US-Midterms 2026: Trump stoppt Israel-Hilfe am Wahltag
Bei den US-Midterms 2026 kündigt Trump das Ende der Militärhilfe für Israel an. Was steckt hinter dem Schritt – und wie stehen die Chancen im Senat?
Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die US-Midterms 2026 sind in vollem Gange: Millionen Amerikaner wählen an diesem Dienstag einen neuen Kongress – und Präsident Donald Trump hat die Abstimmung offen zur Volksabstimmung über sich und seine Politik erklärt. Noch am Wahltag selbst ließ er eine Ankündigung fallen, die aufhorchen lässt: Die Militärhilfe für Israel in Höhe von vier Milliarden Dollar soll zum Jahresende auslaufen. Der Schritt gilt weithin als politisches Kalkül mit Blick auf knappe Rennen im Senat.
Wahltag mit Hindernissen: Klagen und Briefwahlstreit
In zahlreichen Bundesstaaten an der Ostküste, darunter New York und New Hampshire, öffneten die Wahllokale bereits um 6 Uhr Ortszeit. Die Wahlbeteiligung verspricht historisch hoch zu werden: Bereits 53 Millionen Amerikaner hatten im Vorfeld per Brief oder frühzeitig abgestimmt.
Doch die Trump-Administration versuchte im Vorfeld, Einfluss auf die Auszählung zu nehmen. In Kalifornien sollten mehr als 20.000 Briefwahlstimmen separat aufbewahrt werden, bis die Staatsbürgerschaft der betreffenden Wählerinnen und Wähler überprüft sei. Sowohl ein Bundesrichter als auch ein Berufungsgericht wiesen diese Forderung jedoch ab. Sämtliche weiteren Klagen der Regierung scheiterten ebenfalls vor Gericht.
Israels Militärhilfe als Wahlkampfinstrument
Die mit Abstand auffälligste Nachricht des Wahltages kam aus dem Weißen Haus: Trump gab in einem Interview mit Fox News bekannt, die US-Militärhilfe für Israel in Höhe von vier Milliarden Dollar am Ende des Jahres auslaufen lassen zu wollen. Offiziell handelt es sich dabei um keinen spontanen Beschluss – doch der Zeitpunkt am Wahltag selbst legt eine gezielte Botschaft an bestimmte Wählergruppen nahe.
Die Ablehnung amerikanischer Militärhilfe für Israel ist in der Bevölkerung deutlich gestiegen:
- 48 Prozent der Amerikaner sind der Ansicht, die USA leisteten zu viel Unterstützung für Israel.
- Vor 2022/2023 teilten lediglich 20 Prozent diese Haltung.
- Die Skepsis hat sich damit mehr als verdoppelt – ein erheblicher Stimmungswandel in kurzer Zeit.
Trump spekuliert offenbar darauf, mit dieser Ankündigung noch im letzten Moment unentschlossene Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.
Außenpolitik dominiert den Schlusspurt
Neben der Israel-Frage spielten weitere außenpolitische Signale eine Rolle. Melania Trump ließ verlauten, übermorgen Vertreter Russlands und der Ukraine zu Gesprächen im Weißen Haus zu empfangen – ein symbolischer Schritt, der den Willen zur Förderung eines Waffenstillstands im Ukraine-Konflikt unterstreichen soll.
Hinzu kamen in der Nacht zuvor US-Militärschläge gegen den Iran, die ebenfalls als außenpolitische Machtdemonstration kurz vor Wahltag gewertet werden. Dem gegenüber haben die Demokraten ihren Wahlkampf vor allem auf innenpolitische Wirtschaftsthemen konzentriert: steigende Lebensmittelpreise, hohe Benzinkosten und die allgemeine Belastung der Haushalte bildeten die Kernbotschaft ihrer Kampagne.
Senat als entscheidende Frage – Repräsentantenhaus wohl verloren
Erste Ergebnisse werden ab Mitternacht deutscher Zeit erwartet, wenn die ersten Wahllokale schließen. Das Repräsentantenhaus dürfte nach übereinstimmenden Einschätzungen in die Hände der Demokraten fallen. Die entscheidende Frage ist der Senat.
Sieben Rennen gelten als offen und besonders umkämpft, darunter in:
- Texas
- Ohio
- Michigan
- Alaska
- Maine
In all diesen Bundesstaaten liegen Republikaner und Demokraten eng beieinander. Demokratische Strategen zeigten sich zuletzt zuversichtlich, auch im Senat die Mehrheit erringen zu können.
Selbst bei einem Verlust beider Kammern wäre Trump nach Einschätzung von Beobachtern keine vollständige Lame Duck: Besonders in der Außenpolitik verfügt der Präsident über erheblichen Handlungsspielraum am Kongress vorbei. Die Demokraten werden ihrerseits versuchen, gesetzgeberische Leitlinien zu setzen und Trumps Agenda im Inneren zu blockieren. Der Wahlabend dürfte lang werden.
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