Zinserhöhung in Japan: Höchststand seit 1995
Japan hebt die Zinsen auf den höchsten Stand seit 1995. Was das für Anleger bedeutet, wie der DAX reagiert und was Kevin Warchs Kurs bewirkt.
Dieses Video wurde am 18.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die japanische Notenbank hat die Zinsen erneut um 25 Basispunkte angehoben und damit den höchsten Stand seit 1995 erreicht. Die Entscheidung war weitgehend erwartet worden, reiht sich aber in eine globale Bewegung ein: Nach der US-amerikanischen Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) zieht nun auch die Bank of Japan nach. Hintergrund ist eine hartnäckige Inflation, die Notenbanken weltweit zum Handeln zwingt. Kapitalmarktexperte Molnar bewertet den Schritt als richtig und notwendig – und gibt Anlegern konkrete Orientierung für die aktuell nervöse Marktlage.
Globaler Zinserhöhungszyklus – aber nur partiell
Die koordinierte Reaktion der großen Notenbanken auf die anhaltend hohe Inflation ist kein Zufall. EZB, Fed und Bank of Japan erhöhen die Zinsen, weil sie es müssen – das Vertrauen in die Preisstabilität steht auf dem Spiel. Besonders positiv wurde gewertet, dass das Votum der Fed einstimmig ausfiel. Ein geschlossenes Signal der Notenbanker gilt an den Kapitalmärkten als starkes Vertrauenssignal.
Dennoch handelt es sich laut Molnar nicht um einen klassischen, dauerhaften Zinserhöhungszyklus. Vielmehr wird punktuell und selektiv gehandelt: Eine weitere Anhebung ist möglicherweise noch gegen Ende des Jahres denkbar, danach dürfte man in einen Wartemodus übergehen.
- Bank of Japan hebt Leitzins auf höchsten Stand seit 1995
- Fed-Entscheidung fiel einstimmig aus – starkes Signal für die Märkte
- EZB hatte zuvor ebenfalls die Zinsen erhöht
- Weitere Anhebungen gelten als möglich, aber nicht zwingend
Inflation und politischer Druck: Trumps Einfluss auf die Märkte
Als wesentlicher Treiber der globalen Inflation wird der anhaltende Handels- und Wirtschaftskonflikt unter der US-Administration von Präsident Donald Trump gesehen. Die daraus resultierenden Verwerfungen haben laut Schätzungen bereits rund 38 Milliarden Dollar gekostet. Trump fordert öffentlichkeitswirksam Zinssätze von rund einem Prozent – ein klarer Gegenkurs zur Politik der Fed.
Fed-Chef Kevin Warsh hält dagegen. Er verzichtet bewusst auf sogenannte Forward Guidance, also konkrete Vorabankündigungen zur künftigen Zinspolitik. Diese neue Kommunikationsstrategie unterscheidet ihn deutlich von seinem Vorgänger Jerome Powell. Für die Märkte bedeutet das zunächst Gewöhnungsarbeit: Anleger müssen Warshs Wortwahl und Entscheidungsmuster erst einordnen lernen.
DAX im Gelbbereich: Hexensabbat bremst die Kurse
DAX im Gelbbereich – Hexensabbat sorgt für Zurückhaltung
Auch an den europäischen Aktienmärkten macht sich die Gemengelage bemerkbar. Der DAX bewegt sich aktuell in einer Handelsspanne zwischen 25.300 und 25.900 Punkten – von Experte Molnar als „gelb” eingestuft: kein Grund zur Panik, aber auch keine Entwarnung. Erst oberhalb von 25.900 Punkten wäre wieder von einem grünen Signal zu sprechen; unterhalb von 25.300 drohten ernstere Probleme.
Zusätzliche Volatilität entsteht durch den sogenannten Hexensabbat – den großen Verfall von Terminkontrakten an Terminbörsen. Zu den Verfallszeitpunkten um 13:00 Uhr und 17:30 Uhr laufen Wetten aus, was Marktteilnehmer dazu veranlasst, Kurse gezielt in eine bestimmte Richtung zu lenken. Der Einfluss der Terminmärkte auf die Kassamärkte wächst dabei stetig, da immer mehr Finanzprodukte an diese Mechanismen gekoppelt sind.
Anlageempfehlung: Europa oder USA – wer hat die Nase vorn?
Für Anlegerinnen und Anleger lautet die aktuelle Botschaft: Nerven bewahren. Die politischen Schlagzeilen – darunter bevorstehende Wahlen in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern – mögen für Unruhe sorgen, sind aber kein Grund für überstürzte Entscheidungen.
Beim Blick auf die regionale Aktienaufteilung sieht Molnar US-amerikanische Titel derzeit leicht im Vorteil. Grundsätzlich empfiehlt er jedoch einen gemischten Ansatz aus europäischen und amerikanischen Aktien – einen breiten „Blumenstrauß”, der Risiken streut und Chancen in beiden Märkten nutzt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der DAX aus seiner gelben Ampelphase ausbricht – nach oben oder nach unten.
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