Saturday, 7. November 2026
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AfD-Leaks: Austrittsbriefe enthüllen frühen Rechtsruck

Über 1000 geheime Austrittsbriefe zeigen: AfD-Mitglieder beklagten Radikalisierung, Russlandnähe und Machtkämpfe – teils schon ab 2014. Was die AfD-Leaks enthüllen.

Redaktion · 7. November 2026, 19:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 07.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Mehr als 1000 Austrittsbriefe, vertrauliche E-Mails der Parteiführung und frühe Warnungen vor einem Rechtsruck: Die sogenannten AfD-Leaks, ausgewertet von der Welt am Sonntag, werfen ein aufschlussreiches Licht auf interne Debatten der Partei zwischen 2013 und 2026. Die Dokumente zeigen, dass ehemalige Mitglieder den Kurs der AfD hin zu einem rechtsnationalen Profil bereits in den Anfangsjahren scharf kritisierten – und die Partei dabei von innen heraus beschrieben, lange bevor Verfassungsschutzbehörden und Politikwissenschaftler entsprechende Urteile fällten.

Radikalisierung schon ab 2014 intern beklagt

Die ausgewerteten Austrittsbriefe zeichnen ein klares Bild: Bereits 2014 und 2015 beklagten ausscheidende Mitglieder eine Hinwendung vom liberal-konservativen zum rechtsnationalen Kurs. In den Schreiben ist von „mangelhafter Abgrenzung zum rechtsradikalen Rand” die Rede, von „vereinzelt völkischem Protestgeheu” und offen ausgelebter Ausländerfeindlichkeit in Teilen der Basis und Parteispitze.

Besonders auffällig: Mehrere Verfasser beschreiben, dass radikale Redebeiträge auf Parteitagen den lautesten Applaus erhielten. Diese Beobachtung deckt sich mit Einschätzungen von Journalisten, die Bundesparteitage der AfD über Jahre beobachtet haben, sowie mit Analysen von Politikwissenschaftlern und Verfassungsschutzbehörden.

Die Austrittsbriefe belegen damit, dass die Verschiebung nach rechts außen kein plötzlicher Bruch war, sondern ein schleichender Prozess, der von kritischen Mitgliedern früh wahrgenommen und benannt wurde.

Weidel warnte früher selbst vor Höckes Einfluss

Zu den brisantesten Funden zählen interne E-Mails der heutigen Parteichefin Alice Weidel. Darin warnte sie selbst vor einem weiteren Rechtsruck und dem wachsenden Einfluss von Björn Höcke. Eine Haltung, von der in der Partei heute nichts mehr zu spüren ist: Weidel arbeitet inzwischen eng mit jenen Netzwerken zusammen, gegen die sie einst argumentierte.

Die öffentliche Reaktion der AfD-Führung auf Vorwürfe der Radikalisierung war stets ähnlich – von den frühen Vorsitzenden Lucke und Petri bis zu Meuthen und heute Weidel und Chrupalla. Die Parteiführung bestritt die Entwicklung konsequent oder spielte sie herunter. Weidel bezeichnete entsprechende Berichte schlicht als „völligen Quatsch”.

Dass frühere Versuche innerhalb der Partei, offen rechtsextreme Mitglieder zu drängen oder auszuschließen, heute vollständig ausgeblieben sind und stattdessen eine Einbindung stattfindet, gilt Beobachtern als deutlichstes Zeichen des vollzogenen Wandels.

Russlandnähe als wiederkehrendes Austrittsmotiv

Ein zweites zentrales Thema in den Leaks ist die Russlandnähe der AfD. Auch diese Kritik zieht sich durch die gesamte Zeitspanne der ausgewerteten Dokumente. Bereits 2014 beklagte ein Mitglied, die Partei stehe „an der Seite der Unfreiheit”. Spätere Schreiben sprechen von zunehmendem „Putin-Verstehertum” und „grassierendem Antiamerikanismus”.

Ein besonders prägnantes Zitat stammt aus einem Austrittsbrief, in dem der Verfasser erklärt, er sei in eine Alternative für Deutschland eingetreten – nicht in eine Alternative für Russland.

  • 2014: Kritik an pro-russischer Haltung in frühen Austrittsschreiben
  • Folgejahre: Häufung von Formulierungen wie „Putin-Verstehertum” und „Antiamerikanismus”
  • 2024: Boykott der Rede des ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Bundestag durch die AfD-Fraktion
  • Reaktion: Mitglieder bezeichneten den Boykott als „widerwärtig und unanständig”

Parteichef Tino Chrupalla profiliert sich bis heute mit russlandfreundlichen Positionen. Auch Alice Weidel nähert sich zunehmend diesem Kurs an. Innerparteiliche Stimmen, die klar an der Seite der Ukraine stehen, sind in der AfD mittlerweile zur Ausnahme geworden.

Einordnung: Interne Dokumente als historisches Zeugnis

Die AfD-Leaks sind mehr als eine Sammlung persönlicher Austrittsbriefe. Sie dokumentieren den ideologischen Wandel einer Partei, die 2013 als euroskeptische Professoren-Partei startete und sich seither schrittweise radikalisiert hat – aus Sicht ihrer eigenen ehemaligen Mitglieder. Die internen Warnungen blieben folgenlos, die beschriebenen Entwicklungen setzten sich fort.

Für die politische Debatte liefern die Leaks nun handfeste Belege dafür, dass die Verschiebung nach rechtsaußen kein Zufall war, sondern von Teilen der Mitgliedschaft früh erkannt, kritisiert – und letztlich nicht aufgehalten wurde. Wie die Parteiführung auf die Veröffentlichungen reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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