Friday, 30. October 2026
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Christoph Eltze

KI im Supermarkt: Rewes Digitalchef über die Zukunft

Wie KI im Supermarkt Sortimente steuert, Werbung personalisiert und Regale befüllt – Rewe-Digitalvorstand Christoph Eltze erklärt die stille Revolution im Handel.

Redaktion · 30. October 2026, 05:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 30.10.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Wer einen Rewe-Markt betritt, sieht Obst, Kühlregale und Kassen – kaum sichtbare Technologie. Doch hinter den Kulissen steuert längst Künstliche Intelligenz, welches Walnussöl in welchem Markt steht, ob ein Kunde in der App Werbung für Katzenfutter sieht und ob vor einem sonnigen Sommerwochenende genug Grillfleisch vorrätig ist. Christoph Eltze, Digital- und Technologievorstand der Rewe Group, gibt Einblicke in die stille Transformation des deutschen Lebensmittelhandels – von personalisierten Coupons über autonom fahrende Lieferfahrzeuge bis hin zu eingestellten Drohnenversuchen.

KI im Supermarkt: Was sich verändert – ohne dass Kunden es merken

Auf den ersten Blick hat sich das Einkaufserlebnis in Jahrzehnten kaum verändert. Eltze räumt das offen ein, betont aber: Der Wandel vollzieht sich schleichend und bewusst im Hintergrund. Ziel ist nicht der große technologische Knall, sondern eine kontinuierliche Verbesserung, die Kunden spüren, ohne sie benennen zu können.

Ein zentrales Beispiel ist die individuelle Sortimentssteuerung: Jeder Rewe-Markt erhält heute ein auf seine Mikrolage zugeschnittenes Warensortiment. Kaufkraft, regionale Geschmäcker, Stadtlage oder ländliche Umgebung – all das fließt in KI-Modelle ein, die automatisch berechnen, welche Produkte wo am besten abgesetzt werden. Ohne KI sei das schlicht nicht mehr kalkulierbar, so Eltze.

Hinzu kommen verbesserte Prognosesysteme für die Filialbelieferung. Sie sollen sicherstellen, dass Regale stets befüllt sind – auch kurz vor dem Grillwochenende, wenn die Nachfrage nach Fleisch und Bier sprunghaft steigt.

Personalisierung: Kein Katzenfutter für Kunden ohne Katze

Der zweite große Hebel ist die Personalisierung des Kundenerlebnisses. Über die Rewe Bonus App – mit kontinuierlich steigenden Nutzerzahlen – werden individuell zugeschnittene Coupons ausgespielt. Rewe misst deren Wirkung durch klassische A/B-Tests: Eine Gruppe erhält personalisierte Angebote, eine andere Standardcoupons. Das Ergebnis ist laut Eltze eindeutig: Personalisierte Coupons steigern die Kaufwahrscheinlichkeit spürbar.

Die Logik dahinter ist simpel: Wer keine Katze hat, reagiert nicht auf Katzenfutterwerbung. Wer vegan lebt, braucht keine Fleischangebote. Mittelfristig plant Rewe, in der App einen KI-gestützten Einkaufsberater zu integrieren, der auf Basis von Haushaltsgröße, Ernährungsweise und Allergien Rezeptvorschläge und Wochenplaner erstellt.

Auch das Thema Retail Media – also das Ausspielen von Werbebotschaften externer Marken über eigene Kanäle gegen Bezahlung – gewinnt für Rewe an Bedeutung. Amazon gilt hier als Maßstab, wenngleich Eltze betont, dass die Marktmacht des US-Konzerns kaum zu replizieren sei.

Drohnen, Pick-and-Go und die Grenzen des Machbaren

Rewe testet aktiv neue Technologien im Marktbetrieb. In sieben Märkten läuft das Pick-and-Go-System: Kunden legen Waren in ihre Tasche, Kameras und Sensoren erfassen automatisch, was mitgenommen wird – bezahlt wird am Terminal ohne Scanvorgang. Die zugrundeliegende Technologie heißt Computer Vision – die Kombination aus Kameratechnik und Rechenleistung, die Handlungen von Personen im Raum erkennt und datenschutzkonform auswertet.

Weniger erfolgreich verlief das Experiment mit Lieferdrohnen: Rewe hat die Tests eingestellt. Die Gründe:

  • Die Tragkraft handelsüblicher Drohnen reichte nicht für typische Einkäufe aus – eine Kiste Bier ließ sich nicht transportieren.
  • Direkte Landung in Vorgärten war praktisch nicht umsetzbar; es war stets ein Umladepunkt nötig.
  • Schwere Lastdrohnen existieren, sind jedoch wirtschaftlich nicht rentabel.

Ein Flächeneinsatz in Deutschland sei in den nächsten zehn Jahren unwahrscheinlich, aber auch nicht grundsätzlich auszuschließen, so Eltze. Autonom fahrende Lieferfahrzeuge werden hingegen weiterhin getestet.

Mensch und Maschine: Wie Rewe den Wandel intern managt

Die zunehmende Automatisierung wirft auch bei Rewe Fragen zur Zukunft von Arbeitsplätzen auf. Eltze unterscheidet klar: Es gehe nicht um Mensch gegen Maschine, sondern um eine schrittweise Entlastung von Routinetätigkeiten. Repetitive und regelbasierte Aufgaben – wie die automatische Nachbestellung von Waren (Autodisposition) – werden bereits seit Jahrzehnten von Systemen übernommen.

Neu sei die Geschwindigkeit des Wandels durch generative KI: Mitarbeiter, die früher zehn Jahre hatten, sich an neue Technologien zu gewöhnen, spüren heute den Druck innerhalb weniger Jahre. Eltze setzt auf offene Kommunikation, frühzeitige Weiterbildung und ein ehrliches Auseinandersetzen mit den Auswirkungen auf einzelne Berufsprofile.

Für die Rewe Group – mit rund 390.000 Mitarbeitern und einem Außenumsatz von über 100 Milliarden Euro – ist die Frage nicht ob, sondern wie schnell KI Einzug in alle Geschäftsbereiche hält. Eltze ist überzeugt: Nur wer Digitalisierung und Technologie konsequent beherrsche, werde als Händler langfristig erfolgreich sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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