US-Midterms 2026: Was bei den Zwischenwahlen auf dem Spiel steht
Bei den US-Midterms am 3. November entscheidet sich, ob Trump weiter durchregieren kann. Alle wichtigen Fakten zu Senat, Repräsentantenhaus und Gouverneurswahlen.
Dieses Video wurde am 20.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am 3. November wählen die USA ihren Kongress neu – und damit entscheidet sich, ob Präsident Donald Trump seine Politik in den verbleibenden zwei Amtsjahren ungehindert fortsetzen kann. Die US-Midterms, also die Zwischenwahlen, gelten traditionell als Stimmungstest über die Arbeit des amtierenden Präsidenten. Angesichts hoher Preise, sinkender Umfragewerte Trumps und des Krieges mit dem Iran stehen die Republikaner unter erheblichem Druck. Bereits wenige Sitzverschiebungen könnten die Machtverhältnisse im Kongress grundlegend verändern.
Senat und Repräsentantenhaus: So sind die Kräfte verteilt
Der US-Kongress besteht aus zwei Kammern, die gemeinsam Gesetze beschließen und den Haushalt festlegen. Im Senat mit seinen 100 Sitzen halten die Republikaner derzeit 53 Mandate, die Demokraten 45, dazu kommen zwei Unabhängige, die meist mit den Demokraten stimmen. Da Senatoren sechs Jahre im Amt sind, stehen diesmal nur 35 Sitze zur Wahl – 22 republikanische und 13 demokratische.
Für eine Mehrheit sind 51 Sitze nötig. Bei einem Patt von 50 zu 50 hätte Vizepräsident J.D. Vance das entscheidende Stimmrecht. Die Demokraten müssten folglich alle eigenen Sitze verteidigen und den Republikanern vier Sitze abnehmen – eine schmale, aber realistische Marge.
Im Repräsentantenhaus stehen alle 435 Sitze zur Abstimmung. Die Republikaner halten aktuell exakt 218 Sitze – die absolute Mehrheitslinie. Die Demokraten kommen auf 214. Schon der Verlust weniger Wahlkreise würde den Republikanern die Kontrolle über das Repräsentantenhaus kosten.
Warum die Mehrheit im Senat so entscheidend ist
Der Senat besitzt weitreichende Kompetenzen, die weit über die reine Gesetzgebung hinausgehen:
- Er bestätigt Ministerinnen und Minister der Regierung.
- Er muss Bundesrichter – einschließlich Supreme-Court-Richter – absegnen.
- Ohne seine Zustimmung kann kein Gesetz in Kraft treten.
- Er kann Präsidenten in einem Amtsenthebungsverfahren verurteilen.
Eine demokratische Mehrheit im Senat würde Trump bei zentralen Personalentscheidungen erheblich einschränken. Minister und Richter, die er nominiert, könnten abgelehnt werden – ein empfindlicher Machtverlust für das Weiße Haus.
Die sieben Schlüsselrennen im Senat
Politische Beobachter richten den Blick auf sieben besonders umkämpfte Senatsrennen, fünf davon in bisher republikanisch gehaltenen Bundesstaaten:
- Alaska: Eine demokratische Herausforderin liegt in Umfragen vorn, obwohl der Staat Trump klar gewählt hat.
- Iowa: Die bisherige republikanische Senatorin tritt nicht mehr an – beide Kandidaten liegen gleichauf.
- Ohio: Ein früherer demokratischer Senator will seinen alten Sitz zurückerobern.
- Texas: Seit Jahrzehnten republikanisch, rechnen sich die Demokraten erstmals echte Chancen aus.
- Maine: Eine bekannte Republikanerin kämpft in einem Staat, der zuletzt demokratisch gewählt hat, um ihren Sitz.
Diese Rennen zeigen: Die politische Stimmung in den USA ist volatil. Hohe Lebenshaltungskosten und außenpolitische Konflikte befeuern die Unzufriedenheit – und die nutzt den Demokraten.
Gouverneurswahlen in 36 Bundesstaaten
Parallel zum Kongress wählen 36 Bundesstaaten neue Gouverneure. Das Amt ist mit dem eines Ministerpräsidenten vergleichbar und hat erheblichen Einfluss auf die lokale Politik, die Verwaltung von Bundesgeldern und künftige Wahlrechtsfragen.
Besonders spannend sind fünf Rennen: In Alaska, Georgia, Ohio und Wisconsin treten die Amtsinhaber nicht mehr an, was die Rennen völlig offen macht. In Nevada will der amtierende republikanische Gouverneur seinen Posten halten, liegt aber in Umfragen nur gleichauf mit seinem demokratischen Herausforderer.
Die US-Midterms 2026 sind damit weit mehr als eine Parlamentswahl: Sie sind ein landesweiter Stimmungstest, dessen Ergebnis die Regierungsfähigkeit Trumps für den Rest seiner Amtszeit definiert. Verschieben sich nur wenige Sitze in Senat und Repräsentantenhaus, könnte Washington vor einer grundlegend neuen Machtarchitektur stehen – mit weitreichenden Folgen für Gesetzgebung, Justiz und amerikanische Außenpolitik.
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