Saturday, 26. September 2026
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Tankrabatt: Spritpreise springen um 20 Cent

Der Tankrabatt soll Autofahrer um 17 Cent je Liter entlasten – doch Preissprünge von über 20 Cent und die umstrittene 12-Uhr-Regelung sorgen für Skepsis.

Redaktion · 25. September 2026, 15:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 25.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Tankrabatt soll kommen – und viele Autofahrerinnen und Autofahrer stehen bereits ungeduldig an den Zapfsäulen. Doch kurz bevor Bundestag und Bundesrat die geplante Entlastung von 17 Prozent je Liter beschließen, schnellen die Spritpreise an zahlreichen Tankstellen um mehr als 20 Cent in die Höhe. Was als Erleichterung gedacht ist, löst zunächst Verwirrung, Frustration und erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahme aus.

Preissprünge kurz vor der Abstimmung

An einer Bremer Referenztankstelle zeigt die Anzeigetafel kurz vor Mittag noch vergleichsweise moderate Preise: Super kostet 2,29 Euro, Super E10 liegt bei 2,23 Euro, Diesel steht bei 2,38 Euro pro Liter. Doch diese Preise sind trügerisch. Bereits in den vergangenen Wochen wurden immer wieder drastische Sprünge beobachtet – innerhalb weniger Minuten stieg Super E10 beispielsweise auf 2,53 Euro pro Liter an.

Wer nur eine Minute zu spät an die Zapfsäule fuhr, zahlte den deutlich höheren Preis. Kurz nach der Mittagszeit kletterte Super an der beobachteten Tankstelle auf 2,46 Euro, Super Plus sogar auf 2,50 Euro – Steigerungen, die jeweils über zehn Cent pro Liter betragen.

Ansturm vor zwölf Uhr – Skepsis gegenüber dem Tankrabatt

Unmittelbar vor dem erwarteten Preissprung um die Mittagszeit bildeten sich an den Tankstellen lange Schlangen. Viele Autofahrer wollten den noch günstigeren Tagespreis mitnehmen, bevor die nächste Preiswelle einsetzt. Der Andrang war so groß, dass es stellenweise zu echten Staus auf dem Tankstellengelände kam.

Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Wirksamkeit des Tankrabatts gering. Viele Autofahrer befürchten:

  • Die Mineralölkonzerne könnten die staatliche Entlastung durch eigene Preiserhöhungen neutralisieren.
  • Der Rabatt sei nur eine kurzfristige Ausbesserung, keine strukturelle Lösung des Kraftstoffpreisproblems.
  • Langfristig könnten die Endpreise an der Zapfsäule kaum niedriger als zuvor liegen.
  • Das taktische Verhalten der Konzerne rund um die 12-Uhr-Regelung verteuert Kraftstoff zusätzlich.

Die umstrittene 12-Uhr-Regelung und ihre Folgen

Im Zentrum der Kritik steht die sogenannte 12-Uhr-Regelung, die vorschreibt, dass Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich – zur Mittagszeit – nach oben anpassen dürfen. Der ADAC kritisiert diese Regelung scharf: Sie gebe den Konzernen einen faktischen „Freifahrtschein”, die Preise am Mittag massiv anzuheben, da sie sich für den Rest des Tages absichern müssen.

Auch ein Tankstellensprecher bestätigte dieses Problem: Die Regelung hindere die Betreiber daran, tagsüber flexibel auf den schwankenden Wiederbeschaffungspreis zu reagieren – denn der orientiert sich nicht an langfristigen Ölpreisen, sondern an minutengenauen Marktpreisen. Das zwingt die Konzerne zu einer kalkulatorisch risikoreichen Strategie: Zu Mittag stark erhöhen, danach langsam absenken. Für Verbraucher ist das teurer als ein dynamisches Preismodell.

Milliardenloch in den Länderhaushalten

Während Autofahrer auf Entlastung hoffen, warnen Finanzpolitiker der Länder vor den fiskalischen Folgen. Bremens Finanzsenator Björn Fecker rechnet allein für Bremen mit 14 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen durch den reduzierten Mineralölsteuerertrag – die entfallende Mehrwertsteuer noch nicht eingerechnet. Für bevölkerungsreiche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Bayern dürften die Einnahmeausfälle ein Vielfaches betragen.

Um die entstehenden Haushaltslöcher zu stopfen, werden bereits alternative Steuerquellen diskutiert – darunter eine Erhöhung der Tabaksteuer sowie eine Zuckersteuer. Letztere ist allerdings in ihrer Wirkung begrenzt: Wenn die Lebensmittelindustrie als Reaktion weniger Zucker verarbeitet, sinken auch die Steuereinnahmen aus dieser Quelle entsprechend.

Der Tankrabatt bringt Autofahrern kurzfristig eine spürbare Entlastung von bis zu 17 Prozent pro Liter. Ob die Maßnahme jedoch langfristig wirkt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Mineralölkonzerne reagieren und ob politische Nachbesserungen – etwa bei der 12-Uhr-Regelung – noch folgen. Die Debatte um faire Kraftstoffpreise und belastbare Staatsfinanzen dürfte damit noch lange nicht beendet sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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