Stephen Miller wird Stabschef im Weißen Haus
Trump ernennt Stephen Miller zum neuen Stabschef im Weißen Haus. Der Hardliner steht für rigorose Einwanderungspolitik und die America-First-Agenda.
Dieses Video wurde am 07.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat Stephen Miller zum neuen Stabschef im Weißen Haus ernannt und damit einen der schärfsten ideologischen Verfechter seiner Politik ins Zentrum der Macht gerückt. Der 41-Jährige war bislang stellvertretender Stabschef und gilt als einer der dienstältesten und einflussreichsten Mitarbeiter Trumps überhaupt. Mit seiner Berufung sendet der Präsident ein unmissverständliches Signal: Die verbleibenden zwei Jahre der Amtszeit sollen noch konsequenter im Zeichen der America-First-Strategie stehen.
Miller folgt auf Susie Wiles – ein Wechsel mit Ansage
Miller tritt die Nachfolge von Susie Wiles an, die als erste Frau überhaupt das Amt der Stabschefin im Weißen Haus bekleidete. Wiles gilt als erstes prominentes Bauernopfer der Wahlniederlage der Republikaner bei den Midterm-Wahlen. Trump selbst lobte seine langjährige Vertraute: Sie habe „großartige Arbeit” geleistet, doch manchmal müsse man im Leben handeln und Veränderungen vornehmen.
Die Entscheidung für Miller kam für Insider kaum überraschend. Trump begründete die Wahl mit der langjährigen Loyalität seines neuen Stabschefs: „Steven begleitet mich von Anfang an. Er ist ein wirklich guter Mann und wird einen großartigen Job machen.”
Hardliner mit klarer Agenda: Einwanderung und Machtanspruch
Miller ist vor allem für seine kompromisslose Haltung in der Einwanderungspolitik bekannt. Er tritt für drastische Begrenzungen der Zuwanderung und die Ermöglichung von Massenabschiebungen ein. Sein Einfluss auf die entsprechende Politik der Trump-Regierung ist seit Jahren unübersehbar.
- Miller verteidigte den umstrittenen Einsatz von Trumps Abschiebepolizei ICE wiederholt öffentlich.
- Nach dem Tod des US-Bürgers Alex Bratty in Minneapolis durch Bundesbeamte bezeichnete Miller den Getöteten als „inländischen Terroristen”.
- Er versuchte, das per Verfassung verbriefte Geburtsrecht auf US-amerikanische Staatsbürgerschaft einzuschränken – scheiterte damit jedoch.
- Er gilt als glühender Verfechter der America-First-Doktrin und wird die entsprechenden Prioritäten im Weißen Haus maßgeblich durchsetzen wollen.
Politische Beobachter sind sich einig, dass Millers Ernennung den Kurs der Regierung verschärfen wird: „Stephen Miller spiegelt die politische Agenda des Präsidenten und möchte sicherstellen, dass diese Prioritäten – insbesondere in Bezug auf Einwanderung und amerikanische Vormachtstellung – ganz oben auf der Agenda stehen”, heißt es aus dem Umfeld des Weißen Hauses.
Unerbittliches Arbeitstempo als Markenzeichen
Neben seiner ideologischen Ausrichtung ist Miller für seinen außergewöhnlichen Arbeitseifer bekannt. Als Stabschef ist er die Person, die das Weiße Haus betritt, bevor der Präsident eintrifft, und es verlässt, nachdem dieser längst gegangen ist – egal wie spät es ist. Das Arbeitstempo im Weißen Haus gilt unter Insidern als „unerbittlich”, und Miller verkörpert diese Kultur wie kaum ein anderer.
Für Trump kommt die Personalie zu einem symbolisch wichtigen Zeitpunkt: Nach den Verlusten bei den Midterms musste er Stärke und Kontrolle demonstrieren. Mit Miller holt er sich einen als unerbittlichen Macher geltenden Vertrauten an die Seite – als klares Signal, dass die politische Initiative weiterhin von ihm ausgeht.
Ausblick: Rauerer Wind aus Washington
Millers Aufstieg zum mächtigsten Stabsmitglied im Weißen Haus markiert eine Zäsur. Mit einem ideologisch entschlossenen Hardliner an der operativen Spitze der Regierung dürfte die Gangart in zentralen Politikfeldern – allen voran Migration und innere Sicherheit – deutlich rauer werden. Ob Miller als Manager auch die nötige Breite mitbringt, um das Weiße Haus durch die verbleibende Amtszeit zu steuern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht: Der Wind aus Washington hat gedreht.
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