Trump greift LeBron James wegen Nationalhymne an
Trump attackiert LeBron James heftig, weil der NBA-Star während der Nationalhymne trainierte. Wie reagierte James – und was steckt hinter dem Streit?
Dieses Video wurde am 23.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein kurzes Video von LeBron James reicht aus, um die USA in eine neue Debatte zu stürzen: Der NBA-Star übte während der amerikanischen Nationalhymne Aufwärmbewegungen aus – darunter offenbar einen Golfschwung. Für US-Präsident Donald Trump war das ein inakzeptabler Affront. Er holte sowohl auf seiner Plattform Truth Social als auch bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa öffentlich gegen James aus. Der Vorfall spaltet die Nation und reiht sich in eine längere Geschichte von Konflikten zwischen Trump und schwarzen Profisportlern ein.
Trumps Angriff auf Truth Social und in Iowa
Trump ließ auf Truth Social keinen Zweifel an seiner Empörung: James sei „respektlos gegenüber unserem Land”, er habe „von Anfang an gesagt, dass er nichts taugt”, und nannte den Vorfall eine „absolute Schande”. Darüber hinaus forderte Trump, der Basketballstar solle sich bei allen amerikanischen Kriegern und Gefallenen entschuldigen, die für die US-Flagge gestorben seien.
Kurz darauf legte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa nach. Vor laufenden Kameras fragte er das Publikum rhetorisch, ob es die Bilder gesehen habe, und bezeichnete das Verhalten von James erneut als „großen Skandal”. Die doppelte Attacke – online und auf der Bühne – machte deutlich, dass Trump den Vorfall gezielt für seinen Wahlkampf nutzte.
Eine jahrelange Rivalität zwischen Trump und James
Die Feindschaft zwischen Donald Trump und LeBron James ist nicht neu. Bereits 2017 bezeichnete James den damaligen Präsidenten öffentlich als „Versager”. Im US-Wahlkampf 2024 stellte sich der Superstar offen auf die Seite der Demokratin Kamala Harris und warb aktiv für sie.
- 2017: James nennt Trump einen „Versager” in einem öffentlichen Statement.
- 2024: James unterstützt Kamala Harris im Präsidentschaftswahlkampf.
- Oktober 2025: Video zeigt James beim Training während der Nationalhymne – Trump reagiert wütend.
Vor dem Spiel gegen die Cleveland Cavaliers antwortete James auf die Angriffe demonstrativ gelassen. Gegenüber Reportern kommentierte er trocken: „Da muss im Office wohl gerade nicht viel los sein.” Eine kurze, schlagfertige Reaktion – mehr ließ er sich nicht entlocken.
Das Erbe von Colin Kaepernick: Hymne als politisches Symbol
Der aktuelle Streit erinnert an einen der bekanntesten Sportproteste der jüngeren US-Geschichte. 2016 kniete NFL-Quarterback Colin Kaepernick während der Nationalhymne nieder – als stiller Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Trump reagierte seinerzeit mit einer Forderung nach seiner Entlassung und ahmte auf einer Wahlkampfbühne sogar die Worte eines Trainers nach, der einen Spieler feuert.
Kaepernick verließ nach der Saison die San Francisco 49ers und fand danach kein neues Team mehr in der NFL. Obwohl die genauen Gründe nie offiziell bestätigt wurden, gilt der politische Skandal als möglicher Faktor. Der Protest selbst wirkte jedoch nach: Monatelang knieten weitere Spieler bei der Hymne nieder, und die Debatte über den richtigen Umgang mit nationalen Symbolen schwelt in den USA bis heute.
James antwortet mit Leistung auf dem Spielfeld
Die verbale Attacke des Präsidenten schien LeBron James sportlich nicht zu beeinträchtigen. Noch am selben Abend führte er sein Team zu einem historischen Sieg gegen Cleveland und unterstrich damit seine Ausnahmestellung im amerikanischen Basketball.
Der Vorfall zeigt, wie eng Sport, Gesellschaft und Politik in den USA miteinander verflochten sind. Die Nationalhymne ist längst mehr als ein rituelles Zeremoniell vor dem Spielbeginn – sie ist ein Brennpunkt für Debatten über Patriotismus, Meinungsfreiheit und den Umgang mit rassistischer Diskriminierung. Ob Trumps Attacke politisches Kapital bringt oder James’ Popularität unberührt lässt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.
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