sie gilt als potenzielle Kanzlerkandidatin der SPD und hat das Thema „Rente mit 63″ schon früh im Wahlkampf etabliert.

Demgegenüber verlief die Gesundheitsreform bemerkenswert reibungslos: Sie wurde am 10. Juli zügig durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet – einem Bereich, in dem die SPD kein vergleichbares Machtinteresse besaß.

Bärbel Bas und die verzögerte Gesetzvorlage

Arbeitsministerin Bärbel Bas steht im Zentrum der Kritik. Sie hätte einen Gesetzentwurf zur Rentenreform längst vorlegen können, tat es aber nicht. Was aus Unionskreisen als berechtigt nachgefragte Frist-Mahnung geäußert wurde – „Wann kommt der Gesetzentwurf?” – wurde als unsachliche Kritik an der Ministerin gewertet.

Bas selbst sah die Reform zunächst als „Gesamtkunstwerk”, das geschlossen umgesetzt werden müsse. Später erkannte sie offenbar das politische Potenzial der Verzögerung. Die Konsequenzen eines Scheiterns wären erheblich:

  • Die Rente mit 63 bliebe bestehen und kostete rund 10 Milliarden Euro jährlich.
  • Zur Gegenfinanzierung müssten Rentenbeiträge erhöht werden.
  • Die Last trügen Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen.
  • Das Scheitern der Reform könnte die gesamte Koalition gefährden.

Berliner Links-Bündnis: SPD auf Kohlenzangen-Kurs

Parallel zur bundespolitischen Rentendebatte brodelt es in Berlin. Die Berliner SPD erwägt eine Koalition mit der Linkspartei – und genau das sorgt für scharfe Kritik. Die Berliner Linke fällt seit Wochen durch eine Reihe von Vorfällen auf:

  • Luigi Pantisano bezeichnete den bayerischen Wirtschaftsminister Aiwanger als „Hitler-Fan” – ein Vergleich, der als haltlos bewertet wird.
  • Pantisano hatte zuvor der CDU „faschistische Politik” vorgeworfen und sich nur halbherzig entschuldigt.
  • Ein Abgeordneter sagte ein geplantes Gespräch mit dem Vonovia-Chef über Enteignungen ab, weil der Konzern einen mitgebrachten Journalisten ablehnte.
  • Eine neu in die Fraktion aufgenommene Abgeordnete erklärte, Staaten hätten kein Existenzrecht – eine Aussage, die implizit auch Israel, die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten beträfe und dem Völkerrecht widerspricht.

Die Unversehrtheit von Staaten ist ein Grundprinzip des Völkerrechts. Aussagen, die dieses Prinzip infrage stellen, werden als inakzeptabel eingestuft.

Sollte die Berliner SPD allen Bedenken zum Trotz eine solche Koalition eingehen, wird gefordert, dass ihre Mitgliedschaft in der Bundespartei suspendiert wird – als klares Signal an Wähler außerhalb Berlins, dass die Bundes-SPD diese Politik nicht teilt. Auch der Bundesvorstand der Grünen distanziert sich bereits vom Berliner Landesverband.

Steuerversprechen und Nord-Stream-Prozess

Ein weiteres Thema ist das gebrochene Versprechen von Friedrich Merz, keine Steuern zu erhöhen. Tatsächlich wurden seitdem Abgaben auf Alkohol, Tabak, Zucker, CO₂ und bald auch Plastik angehoben. Zudem wird die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen von 20 auf 15 Prozent gesenkt – ebenfalls faktisch eine Steuererhöhung. Öffentliche Reaktionen oder Erklärungen der Bundesregierung bleiben aus.

Für Aufsehen sorgt zudem ein laufender Prozess in Hamburg: Ein ehemaliger ukrainischer Geheimdienstoffizier steht vor Gericht, dem vorgeworfen wird, ein Kommando geführt zu haben, das von der polnischen Küste aus die Nord-Stream-Pipelines gesprengt hat. Die Bundesanwaltschaft hat nach Einschätzung von Beobachtern eine belastbare Anklage vorgelegt. Sollte der Angeklagte schuldig gesprochen werden, wäre gerichtsnotorisch festgestellt, dass Ukraine und Polen in den Anschlag verwickelt waren. Finanzielle Entschädigung ist kaum zu erwarten – doch zumindest eine offizielle Entschuldigung der Präsidenten beider Länder wäre dann das Mindeste.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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