Sunday, 27. September 2026
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Stolpersteine in Heidenau: CDU und AfD stimmen gemeinsam dagegen

Der Stadtrat in Heidenau hat neue Stolpersteine abgelehnt. CDU und AfD stimmten gemeinsam für den Antrag – eine Entscheidung mit politischer Sprengkraft.

Redaktion · 26. September 2026, 14:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 26.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Im sächsischen Heidenau werden künftig keine neuen Stolpersteine mehr verlegt. Der Stadtrat hat mit 13 Stimmen einen Antrag verabschiedet, der die weitere Verlegung dieser Gedenksteine im öffentlichen Raum untersagt. Politisch brisant ist das Abstimmungsverhalten: Stadträte von AfD, dem Bündnis Oberelbe und der CDU brachten den Vorstoß gemeinsam ein und sicherten ihm eine Mehrheit. Die Stadtverwaltung hatte zuvor ausdrücklich empfohlen, die Erinnerung an NS-Opfer dort sichtbar zu halten, wo diese tatsächlich gelebt hatten.

Fünf Stolpersteine bleiben – weitere werden verhindert

In Heidenau erinnern bereits fünf Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Bürgerinitiative hatte geplant, sieben weitere Steine vollständig aus Spenden zu finanzieren – ohne Kosten für die Stadt. Nach dem Stadtratsbeschluss ist dieses Vorhaben nun gescheitert. Die bestehenden Steine bleiben im Stadtbild erhalten, neue Erinnerungsorte vor den früheren Wohnhäusern der NS-Opfer wird es jedoch nicht geben.

Stattdessen soll das Gedenken künftig stärker an einem zentralen Ort gebündelt werden – etwa in Form von Gedenktafeln an Häusern oder Erinnerungsstätten auf Friedhöfen. Die Stadtverwaltung widersprach diesem Ansatz: Erinnerung müsse dort sichtbar bleiben, wo die Verfolgten tatsächlich gelebt hätten, argumentierten die Verwaltungsvertreter.

Begründung der Antragsbefürworter

Die Befürworter des Antrags stützen ihre Position auf zwei Argumente: Würde und Sichtbarkeit. Ihrer Ansicht nach sei es unwürdig, die Namen der NS-Opfer auf dem Boden zu verewigen, da Menschen täglich über die Steine liefen und Schmutz oder Schnee die Inschriften bedecken könnten.

  • Menschen laufen direkt über die in den Gehweg eingelassenen Steine
  • Witterung wie Schnee oder Schmutz kann die Inschriften verdecken
  • Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen die Steine im Alltag kaum wahr
  • Alternative Gedenkformen wie Messing-Schilder an Häusern oder Friedhofsstätten werden bevorzugt

Tatsächlich fällt auch Beobachtern vor Ort auf, dass die Steine optisch kaum aus dem Pflaster hervorstechen. Sie leuchten nicht golden, sind in den Boden eingelassen und haben eine ähnliche Farbe wie die umliegenden Gehwegplatten. Selbst Befürworter der Stolpersteine erkannten die vorhandenen Steine aus zehn Metern Entfernung nicht.

Politische Dimension: CDU und AfD gemeinsam

Das gemeinsame Abstimmungsverhalten von CDU und AfD sorgte für erhitzte Gemüter im Stadtrat. Die CDU-Fraktionschefin verteidigte das Vorgehen: Es gebe keinen Fraktionszwang, und bei dem Antrag handle es sich um ein sachbezogenes Projekt – vergleichbar mit der gemeinsamen Abstimmung über einen Kindergarten. Von Brandmauern gegenüber der AfD wollte sie auf kommunaler Ebene nichts wissen.

Gleichzeitig kamen im Stadtrat auch Stimmen zu Wort, die ein separates Gedenken für jüdische Opfer grundsätzlich ablehnten. Einige Vertreter formulierten offen, man wolle zwar aller Opfer gedenken, aber nicht der Juden gesondert. Die Linke wies darauf hin, dass genau dies dem Grundgedanken der Stolpersteine widerspreche, und griff die CDU scharf für ihr Abstimmungsverhalten an. Die Sitzung mündete in einer emotionalen Debatte, bei der es zu lautstarken Auseinandersetzungen im Saal kam.

Kommunale Entscheidung mit bundesweiter Signalwirkung

Heidenau steht mit seiner Entscheidung nicht allein. Auch andere Städte – darunter München – haben die Verlegung von Stolpersteinen in der Vergangenheit abgelehnt. Selbst innerhalb der jüdischen Gemeinschaft gibt es unterschiedliche Positionen: Vertreter des Zentralrats der Juden haben das Format der Bodensteine mit dem Argument kritisiert, dass das Darüberlaufen keine würdevolle Erinnerungsform darstelle.

Rechtlich ist die Entscheidung eindeutig: Jede Kommune kann selbst festlegen, in welcher Form sie des Gedenkens an NS-Opfer begeht. Der Beschluss von Heidenau zeigt jedoch, wie eng in ostdeutschen Kommunen mit CDU-AfD-Mehrheiten die Grenzen zwischen sachpolitischen Entscheidungen und dem Umgang mit der Erinnerungskultur verlaufen. Wie das Gedenken konkret ausgestaltet werden soll und ob belastbare Alternativen folgen, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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