Tesla Roadster mit Raketendüsen: Weltrekord in 0,85 s
Der neue Tesla Roadster beschleunigt dank Raketendüsen in 0,85 Sekunden auf 100 km/h. Was steckt hinter Elon Musks spektakulärer Präsentation?
Dieses Video wurde am 18.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Tesla Roadster ist zurück – und er hebt buchstäblich ab. Bei einer spektakulären Präsentation in Texas zeigte Elon Musk einen Prototypen seines lang erwarteten Supersportwagens, der mithilfe von Kaltgasdüsen über einen geparkten Truck springt und in gerade einmal 0,85 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Was nach einem KI-generierten Clip aussieht, war live und vor Publikum: ein Fahrzeug, das die Grenzen zwischen Automobil und Rakete neu definiert.
Raketentechnik von SpaceX im Sportwagen
Die Technologie hinter dem Spektakel stammt direkt aus Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Die verbauten Kaltgasdüsen – ähnlich jenen, die SpaceX-Raketen zur kontrollierten Landung nutzen – ermöglichen dem Roadster, kurzzeitig vom Boden abzuheben oder präzise Sprungmanöver auszuführen. Angetrieben wird das System von einem selbst aufladenden Drucklufttank, der weder speziellen Treibstoff noch externe Befüllung benötigt. Das Fahrzeug füllt sich schlicht mit Umgebungsluft und kann die Manöver damit jederzeit wiederholen.
Elon Musk hatte diese Düsen bereits bei der ersten Ankündigung des Roadsters erwähnt – die Technologie ist also keine kurzfristige PR-Idee, sondern das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit an der Schnittstelle von Automobil- und Raumfahrtindustrie.
Weltrekord-Beschleunigung dank Ansaugsystem
Der eigentliche technische Durchbruch liegt nicht nur im Abheben, sondern im Gegenteil davon: im gezielten Ansaugen des Fahrzeugs an den Boden. Gerade bei Elektroautos im Hypercar-Segment scheitert die extreme Beschleunigung häufig nicht an der verfügbaren Motorleistung, sondern am mangelnden Grip der Reifen. Selbst die schnellsten Verbrenner-Hypercars benötigen üblicherweise rund 2,5 bis 3 Sekunden von null auf 100 km/h.
Tesla löst dieses Problem mit dem Düsensystem: Die Kaltgasdüsen können das Fahrzeug aktiv auf die Fahrbahn drücken, sodass die gesamte Antriebskraft direkt in Vortrieb umgesetzt wird. Das Ergebnis: 0,85 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ein absoluter Weltrekord. Dass das Saugsystem so effektiv arbeitet, zeigte eine weitere Demonstration, bei der der Roadster kopfüber auf einer geneigten Rampe gehalten wurde.
Preis, Verfügbarkeit und Zulassung
Die Serienproduktion soll laut Musk im Jahr 2028 starten – obwohl der Roadster bereits acht Jahre hinter seinem ursprünglichen Zeitplan liegt. Die Kosten für das Modell sind entsprechend exklusiv:
- Allein die Reservierung der raketenbeschleunigten Version kostet 250.000 Euro
- Die flugfähige Variante ist nur auf Einladung erhältlich
- Das Abheben auf öffentlichen Straßen ist rechtlich nicht gestattet
- Eine TÜV-Zulassung in Deutschland gilt als ungewiss – bereits der Tesla Cybertruck ist hierzulande nicht zugelassen
Ob und in welchem Umfang die Düsentechnologie in die Serienversion einfließt, bleibt offen. Experten gehen jedoch davon aus, dass zumindest das Bodenansaugsystem serienmäßig verbaut werden könnte.
Signal an China und die deutsche Automobilindustrie
Die Präsentation fiel zeitlich mit der Vorstellung des Porsche Mission S in New York zusammen – einem Supersportwagen, der ursprünglich als Elektroauto geplant war und nun doch mit Verbrennungsmotor kommt, allerdings noch ohne konkrete technische Details. Im direkten Vergleich sorgten die Tesla-Bilder für deutlich mehr weltweite Aufmerksamkeit.
Autobild-Chefredakteur Robin Hornig ordnete die Präsentation als klares Wettbewerbssignal ein – sowohl an chinesische Elektroautohersteller, die beim Thema Software und Innovation zunehmend als führend gelten, als auch an die europäische Automobilindustrie. Musk demonstriere, dass Tesla weiterhin technologische Grenzen verschiebe und nicht den Anschluss verliere.
Ob der Roadster in dieser Form jemals auf deutschen Straßen fahren wird, ist offen. Als Technologiedemonstration und Markenbotschaft hat die Präsentation ihr Ziel jedenfalls erreicht: Die Bilder des springenden Elektro-Sportwagens gingen innerhalb weniger Stunden um die Welt.
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