Märkte am Morgen: Amazon, Intel, Bitcoin & DAX
Amazon verfehlt Erwartungen, Intel schockt mit schwacher Prognose, Bitcoin unter Druck nach Binance-Hack – alle Märkte am Morgen im Überblick.
Dieses Video wurde am 30.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Märkte am Morgen stehen am Freitag unter dem Eindruck einer ereignisreichen Börsenwoche: Notenbanksitzungen von Fed, EZB und Bank of Japan, eine Flut an Quartalszahlen aus den USA sowie ein Hacker-Angriff auf die weltgrößte Kryptobörse Binance belasten die Stimmung. Der Nasdaq schloss am Donnerstag rund 1,4 Prozent im Minus, der S&P 500 und der Dow Jones verloren jeweils etwa 0,3 Prozent. Trotz negativer US-Vorgaben steuert der DAX auf ein Wochenplus von über drei Prozent zu.
Bitcoin unter Druck nach Binance-Hack
Der Bitcoin rutschte zeitweise unter die Marke von 78.000 US-Dollar, nachdem bekannt wurde, dass die Kryptobörse Binance gehackt wurde. Laut ersten Erkenntnissen war ein kompromittierter Mitarbeiter-Laptop die Ursache. Kryptoabflüsse in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar wurden registriert, woraufhin Binance Auszahlungen vorübergehend stoppte.
Stablecoin-Emittenten reagierten schnell: Tether fror rund 3 Milliarden Dollar ein, Circle 1,57 Milliarden. Auch Ripple blockierte entsprechende Gelder. Binance kündigte an, Nutzerverluste vollständig zu ersetzen. Hinweise auf gestohlene Private Keys gibt es bislang nicht. Der Bitcoin erholte sich anschließend wieder über die 78.000-Dollar-Marke – diese Schwelle gilt chartechnisch als wichtige Unterstützungszone.
Amazon patzt – Intel kollabiert nach Prognose
Bei Amazon übertrafen Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal die hochgesteckten Markterwartungen nicht. Der Umsatz stieg zwar um 12 Prozent, blieb aber unter den Analystenschätzungen. Beim Gewinn je Aktie gab es sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark entwickelte sich die Cloud-Sparte AWS mit einem Plus von 39 Prozent, während das Werbegeschäft um 11 Prozent und der Online-Handel um 2 Prozent zulegte.
Für das vierte Quartal erwartet Amazon einen Umsatz von 240 bis 247 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 12 bis 16 Prozent, das Anleger als zu wenig ambitioniert werteten. Die Investitionen im Techbereich summierten sich im dritten Quartal auf 77 Milliarden US-Dollar und drückten den Free Cashflow deutlich ins Negative. Nachbörslich verlor die Aktie rund 6 Prozent.
Noch schmerzhafter traf es Intel: Obwohl das Unternehmen für das abgelaufene Quartal die Analystenerwartungen übertraf – Umsatz plus 21 Prozent, Gewinn je Aktie plus 126 Prozent –, schockierte die Prognose für das vierte Quartal. Intel erwartet einen Umsatz von nur 15 bis 16 Milliarden Dollar; der Markt hatte 17,1 Milliarden erwartet. Nachbörslich brach die Aktie um mehr als 20 Prozent ein.
SanDisk und Befesa: Rekord und Kaufsignal
Trotz starker Quartalszahlen stand auch SanDisk unter Druck. Der Umsatz sprang um 378 Prozent nach oben und übertraf die Erwartungen klar. Das Rechenzentrumsgeschäft legte gegenüber dem Vorquartal um 61 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar zu. Dennoch kam es zu Gewinnmitnahmen – ein Phänomen, das bei Speichermedien-Aktien nach einem extremen Kursanstieg häufig auftritt. SanDisk plant zudem einen Aktiensplit im Verhältnis 8:1, der am 20. November umgesetzt wird.
Positiver präsentiert sich der deutsche Nebenwert Befesa: Die Aktie legte in zwei Handelstagen rund 15 Prozent zu. Grund sind starke Quartalszahlen und eine Prognoseerhöhung dank einer US-Steuergutschrift aus dem Inflation Reduction Act. Für 2026 erwartet Befesa ein bereinigtes EBITDA von 286 bis 296 Millionen Euro. Bis 2023 könnten jährlich weitere 25 bis 30 Millionen Euro an Gutschriften hinzukommen. Analysten von Metzler, UBS und Jefferies haben ihre Kursziele angehoben und empfehlen die Aktie zum Kauf.
- Metzler: Kursziel 46 Euro, Kaufempfehlung
- UBS: Kursziel 55 Euro (zuvor 50), Kaufempfehlung
- Jefferies: Kursziel 53 Euro, Kaufempfehlung
DAX und Volkswagen im Fokus
Der DAX schloss am Donnerstag bei 26.390 Punkten mit einem Plus von 1,3 Prozent und steuert auf ein Wochenplus von über 3 Prozent zu. Vorbörslich zeigt sich der Index stabil über der 26.000-Punkte-Marke.
Volkswagen meldete erwartungsgemäß einen halben Milliardenverlust – unter anderem bedingt durch Abschreibungen auf die Porsche-Beteiligung. Die Aktie bewegt sich weiterhin deutlich unter der 200-Tage-Linie. JP Morgan bestätigte das Kursziel von 110 Euro mit der Einschätzung „neutral”, während RBC und Jefferies positiver gestimmt bleiben. Schwache China-Absätze und fehlende Innovationen machen Volkswagen derzeit zu keinem klaren Kaufkandidaten.
Insgesamt bleibt die Börsenwoche trotz der negativen US-Impulse für den deutschen Markt positiv. Ob der DAX diesen Schwung in den Freitagshandel mitnehmen kann, bleibt abzuwarten – die gemischten Signale aus Asien und die anhaltende Unsicherheit rund um Notenbanken und Quartalssaison dürften die Volatilität hoch halten.
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