US-Bankquartalszahlen: Goldman glänzt, Halbleiter unter Druck
Goldman Sachs übertrifft alle Erwartungen, JPMorgan patzt leicht: Die Quartalszahlen der US-Banken bewegen die Märkte – während Halbleiterwerte stark unter Druck geraten.
Dieses Video wurde am 13.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Quartalszahlen der US-Banken dominieren das Marktgeschehen Mitte Oktober 2026. Goldman Sachs überraschte mit einem Rekordergebnis, JPMorgan enttäuschte leicht, und Citigroup vermeldet ihr bestes drittes Quartal seit zehn Jahren. Gleichzeitig gerät der globale Halbleitersektor durch aufkommende Konkurrenz aus China erneut unter Druck – mit spürbaren Folgen für Aktien wie SanDisk, Micron Technology und SK Hynix sowie für Technologiewerte weltweit.
Goldman Sachs und JPMorgan: Licht und Schatten im Bankensektor
Goldman Sachs legte im dritten Quartal 2026 ein herausragendes Ergebnis vor. Mit einem Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar übertraf das Investmenthaus die Analystenerwartungen um satte zwei Milliarden Dollar. Das Investmentgeschäft brummt, alle wesentlichen Ertragsquellen liefen auf Hochtouren. Vorbörslich legte die Aktie rund 3,5 Prozent zu und zog den gesamten Finanzsektor mit nach oben.
Anders das Bild bei JPMorgan Chase: Das größte US-Geldhaus verfehlte beim Umsatz und Ergebnis leicht die Erwartungen – ein seltener Ausrutscher. Ursache waren laut Konzernangaben verschobene, nicht abgesagte Deals, die sich voraussichtlich im vierten Quartal positiv niederschlagen werden. Positiv: Der Nettozinsertrag für das Gesamtjahr 2026 wurde erneut angehoben. Die Aktie notierte vorbörslich rund ein Prozent im Minus – kein Drama, aber ein Dämpfer.
Citigroup und UnitedHealth überzeugen mit starken Zahlen
Die Citigroup meldete ihr bestes drittes Quartal seit einem Jahrzehnt. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,85 Dollar statt der erwarteten 2,66 Dollar, der Umsatz erreichte 23,9 Milliarden Dollar. Damit gelang dem Konzern einmal mehr der Beweis, dass der langwierige Turnaround geglückt ist – auch wenn die Aktie vorbörslich leicht nachgab, da die Märkte angesichts des hohen Erwartungsniveaus besonders kritisch hinschauten.
Beim größten privaten Krankenversicherer der USA, UnitedHealth, überraschte ebenfalls positiv:
- Umsatz: 113 Milliarden Dollar (erwartet: 111 Milliarden Dollar)
- Ergebnis je Aktie: 4,69 Dollar (erwartet: 4,14 Dollar)
- Vorbörsliches Kursplus: rund 5 Prozent
Die Aktie nähert sich damit wieder der wichtigen Marke von 400 US-Dollar. Nach massiven Kursverlusten im Zuge von Abrechnungsskandalen und Gewinnwarnungen hatte sich ein Boden im Bereich von 230 bis 240 Dollar gebildet. Seitdem läuft die Erholung eindrucksvoll.
Halbleitersektor unter Druck: Chinas Chip-Konkurrenz schürt Zweifel
Während Banken und Versicherer überwiegend lieferten, geriet der globale Halbleitersektor massiv unter Druck. Auslöser waren Berichte aus China über neue Speicherchips mit höherer Speicherdichte und gesteigerter Leistungsfähigkeit. Die Meldungen nähren Zweifel daran, ob die bisherigen Wachstums- und Gewinnerwartungen für westliche Chipkonzerne noch haltbar sind.
Besonders betroffen:
- SanDisk: vorbörslich erneut rund 5 Prozent im Minus, nach bereits 6 Prozent Verlust am Vortag
- SK Hynix: deutliche Verluste in Asien, Samsung Electronics ebenfalls unter Druck
- Micron Technology: vorbörslich 2 bis 3 Prozent schwächer
Dabei darf nicht vergessen werden: Viele dieser Werte haben sich seit Jahresbeginn vervielfacht. Micron etwa stieg zwischen April und Juli zeitweise um das Vierfache. Die aktuelle Schwäche ist vor diesem Hintergrund als Korrektur auf hohem Niveau zu werten, nicht als struktureller Einbruch.
Im DAX spiegelt sich die Stimmung wider: Infineon sowie kleinere Halbleiterwerte wie Elmos, Semikron und Suess MicroTec verzeichneten ebenfalls Abschläge. Der DAX selbst kämpft um die 21-Tage-Linie bei 25.320 Punkten – ein technisch wichtiges Niveau, das bislang nicht nachhaltig überwunden wurde.
Ausblick: KI-Trade und weitere Quartalszahlen im Fokus
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der KI-Investmentboom seine Dynamik beibehält. Sobald die großen Technologiekonzerne ihre Quartalszahlen vorlegen, dürfte eine Neubewertung der hohen Erwartungen an den Sektor stattfinden. Die Frage, ob günstige KI-Lösungen aus China den Bedarf an High-End-Chips langfristig dämpfen, bleibt zentral für die gesamte Branche. Auch Bitcoin steht im Blickfeld: Die Kryptowährung notiert knapp über 83.000 US-Dollar, nachdem sie die Unterstützung bei 80.000 Dollar erfolgreich getestet hat. Anleger warten auf neue Impulse, die einen nachhaltigen Ausbruch nach oben begleiten könnten.
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