KI-Aktien unter Druck: Ausverkauf hält an
KI-Aktien bleiben trotz starker Quartalszahlen unter Druck. Was hinter dem anhaltenden Ausverkauf bei Technologiewerten steckt und welche Risiken drohen.
Dieses Video wurde am 23.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Ausverkauf bei KI-Aktien setzt sich fort – und das trotz teils herausragender Quartalsergebnisse. An der Nasdaq mehren sich zwar technische Signale für eine Gegenbewegung, doch das Gesamtumfeld aus steigenden Finanzierungskosten, sinkenden Bewertungen bei KI-Startups und schwächer werdenden Konsumausgaben belastet den Techsektor weiterhin erheblich. Börsenexperte Robert Koch vom Handelsblatt ordnet die Lage ein.
Technische Signale deuten auf Gegenbewegung – doch Nachrichtenlage bleibt schwierig
Der SOX-Halbleiterindex hat in den vergangenen Tagen deutlich Federn gelassen und dabei die 200-Tage-Linie getestet – eine technisch wichtige Marke, die in der Vergangenheit häufig als Ausgangspunkt für einen Kursanstieg diente. Auch der Nasdaq selbst gilt charttechnisch als überverkauft, was für eine kurzfristige Erholung spricht.
Dennoch bleibt das Umfeld für Börsengänge, Kapitalerhöhungen und Anleiheemissionen im Techsektor angespannt. Viele Beta-Momentum-Werte haben seit ihren Hochs rund 40 Prozent an Wert verloren – ein Niveau, das zwar historisch für eine Gegenbewegung spricht, das strukturelle Problem aber nicht löst.
OpenAI und Anthropic: Bewertungen unter Druck
Besonders auffällig ist die Neubewertung führender KI-Unternehmen. OpenAI soll laut Medienberichten eine Finanzierungsrunde über 30 Milliarden Dollar abgeschlossen haben – allerdings zu einer Bewertung von 1,25 Billionen Dollar. Die Wall Street hatte ursprünglich mit bis zu 1,5 Billionen Dollar gerechnet.
Ähnliches gilt für Anthropic: Die angestrebte Bewertung von 2 Billionen Dollar ist offenbar auf rund 1,5 Billionen Dollar gesunken. Sollte das Unternehmen noch vor Thanksgiving an die Börse wollen, müssen in Kürze die Finanzdaten über ein S-1-Filing veröffentlicht werden – andernfalls ist die Frist kaum zu halten.
- SB Energy verschiebt den geplanten Börsengang auf Dezember oder sogar Anfang 2026.
- Meta könnte laut dem Anlegermagazin Barron’s noch vor Jahresende eine Kapitalerhöhung über 40 Milliarden Dollar anstreben.
- SpaceX bereitet Anleiheemissionen in Höhe von 40 Milliarden Dollar vor – zu deutlich höheren Zinssätzen als bei früheren Platzierungen.
- Der kalifornische Pensionsfonds CalPERS baut seine Gewichtung im Mega-Tech-Sektor ab – wegen hoher Bewertungen und exzessiver Investitionsausgaben.
Starke Zahlen, schwache Reaktion: Western Digital und Bloom Energy
Das Paradoxon der aktuellen Berichtssaison zeigt sich exemplarisch bei Western Digital und Bloom Energy: Beide Unternehmen lieferten außergewöhnlich starke Ergebnisse – und verloren dennoch an der Börse.
Western Digital meldete ein Umsatzwachstum von 55 Prozent im Jahresvergleich, übertraf die Erwartungen und hob die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 an. Goldman Sachs senkte trotzdem das Kursziel auf 540 Dollar bei neutraler Einstufung. Morgan Stanley bleibt mit einem Kursziel von 668 Dollar optimistisch und empfiehlt den Kauf.
Bloom Energy übertraf den Gewinn je Aktie um rund 25 Prozent, steigerte Umsätze und Margen und hob die Jahresprognose an. Dennoch verlor die Aktie zum Handelsstart zeitweise über 12 Prozent. Analysten von JP Morgan, Morgan Stanley und BTIG behalten ihre Kaufempfehlungen bei, verweisen aber auf mögliche kurzfristige Margendruck durch Kapazitätserweiterungen.
Einzelhandel und Ausblick: Konsument tritt auf die Bremse
Außerhalb des Techsektors verdichten sich die Wolken im Einzelhandel. Deckers Outdoor – Mutterkonzern der Marken Hoka und UGG – verfehlte die Umsatzprognosen erstmals seit mindestens fünf Jahren. Goldman Sachs und Piper Sandler empfehlen den Verkauf der Aktie.
Auch American Express enttäuschte: Der Gewinn lag zwar über den Schätzungen, jedoch nur dank niedrigerer Steuerquote und geringerer Kreditrisikorückstellungen. Das Kerngeschäft mit US-Verbrauchern und Geschäftskunden wächst langsamer als erwartet – ein Signal, dass der amerikanische Konsument zunehmend vorsichtiger wird.
In der kommenden Woche stehen zahlreiche Schwergewichte auf dem Berichtsprogramm: Am Mittwochabend melden Google, Microsoft und ServiceNow ihre Quartalszahlen, am Donnerstag folgt Amazon. Die Ergebnisse dürften richtungsweisend für den weiteren Verlauf des KI-Aktien-Zyklus sein.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.