Dieses Video wurde am 05.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Spannungen in der Straße von Hormus halten die internationale Gemeinschaft in Atem. Marineadmiral a.D. Manfred Nielsson ordnet im Interview die militärische Lage ein: Die iranische Marine sei nach seinen Informationen weitgehend ausgeschaltet, ein ausgewachsener Seekrieg zwischen den USA und dem Iran dennoch nicht zu erwarten. Beide Seiten agierten erkennbar darauf bedacht, eine weitere Eskalation zu vermeiden – auch wenn gegenseitige Provokationen zum strategischen Kalkül gehören.
Operative Kontrolle über die Meerenge umstritten
Die Frage, wer im Moment die tatsächliche operative Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt, lässt sich laut Nielsson nicht eindeutig beantworten. Die USA haben erhebliche Ressourcen in die Region verlegt: Das US Central Command trägt die Verantwortung für die Operationen und hat zahlreiche Schiffe sowie Luftfahrzeuge entsandt.
Auf der anderen Seite profitiert der Iran vom Heimvorteil. Das Land beobachtet und kennt das Seegebiet seit Jahrzehnten aus nächster Nähe. Diese lokale Expertise kann militärisch durchaus relevant sein – selbst dann, wenn die Schlagkraft der iranischen Seestreitkräfte insgesamt stark eingeschränkt ist.
Iranische Marine geschwächt – Nadelstiche bleiben möglich
Nach Einschätzung des Admirals ist die iranische Marine in ihrer konventionellen Stärke weitgehend neutralisiert worden. Dennoch verfügt der Iran über schnelle Kleinboote, mit denen gezielte Nadelstiche gegen Handels- oder Militärschiffe durchgeführt werden können.
Hinzu kommt die Möglichkeit, von Land aus in Operationen einzugreifen – etwa durch landgestützte Raketen oder Drohnen. Die Kombination aus diesen Fähigkeiten macht den Iran weiterhin zu einem ernstzunehmenden Akteur, auch ohne eine klassische Hochseeflotte.
- Schnellboote für asymmetrische Angriffe weiterhin einsatzbereit
- Landgestützte Waffen als ergänzende Bedrohung
- Konventionelle Marinekapazitäten stark reduziert
- Kein großer Seekrieg nach aktueller Einschätzung zu erwarten
„Project Freedom”: Schutz oder Zwangsdurchsetzung?
Die US-amerikanische Initiative, Tanker und große Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu begleiten – intern als „Project Freedom” bezeichnet –, bewertet Nielsson noch als völkerrechtlich legitimen Schutz. Die amerikanischen Streitkräfte griffen nicht aktiv ein, sondern böten den Schiffen Geleitschutz aus größerer Entfernung.
Offen bleibt jedoch, ob andere Nationen und Reedereien das grundsätzlich weiter bestehende Risiko in Kauf nehmen und die Meerenge passieren. Die Bereitschaft internationaler Schifffahrtsunternehmen, sich dem Schutzkonvoi anzuschließen, dürfte die praktische Wirksamkeit des Programms maßgeblich bestimmen.
Deutsche Marine schickt Minenabwehrboot – Minen bislang nicht bestätigt
Deutschland hat das Minenabwehrboot „Fulda” vorauspositioniert. Bis das Schiff das Operationsgebiet erreicht, werden Nielsson zufolge zwei bis drei Wochen vergehen. Die Fulda ist defensiv bewaffnet und kann kleinere Angriffe selbst abwehren; gegen schwere Raketenbeschuss wäre sie auf Unterstützung angewiesen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat klare Voraussetzungen für einen Einsatz der deutschen Marine formuliert: ein UN-Mandat, einen europäischen Rahmen sowie einen Bundestagsbeschluss. Eine eigenständige MCM-Operation (Minenbekämpfung) ohne vorherigen Friedensschluss hält Nielsson für ausgeschlossen.
Besondere Skepsis äußerte der Admiral hinsichtlich der Minenbedrohung selbst. Bislang gibt es keinen Nachweis, dass der Iran eine großangelegte Verminung vorgenommen hat. Andere Staaten hätten die Straße von Hormus in Absprache mit Teheran passiert, ohne besondere Koordinaten einhalten zu müssen. Zudem würde eine Verminung auf omanischem Seegebiet eine Verletzung des omanischen Hoheitsgebiets bedeuten – ein politisch heikler Schritt, den der Iran bislang vermieden zu haben scheint.
Die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt, aber kontrollierbar. Entscheidend wird sein, ob diplomatische Kanäle funktionieren und ob internationale Schifffahrt bereit ist, die Route trotz anhaltender Risiken zu nutzen.
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