Halloweengeschäft boomt trotz hoher Inflation
Das Halloweengeschäft trotzt der Inflation: 70 % der Deutschen wollen mindestens genauso viel ausgeben wie im Vorjahr – der Einzelhandel erwartet 537 Mio. Euro Umsatz.
Dieses Video wurde am 30.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Halloweengeschäft läuft in Deutschland trotz anhaltend hoher Inflation auf Hochtouren. Kurz vor dem 31. Oktober drängen sich Kunden in Verkleidungsgeschäften auf der Suche nach dem perfekten Gruseloutfit. Obwohl viele Haushalte in der aktuellen Wirtschaftslage jeden Euro umdrehen, machen sie an Halloween eine Ausnahme – und greifen bereitwillig in die Tasche. Der Wille zum Feiern scheint stärker zu sein als der Sparkurs.
Feiern als Ventil in schwierigen Zeiten
Der Wunsch, dem Alltag zu entfliehen, ist laut Branchenexperten ein zentraler Antrieb für die anhaltende Kauflaune rund um Halloween. Händler berichten, dass Kunden das Fest bewusst nutzen, um sich eine Auszeit von der allgemeinen Stimmungslage zu gönnen.
Ein Inhaber eines Verkleidungsunternehmens bringt es auf den Punkt: Was im Geschäft verkauft wird, ist zwar kein klassisches Grundbedürfnis – doch in Zeiten schlechter Stimmung neigen die Menschen dazu, besonders ausgiebig zu feiern, um auf andere Gedanken zu kommen. Dieses Ventil-Prinzip ist kein neues Phänomen: Auch in früheren Wirtschaftskrisen ließ sich beobachten, dass Erlebniskonsum selbst bei knappem Budget kaum eingeschränkt wird.
Psychologisch gesehen dient das gemeinsame Verkleiden und Feiern als sozialer Kitt – ein Bedürfnis, das sich auch durch steigende Preise kaum verdrängen lässt.
Was sagen die aktuellen Zahlen?
Der Deutsche Handelsverband hat aktuelle Konsumzahlen rund um Halloween erhoben – und die sind bemerkenswert eindeutig. Demnach planen knapp 70 Prozent der Befragten, mindestens genauso viel Geld auszugeben wie im Vorjahr oder sogar mehr.
Besonders gefragt sind dabei:
- Süßigkeiten – nach wie vor die beliebteste Halloween-Ausgabe
- Dekoartikel – von Kürbissen bis zu Gruselbeleuchtung
- Kostüme – auf Platz drei, aber mit wachsender Nachfrage
In der Summe rechnet der Einzelhandel allein an Halloween mit einem Gesamtumsatz von 537 Millionen Euro. Das ist eine beachtliche Zahl für ein Fest, das in Deutschland erst seit einigen Jahrzehnten kommerziell gefeiert wird.
Kostüme und Accessoires: Kreativität kennt kein Budget
In den Verkleidungsgeschäften zeigt sich ein buntes Bild: Ob blutverschmierte Ganzkörperanzüge, ausgefallene Hexenhüte oder detailreiche Fledermaus-Accessoires – die Auswahl ist groß und die Nachfrage entsprechend hoch. Viele Kunden suchen dabei gezielt nach Kostümen, die möglichst viel Effekt für möglichst wenig Geld bieten.
Händler berichten von einem spürbaren Last-Minute-Ansturm in den Tagen unmittelbar vor dem 31. Oktober. Wer noch kein Outfit hat, muss sich beeilen – in vielen Geschäften lichten sich die Regale merklich.
Gleichzeitig beobachten Branchenkenner, dass DIY-Kostüme und kreative Eigenkonstruktionen zunehmen – ein Zeichen dafür, dass der Spargedanke zwar präsent ist, der Feiergeist ihn aber überwiegt.
Ausblick: Halloween als stabiler Wirtschaftsfaktor
Die Zahlen belegen: Halloween hat sich in Deutschland als fester Bestandteil des Konsumkalenders etabliert. Mit einem erwarteten Umsatz von über einer halben Milliarde Euro ist das Fest längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor für den Einzelhandel.
Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten könnte der Trend zum emotionalen Konsum – also dem bewussten Geldausgeben für Erlebnisse und Stimmung – auch in den kommenden Jahren anhalten. Für den Handel wäre das eine willkommene Nachricht in einem sonst herausfordernden Umfeld.
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