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Jugend und Auswanderung: Krise der jungen Generation

46 Prozent der 18- bis 25-Jährigen erwägen Jugend Auswanderung aus wirtschaftlichen Gründen. Was steckt hinter dem Trend und was muss sich ändern?

Redaktion · 8. November 2026, 07:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 08.11.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Fast jeder zweite junge Erwachsene in Deutschland denkt darüber nach, das Land zu verlassen – aus wirtschaftlichen Gründen. 46 Prozent der 18- bis 25-Jährigen erwägen laut einer viel diskutierten Studie die Jugend-Auswanderung. Hinter dieser alarmierenden Zahl steckt eine tiefergehende Krise: mangelnde Aufstiegschancen, ein als ungerecht empfundenes Steuersystem und ein Staat, der für junge Menschen immer weniger zu liefern scheint – bei gleichzeitig steigenden Kosten. Die Debatte berührt Fragen der Generationengerechtigkeit, der politischen Repräsentation und der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands.

Ernüchternde Zahlen zur Lage der Jugend

Der Ökonom Stefan Koleff hat in seinem Buch Wohlstand für Junge die Situation der jüngeren Generation in Deutschland datenbasiert analysiert. Die Befunde sind eindeutig: 55 Prozent der jungen Deutschen sind überzeugt, dass sich der Generationenvertrag zu ihren Ungunsten verschoben hat. 51 Prozent geben an, Bürokratie und hohe Abgaben hielten sie davon ab, sich selbstständig zu machen.

Koleff argumentiert, das Preis-Leistungsverhältnis des Staates habe sich für die junge Generation massiv verschlechtert. Der Staat liefere weniger – bei Infrastruktur, Bildung und sozialer Mobilität – verlange aber mehr: höhere Steuern, steigende Rentenversicherungsbeiträge, wachsende Regulierung. Diese Schieflage treibe immer mehr Junge dazu, die Perspektive im Ausland zu suchen.

Konkrete Vergleichszahlen unterstreichen das Problem:

  • In Deutschland kann es bis zu sechs Generationen dauern, bis Nachkommen einkommensschwacher Familien das Durchschnittseinkommen erreichen – in Dänemark sind es nur zwei.
  • Das nötige Eigenkapital für einen Immobilienkauf in deutschen Städten hat sich seit 1980 verdoppelt.
  • Millennials mussten im Schnitt 14 Jahre sparen, um dieses Eigenkapital aufzubringen – Babyboomer benötigten dafür nur sieben Jahre.
  • Seit den 1980er Jahren hängt der berufliche Erfolg von Kindern immer stärker vom Einkommen der Eltern ab.

Warum junge Menschen ans Auswandern denken

Die Motive junger Menschen, Deutschland zu verlassen, sind vielfältig, aber klar strukturiert. Im Ausland – vor allem in Kanada, der Schweiz oder Neuseeland – versprechen niedrigere Steuern, geringere Lebenshaltungskosten und bessere finanzielle Aufstiegschancen eine attraktivere Perspektive.

Verstärkt wird dieser Trend durch ein gesellschaftliches Klima, in dem auch erfolgreiche Unternehmer und Führungskräfte offen über den Wegzug nachdenken. Wenn diese Haltung gesellschaftsfähig wird, wirkt sie als Vorbild auf jüngere Generationen.

Proteste junger Menschen in mehr als 30 deutschen Städten – gegen steigende Lebenshaltungskosten, schlechte Bildungschancen und das Gefühl politischer Nichtvertretung – sind ein weiteres Symptom dieser Entwicklung. Junge Menschen, die sich weder gehört noch repräsentiert fühlen, wählen zunehmend den Ausweg: entweder auf die Straße oder ins Ausland.

Generationengerechtigkeit und politische Repräsentation

Der US-Ökonom Albert Hirschmann beschrieb das Phänomen bereits 1970 in seinem Buch Exit, Voice and Loyalty. Seine These: Wer in einer Gemeinschaft strukturell in der Minderheit ist und dessen Stimme nicht gehört wird, dem bleibt letztlich nur der Ausgang – der Exit.

Genau das trifft auf junge Menschen in einer alternden Demokratie wie Deutschland zu. Sie sind zahlenmäßig in der Minderheit, ihre Interessen werden in der Politik systematisch untergewichtet. Der Staat priorisiert stabile Renten gegenüber Investitionen in Bildung, Wohnungsbau und zukunftsfähige Infrastruktur – alles Bereiche, die für die junge Generation entscheidend wären.

Die fehlende Rechenschaftspflicht des Staates gegenüber jungen Steuerzahlenden – etwa darüber, wie Mittel aus Sondervermögen verwendet werden – verstärkt das Gefühl der Entfremdung zusätzlich.

Was jetzt geändert werden muss

Die Instrumente zur Lösung der Krise sind bekannt. Was fehlt, ist der politische Wille zur Umsetzung. Folgende Maßnahmen stehen auf der Agenda:

  • Abbau von Bürokratie, um Gründungen und Selbstständigkeit zu erleichtern
  • Reform des Steuersystems zugunsten junger Erwerbstätiger
  • Mehr Investitionen in das Bildungssystem, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern
  • Ausbau der Infrastruktur als Grundlage für neue Technologieindustrien

Deutschland steht vor einer strukturellen Weichenstellung. Wenn es nicht gelingt, das Vertrauen der jungen Generation zurückzugewinnen – durch spürbare Verbesserungen im Alltag, mehr politische Teilhabe und echte Aufstiegsperspektiven –, droht eine dauerhafte Abwanderung von Fachkräften und Potenzialträgern. Die Abstimmung mit den Füßen hat längst begonnen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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